Weitersburger freuten sich bei der Einweihungsfeier über „ihren“ neuen, modernen Kindergarten
Kita „Pusteblume“ ist ein Stück Herzblut
Weitersburg. „Die neue Kita ist nicht nur ein Teil von Weitersburg, sondern auch ein Stück Herzblut“, sagte der Vallendarer Verbandsbürgermeister Fred Pretz bei der Einweihungsfeier des neuen Kindergartens. Dazu waren hunderte Gäste gekommen, darunter die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt, Landrat Dr. Alexander Saftig, drei Landtagsabgeordnete, die Stadt- und Ortsbürgermeister in der VG Vallendar sowie zahlreiche Ratsmitglieder und Bürger, die vor dem neuen Gebäude feierten.
Der Weitersburger Ortsbürgermeister Jochen Währ blickte zurück auf die Entstehung der Kindertagesstätte und nannte Zahlen und Daten. Das Gebäude umfasst fünf Gruppenräume, einen Schlafraum, Förderraum, Sinnesraum, Mehrzweckraum, eine Küche, ein Bistro, einen großen Spielflur, ein großes Foyer zum Abstellen von Kinderwagen, drei WC-Anlagen für Kinder, ein Behinderten-WC, einen Elternsprechraum plus Nebenräume für Verwaltung, Personal und Technik auf 900 Quadratmetern Nutzfläche. Die Gruppenräume sind jeweils 43 Quadratmeter, der Mehrzweckraum 71 Quadratmeter und der Spielflur 166 Quadratmeter groß.
Jochen Währ betonte, was dem Ortsgemeinderat wichtig war: „Eine moderne Schließanlage, Einbruchmelde- und Störmeldesysteme mit Alarmanlage und Zutrittskontrolle etc., damit Meldungen sofort an einen Sicherheitsdienst weitergeleitet werden, der dann entsprechende Maßnahmen ergreift. Ebenso können hiermit perfekt die Bring- und Abholzeiten für die Kinder unterstützend geregelt werden. Moderne Küche mit Essensausgabe, Photovoltaik-Anlage zur Erzeugung von Solarstrom, ein modernes Lüftungssystem, das Luftqualität und Energieeffizienz vereinbart, Barrierefreiheit mit Behinderten-WC und behindertengerechtem Parkplatz als gute Unterstützung von Inklusion im Kindergarten, komplett gestaltetes naturnahes Außengelände mit viel Spiel- und auch Sitzmöglichkeiten sowie Matschecke, zwei Spielbereiche (jeweils einer für U3 und Ü3 mit dem Alter entsprechenden Spielgeräten), Obstbäume, Pflanzecken, Spiel-Straße und vieles mehr“, erklärte der Ortsbürgermeister den staunenden Gästen.
Und was hat der ganze Spaß auf 2.600 Quadratmetern direkt neben der grundsanierten Schule gekostet? Rund 2,4 Millionen Euro und nicht wie bei Baubeginn im Februar vergangenen Jahres angenommen 2,8 Millionen Euro. „Dass dieser Betrag für eine Ortsgemeinde für Weitersburg mit 2.300 Einwohnern sehr schwer zu stemmen ist, war Rat, Verwaltung und Architekt klar“, sagte der Ortsbürgermeister. 400.000 Euro wurden eingespart und vom Land kamen knapp 200.000 Euro Zuschuss, vom Kreis sogar fast 320.000 Euro. So hat Weitersburg jetzt einen Kindergarten mit fünf Gruppen für circa 110 Kinder, davon für 25 Kinder unter drei Jahren. Seit etwa eineinhalb Wochen sind vier Gruppen mit 94 Plätzen geöffnet.
Ministerin Irene Alt (ihr Ministerium ist zuständig für 2.500 Kitas) wies auf den Fortschritt bei der Entstehung der Kita-Plätze im Land hin und fügte hinzu: „Die 198.000 Euro Förderung ist gut angelegtes Geld, denn wir unterstützen Eltern, Familien und Alleinerziehende, für die ein gutes Betreuungsangebot notwendig ist.“ Wichtig sei aber auch die Qualität, die das Land mit dem Kita-Plus-Programm unterstützte.
