Allgemeine Berichte | 07.02.2015

Gedenkfeier beleuchtet P. Richard Henkes Beziehung zu den Tschechen

„Märtyrer der Nächstenliebe“ starb vor 70 Jahren im KZ Dachau

Gedenkveranstaltungen der Pallottiner am 22. Februar

P. Richard Henkes SAC. Archiv P. Richard Henkes SAC

Vallendar. Am 22. Februar begehen die Pallottiner in Vallendar den 70. Todestag von P. Richard Henkes. Der aus Ruppach-Goldhausen im Westerwald stammende Pallottiner starb im KZ Dachau, weil er sich als Häftling freiwillig zur Pflege Typhuskranker meldete, sich dabei infizierte und nach kurzer Zeit der Erkrankung erlag. Die Gedenkveranstaltungen zu seinem Todestag beginnen um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt in der Pallottikirche bei Haus Wasserburg in Vallendar. Bischof František Lobkowicz von Ostrava-Opava wird dem Gottesdienst vorstehen.

Im Anschluss findet um 11.30 Uhr ein Festakt in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar statt, bei der die Beziehung von Josef Beran, dem späteren Kardinal von Prag, mit P. Richard Henkes im KZ Dachau im Fokus stehen wird. Als Referentin konnte die Wissenschaftlerin und Beran-Kennerin Stanislava Vodièková aus Prag gewonnen werden. Der Vizepostulator des im Jahr 2003 eingeleiteten Seligsprechungsprozesses für P. Richard Henkes, Prof. P. Dr. Manfred Probst, wird Henkes Verhältnis zu den Tschechen näher beleuchten. Moderiert wird die Gedenkfeier von dem bekannten Theologen und Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Klemens Richter aus Münster. Am Nachmittag laden die Pallottiner in Limburg um 16.30 Uhr zu einer Andacht in der Marienkirche und dem anschließenden Gang zum Grab von P. Richard Henkes auf dem Pallottinerfriedhof ein. Es singt der Chor „St. Cäcilia“ aus seinem Heimatort Ruppach-Goldhausen.

Zur Person: Der im Jahre 1900 in Ruppach-Goldhausen/Westerwald geborene Pallottinerpater Richard Henkes strebte schon als Schüler im Studienheim Schönstatt (1912 bis 1919) nach Wahrheit und Freiheit. Im Jahr 1925 wurde er zum Priester geweiht und ab 1926 war er als begeisterter und begeisternder Lehrer tätig. Ab 1931 wirkte er in Katscher, Frankenstein und in Branitz im östlichen Teil des damaligen Deutschen Reiches.

Nach einer Predigt am 7. März 1937 in Ruppach gegen die Nazis wurde er bei der Gestapo angezeigt und man leitete eine Untersuchung gegen ihn ein. Sie endete mit einer Verwarnung. Ebenfalls 1937 wurde er wegen einer Äußerung gegen Adolf Hitler in Katscher/Oberschlesien angezeigt. Der drohenden Verurteilung vor einem Sondergericht in Breslau entging er durch die Amnestie beim Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Am 8. April 1943 wurde er wegen einer Predigt in Branitz/Oberschlesien verhaftet, in Ratibor gefangen gehalten und am 10. Juli 1943 ins KZ Dachau eingeliefert. Dort ließ er sich Ende November/Anfang Dezember 1944 freiwillig in der Zugangsbaracke 17 zur Pflege und Seelsorge Typhuskranker einschließen, steckte sich dabei an und starb am 22. Februar 1945 im KZ Dachau.

Seligsprechungsprozess: Dachauer KZ-Priester und der Richard-Henkes-Kreis haben sich seit 1982 für die Seligsprechung des Pallottiners eingesetzt. Nach der Einigung zwischen der Bistumsleitung und den Pallottinern fand die feierliche Eröffnung des Bischöflichen Erhebungsverfahrens am 25. April 2003 in der Marienkirche der Pallottiner in Limburg statt. Am 23. Januar 2007 konnte der damalige Limburger Bischof Franz Kamphaus mit einem Pontifikalamt in der St. Marienkirche den Abschluss des Bischöflichen Erhebungsverfahrens feiern.

Inzwischen ist die sogenannte „Positio“, das Grundsatzdokument für eine Seligsprechung, in italienischer Sprache bei der Kongregation für die Heiligsprechungen eingereicht.

Sie hat bei den Historikern die erste Prüfungsrunde bestanden. Zurzeit wartet sie auf die Begutachtung durch die zuständige Theologen-Kommission.

Richard Henkes, gezeichnet von P. Andy Givel SAC.

Richard Henkes, gezeichnet von P. Andy Givel SAC.

P. Richard Henkes SAC. Fotos: Archiv P. Richard Henkes SAC

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