Katholische Kirchengemeinde Vallendar Konzertreihe „Marzellinus-Musik“ in der Pfarrkirche Vallendar
Kontemplative Orgelmusik
Marzellinus-Musik-Konzert am 5. März
Vallendar. „Kontemplative Orgelmusik“ steht auf dem Programm des ersten Konzertabends im Rahmen der Marzellinusmusik-Reihe in diesem Jahr, der am Ersten Fastensonntag, 5. März um 18 Uhr in der Vallendarer Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus stattfinden wird.
Obschon das bunte und laute Karnevalstreiben ja noch vor der Türe steht, ist die Fastenzeit mit ihrem eher ruhigen, nachdenklichen und leisen Charakter nicht mehr weit und so soll sich dies auch in der Musik des Konzertes niederschlagen. Zu Gehör gebracht wird mit Orgelwerken von Pachelbel, Krebs, Mendelssohn Bartholdy, Malling und Rheinberger Musik, die dem Wesen der Fastenzeit entspricht.
Der Bogen wird dabei von Frühbarock bis zur Romantik gespannt, wobei vor allem deutsche Komponisten ausgewählt wurden.
Der Ausführende des Konzertes ist der Kantor und Organist der Pfarreiengemeinschaft Vallendar Johann Schmelzer. Der Eintritt zur Marzellinus-Musik ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
Drei Werke der Barockzeit bilden den Auftakt des Konzertes: Neben der „Ciaccona in f“ von Johann Pachelbel (1653-1706) und Johann Ludwig Krebs (1713-1780) „Praeludium und Fuge in f“ wird die Partita über „Auf meinen lieben Gott“ von Georg Böhm (1661-1733) zu hören sein.
Böhm, langjähriger Organist an St. Johannis in Lüneburg und in dieser Funktion eventuell sogar Orgellehrer Johann Sebastian Bachs, hat mit seiner Partita über einen evangelischen Choral, dessen Text auf einen anonymen Textdichter des späten 17. Jahrhunderts zurückgeht, ein Werk hinterlassen, dessen Musik und Text ein unbedingtes Gottvertrauen und die Gewissheit trotz des menschlichen Versagens und Scheiterns erlöst zu sein, reflektiert.
Das Konzertprogramm wird fortgesetzt mit Felix Mendelssohn Bartholdys (1809-1847) „Grave/Adagio aus Sonate Nr. II/Op. 65“ sowie dem Werk „Die Versuchung“ (aus dem Zyklus „Christus“) von Otto Malling, das Bezug nimmt auf das Tagesevangelium des Ersten Fastensonntags: Die Versuchung Jesu in der Wüste.
Otto Malling, ein dänischer Komponist und Organist, der 1848 in Kopenhagen geboren wurde, wo er auch 1915 verstarb und wo er zeitlebens an verschiedenen Kirchen wirkte, komponierte Orchester- und Kammermusik, Klavierstücke, Chorwerke und Lieder sowie seiner Profession entsprechend vor allem Orgelwerke, darunter einen Zyklus über Begebenheiten aus dem Leben Jesu, der auch die Vertonung „Die Versuchung“ enthält.
Dieses Stück stellt mit musikalischer Rhetorik den Dialog Jesu mit dem ihn versuchenden Satan dar. Den Abschluss des Konzertes bildet die sehr selten zu hörende „Sonate Nr. 9 in b-moll“ von Josef Rheinberger (1839-1901), die mit ihren teils elegischen, teils lyrischen Klängen dem Orgelabend einen würdigen Schlusspunkt setzt.
Rheinberger widmete diese Komposition aus dem Jahre 1885 dem Komponisten Alexandre Guilmant, dem unermüdlich konzertierenden Virtuosen, der schon Rheinbergers 1. Orgelkonzert zur Pariser Erstaufführung gebracht hatte.
Das Werk besticht durch üppige Harmonik, auffallend viele Tempowechsel und einer bemerkenswerten Akkordik.
Die Konzerte der Marzellinus-Musik-Reihe finden jeweils am ersten Sonntag im Monat statt und widmen sich verschiedenen kirchenmusikalischen Themen; außerdem laden sie ein, sich Zeit für Musik und Besinnung zu nehmen.
