Allgemeine Berichte | 28.09.2018

Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar

„Kulturwandel und Quartiersöffnung in der stationären Langzeitpflege“

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der PTHV im Austausch mit den Praxispartnern.privat

Vallendar. Im Projekt „Gutes Altern in Rheinland-Pfalz“ (GALINDA) unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Brandenburg, Lehrstuhl Gerontologische Pflege an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV), fand das erste Treffen der Praxispartner in Vallendar statt. Bei den Praxispartnern handelte es sich um Vertreter von Kassen, der Kommunen, der Pflegeverbände sowie verschiedener Träger und Verbände stationärer Pflegeheime der stationären Langzeitpflege. Das Projekt wurde im November 2017 (Laufzeit bis Ende 2019) an der PTHV gestartet. Im stationären Altenhilfebereich werden momentan Konzepte der Quartiersöffnung von Pflegeheimen prominent diskutiert. „Mehrwert dieser Konzepte soll die Teilhabe der Pflegeheimbewohner an der Gesellschaft, im Besonderen im Nahbereich der Einrichtung sein“, erklärt Prof. Dr. Brandenburg. „Um eine Öffnung eines Pflegeheims nach außen in den Nahraum zu realisieren, muss ebenfalls ein interner Kulturwandel in der Einrichtung stattfinden.“ Dieser Wandel beinhalte beispielsweise Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter zusammen mit einer Sensibilisierung für die Öffnung nach außen.

Umgekehrt muss die Öffentlichkeit für die Situation im Heim interessiert werden. Im Forschungsprojekt GALINDA sollen Faktoren identifiziert werden, die einen Kulturwandel der stationären Langzeitpflege (hin zu einer stärkeren De-Institutionalisierung und Öffnung der Einrichtung) bedingen. Außerdem soll untersucht werden, wie und in welcher Form eine Öffnung bei ausgewählten Pflegeheimen bereits stattgefunden hat und welche Barrieren und Erfolgsfaktoren hier eine Rolle spielen.

Darüber hinaus soll erkundet werden, in welcher Art und Weise die Politik die angestoßenen Entwicklungen substanziell unterstützen kann. Methodisch wird ein Mix aus qualitativen und quantitativen Forschungszugängen ausgeführt. Im qualitativen Teil der Studie (verantwortlich Judith Bauer MScN, Bernadette Ohnesorge MScN, Thomas Rittershaus B. A., alle sind wissenschaftliche Mitarbeiter im GALINDA-Projekt) wurden über 70 leitfadenorientierte Interviews gemacht. Befragt wurden die Einrichtungsleitungen, Bereichsleitungen, Mitarbeiter aus verschiedenen Berufsgruppen, Bewohner, Angehörige, Kooperationspartner der Einrichtung und Anwohner im Nahbereich des Pflegeheims. Der standardisierte Teil der Untersuchung (verantwortlich Christian Grebe MScN, wissenschaftlicher Mitarbeiter im GALINDA-Projekt) konzentriert sich auf eine Befragung aller Pflegeheime in Rheinland-Pfalz. Die Untersuchung wird Anfang 2019 beginnen. Bei dem ersten Praxispartnertreffen in Vallendar wurde ein Beteiligungsverfahren der Praxis im Rahmen eines Netzwerks auf den Weg gebracht, ein weiteres Treffen ist geplant. Nachhaltiges Ziel ist eine Beteiligung von Verbänden, Einrichtungsträgern, Aufsichtsbehörden, Kostenträgern sowie Betroffenen, um mittel- und langfristig die Umsetzung der Befunde des Projekts zu unterstützen.

Das Netzwerk der Praxispartner soll unter anderem zur Abstimmung der Messinstrumente im Rahmen der quantitativen Erhebung genutzt werden. Auch das zu erstellende Praxishandbuch wird in diesen Gremien vorgestellt und diskutiert. Außerdem geht es um einen Erfahrungsaustausch bezüglich des Themas „Quartiersöffnung in der stationären Langzeitpflege“ und um gegenseitige Unterstützung im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten. Prof. Dr. Brandenburg freute sich gemeinsam mit dem gesamten GALINDA-Team über die Realisierung dieses ersten Treffens und die Beteiligung der Praxispartner. Er betonte: „Das Thema Quartiersöffnung betrifft die gesamte Gesellschaft. Wir müssen überlegen, was die Gesellschaft eigentlich noch zusammenhält. Quartiere sind hier eine Option.“

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der PTHV im Austausch mit den Praxispartnern.Foto: privat

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