Auch Bürger waren mit Überlegungen am Bau beteiligt
Über einen Namen für den Kindergarten sollten sich die Weitersburger bei einem Ortswettbewerb Gedanken machen. Das haben sie auch und 67 Vorschläge bei der Verwaltung eingereicht. Die hat gemeinsam mit dem Rat die Bezeichnung „Pusteblume“ ausgesucht, weil die Kita an weite Wiesenflächen grenzt, auf denen der Löwenzahn, also die Pustblume, wächst. Siegerin Helga Schranz erhielt eine Schwimmbadkarte mit 100 Punkten.
„Wenn die Kostenschätzung drei Millionen Euro gewesen wäre, hätte ich gesagt: Schöne Idee, aber nicht mit dem Haushalt von Weitersburg. 2.000 Bürger können höchsten zwei Millionen finanzieren“, erinnerte VG-Bürgermeister Fred Pretz, und weiter: „So war es gut, den Beschluss zu korrigieren und in 26 Gemeinderatssitzungen zu realisieren. Hier gingen die Diskussionen bis ins Detail, es ist eben für unsere Kinder.“
Dies habe auch viel mit der Identifikation der Bürger mit ihrem Ort zu tun, denn an dem Kindergartenbau hätten sich auch Eltern und Förderverein mit Überlegungen beteiligt, unterstrich Fred Pretz und übergab dem Förderverein 500 Euro, die eine Firma für die VG-Bürgermeister-Ernennung gespendet hatte.
Lage bietet Möglichkeiten der Zusammenarbeit
Architekt Jens Ternes erläuterte, dass der Baukörper wie verschiedenfarbige Bauklötze gestaltet ist und die Kinder sich auch bei schlechtem Wetter in dem üppig ausgestatteten lichtdurchfluteten Spielflur aufhalten können. Er wies darauf hin, dass die Bauzeit von 13 Monaten eingehalten und die Kosten unterschritten wurden, und überreichte der Kindergartenleiterin Petra Stiller zur Übergabe des Gebäudes symbolisch einen großen Schlüssel. Sie dankte der Ortsgemeinde für den gelungenen Kindergarten und hob hervor: „Wir fühlen wir uns sehr wohl in der Nähe von Grundschule und Sportplatz, die mehr Möglichkeiten zur Bewegung und Zusammenarbeit bieten. Schon lange reichten die Plätze in der alten Kita nicht mehr aus.“ Träger ist wie bisher auch die Kita GmbH Koblenz, eine gemeinnützige Trägergesellschaft für katholische Kindertageseinrichtungen. Zum Gesamtleitungsteam der 127 Kitas gehört Karin Pauly, die sich begeistert zeigte von dem Namen „Pusteblume“, der allerlei Interpretationen zulasse. Landrat Dr. Alexander Saftig führte aus, dass der MYK-Kreis gerne den Zuschuss von 320.000 Euro gezahlt habe: „Denn wir wollen im Landkreis eine Struktur haben, damit sich junge Familien hier ansiedeln, und dazu gehören Kitas und Schulen. Wir haben das Statistische Landesamt Lügen gestraft, denn unsere Einwohnerzahl ist 2013 nicht, wir vorhergesagt, um 100 runtergegangen, sondern um 189 gestiegen.“
Zwischen den Redebeiträgen hatte Diakon Christoph Zell das Gebäude eingesegnet, schließlich ist es ja ein katholischer Kindergarten - die Kommune muss eben fürs Gebäude sorgen. Zum Schluss begeisterten die „Pusteblumen-Kinder“ mit einem kleinen Spiel, das zum gemütlichen Teil des Einweihungstags mit Suppe, Würstchen, Kuchen, Kaffee und anderen Getränken überleitete.
HEP
