Internationale Wallfahrt zum 100-Jahr-Jubiläum eröffnet
Tausende pilgern nach Schönstatt
Vallendar. Mit einer Willkommensfeier am 16. Oktober hat die internationale Jubiläumswallfahrt der Schönstatt-Bewegung begonnen. Tausende Pilger feierten in der Pilgerarena in Vallendar einen feierlichen Gottesdienst. Zu der noch bis Sonntag dauernden Wallfahrt anlässlich des 100-jährigen Bestehens werden am 18. Oktober, dem Gründungstag der Bewegung, 9.000 bis 10.000 Pilger erwartet. Der Trier Bischof Stephan Ackermann rief am Nachmittag bei der Willkommensfeier dazu auf, die Wallfahrt als einen „erneuten Ruf zur Heiligkeit“ zu verstehen. Es gelte, jeden „Bereich des Lebens neu mit dem Evangelium in Berührung zu bringen“. „Sie sollen alle Tage, alle Lebenssituationen und alle Orte heiligen, in die sie hineingestellt sind“, forderte Ackermann. Der Trierer Bischof warnte davor, den Menschen nur nach seiner Funktion zu bewerten. „Da, wo der Mensch nur von seinen Funktionen her verstanden wird, wird er seiner Heiligkeit und Würde beraubt.“ Besonders Schwache, Hilflose, Arbeitslose, Kranke und Alte gerieten dadurch in Gefahr, als gesellschaftlicher „Abfall“, den man wegwerfen könne, behandelt zu werden. „Einer solchen ,Wegwerf-Mentalität‘ dürfen wir nicht tatenlos zusehen. Denn das Leben des Menschen, jedes Menschen, ist in den Augen Gottes heilig und deshalb unantastbar.“ Das Leben besitze Würde und Heiligkeit in sich selbst, weil es Gabe Gottes sei.
Eine lange Tradition des Pilgerns
Pater Heinrich Walter, Vorsitzender des internationalen Generalpräsidiums der Schönstatt-Bewegung, begrüßte die Pilger aus aller Welt. Seit 2009 habe sich die internationale Schönstatt-Familie auf diesen Tag vorbereitet und die Begegnung mit der Gottesmutter in der Gnadenkapelle, dem sogenannten Urheiligtum, herbeigesehnt. Bereits am Vormittag besuchten tausende Pilger in einer mehrere Stunden dauernden „Prozession der Nationen“ das Urheiligtum mit dem Gnadenbild von Schönstatt. Die größten Pilgergruppen kommen neben Deutschland aus Chile, Brasilien, Argentinien und Paraguay. Die Schönstatt-Bewegung wurde am 18. Oktober 1914 in Vallendar am Rhein vom Pallottiner Josef Kentenich gegründet. Es ist die einzige in Deutschland gegründete Bewegung mit weltweiter Verbreitung. Sie erreicht mit ihren Angeboten Menschen in etwa 100 Ländern. Mit einer zweiteiligen Wallfahrt vom 16. bis 19. Oktober nach Schönstatt und vom 23.bis 26. Oktober nach Rom feiert die Bewegung ihr Jubiläum. Die vier Open-Air-Veranstaltungen werden weltweit live übertragen. Zu den Feierlichkeiten am 18. Oktober werden neben rund 30 Kardinälen und Bischöfen auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Vallendar erwartet.
Bischof Dr. Stephan Ackermann begrüßte die angereisten Pilger
Pilger verschiedener Altersklassen aus allen Nationen kamen, um ihren Glauben zu feiern.
Das Glaubensfest war eine Freude für alle.
