Konzertreihe „Marzellinus-Musik“ in der Pfarrkirche Vallendar
Musik, die die Fastenzeit zum Klingen bringt
Vallendar. „Orgelimpulse zur Fastenzeit“ - so lautet der Titel des ersten regulären Konzertabends im Rahmen der Marzellinusmusik-Reihe in diesem Jahr. Zu Gehör gebracht werden Orgelwerke von Sweelinck, Bach, Reger und Karg-Elert, die einen Bogen von der ausgehenden Renaissance über den deutschen Barock bis zur Spätromantik schlagen und die ernstere und nach innen leitende Facetten einmal bewusster zum Klingen bringen. Der Ausführende des Konzertes, das am Sonntag, 1. März, um 18 Uhr in der Vallendarer Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus stattfinden wird, ist der Kantor und Organist der Pfarreiengemeinschaft Vallendar Johann Schmelzer. Der Eintritt zur „Marzellinus-Musik“ ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
Die Werke
Mit Johann Sebastian Bachs (1685 - 1750) Partita über „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ und Sigfrid Karg-Elerts (1877 - 1933) „Hommage to Handel“ bilden zwei größere Variationsstücke den Schwerpunkt des Abends. Bachs Werk ist eine Variationenfolge über eine im evangelischen Bereich bekannte Choralmelodie zur Passionszeit und weist eine sogar für diesen großen Komponisten erstaunliche Fülle verschiedener Metren und Stile auf. Karg-Elerts „Homage to Handel. 54 Studies in Variation Form on a Ground Bass of Handel für Orgel“ (op. 72 II) aus dem Jahre 1914 greift nicht nur ein von Händel stammendes Bassthema auf, sondern zitiert an einer exponierten Stelle sogar das „Halleluja“ aus dessen Oratorium „Messias“. Der Orgelabend wird mit „Ricercar“ des niederländischen Komponisten Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 - 1621) eröffnet und endet mit eher selten gespielten Werken kleineren Formates von Max Reger (1873 - 1916). Das Vorspiel von „Präludium und Fuge in e-moll (Op. 80)“ erinnert in der Tonart und dem wiegenden 6/8 Takt in gewisser Weise an Bachs Eingangschor der Matthäuspassion; die folgende „Fughetta“ verstärkt den passionshaften Charakter durch die abwärts schreitende Chromatik.
Werdegang von Johann Schmelzer
Der Ausführende des Konzertes Johann Schmelzer wurde 1969 in Koblenz geboren. In seiner Heimatgemeinde St. Peter in Neuendorf erhielt er den ersten Orgelunterricht. Weitere Ausbildungsstationen waren die Bischöfliche Kirchenmusikschule in Trier und die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz; während des Studiums besuchte er diverse Interpretationskurse sowie Improvisationswettbewerbe.
Schmelzer war von 1991 bis 1996 Kirchenmusiker an St. Peter in Koblenz; von November 1997 bis April 2010 war er Kantor an St. Johannes in Troisdorf-Sieglar und gleichzeitig als Seelsorgebereichskirchenmusiker zuständig für den Seelsorgebereich C des Dekanates Troisdorf. Seit April 2010 ist er als Kantor in Vallendar tätig.
Die Konzerte dieser Reihe finden jeweils am ersten Sonntag im Monat statt und widmen sich verschiedenen kirchenmusikalischen Themen; außerdem laden sie ein, sich Zeit für Musik und Besinnung zu nehmen.
Sigfrid Karg-Elert.Fotos: privat
Johann Sebastian Bach.
