Lateinwoche an der Schönstätter Marienschule
Römer in unserer Zeit
Vallendar. Die Römer - wer waren diese Menschen, die unser Leben und unsere Kultur über so viele Jahrhunderte hinweg maßgeblich beeinflusst haben? Wie lebten sie hier in unserer Umgebung? Die Lateinklassen der 8c und 8d der Schönstätter Marienschule haben sich zusammen mit ihren Lehrerinnen Monika Claessen und Christina Bayer an zwei Fachexkursionen und einem Projekttag mit eben diesen Menschen beschäftigt.
Erstes Ziel war die Römervilla in Ahrweiler.
Die zum Teil gut erhaltenen Überreste der Villa, die lange Zeit unter einem Erdrutsch begraben lagen, wurden nur zufällig bei Bauarbeiten einer Umgehungsstraße im Jahr 1980 entdeckt und in den Folgejahren freigelegt. Dort bekamen die Schülerinnen eine Führung mit den Schwerpunkten römische Küche, Bad und Heizungssystem.
So lag die Küche niemals im Wohnraum, sondern aufgrund der Brandgefahr draußen und Baden war eines der liebsten Hobbys der Römer, für das sie auch die erste Fußbodenheizung erfanden. Der Fußboden wurde so heiß, dass die Menschen „Holzflipflops“ tragen mussten, damit sie sich die Füße nicht verbrannten. Sehr anschaulich konnte man in der Römervilla eine fast komplett erhaltene Fußbodenheizung entdecken.
Wenig später hatten die Mädchen einen weiteren Lateintag, an dem sie sich in der Sporthalle der SMS mit römischen Spielen beschäftigten. Es gab jeweils acht Stationen, an denen immer ein anderes römisches Spiel gespielt wurde. Die Schülerinnen waren überrascht, welche Vielfalt an Spielen, die teilweise auch heute noch gespielt werden, die Römer bereits kannten, zum Beispiel Hockey oder Bowling. Nach einer kleinen Pause machten sie dann einen Salat nach Römerart - genannt „Cattabia Apiciana. Jede Schülerin hatte etwas mitgebracht und in kleinen Grüppchen wurden Zutaten zusammengesucht und klein geschnitten und eine Soße wurde angerührt.
Das Highlight der Lateinwoche war die Reise nach Köln. Nach einer redseligen Zugfahrt und einem beeindruckenden Besuch des Kölner Doms besuchten die Mädchen das Römisch-Germanische-Museum.
Auf dem Programm stand eine Führung zum Thema „Römischer Götterhimmel“. Ein gläubiger Römer zu sein musste ganz schön anstrengend gewesen sein, denn es gab eine so große Vielfalt an Göttern und Opferriten. Nach einer sonnigen Mittagspause konnten die Schülerinnen bei einer Stadtführung der besonderen Art das „Unterirdische Köln“ kennenlernen.
Zunächst ging es in das Parkhaus am Dom, was viele gewundert hat, denn wer hätte alte Stadtmauern in einem Parkhaus erwartet? Auch ein ziemlich langer Abwasserkanal und den unterirdischen Statthalterpalast, dessen riesige Ausmaße man sich noch gut vorstellen kann, erkundeten die Schülerinnen.
Sie erfuhren, dass Köln in römischer Zeit einen anderen Namen trug und CCAA Colonia Claudia Ara Agrippinensium hieß. Natürlich ist nach so viel Kultur und Staunen auch die moderne Welt bei einer Shopping-Tour nicht zu kurz gekommen.
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