Viele Vereinigungen nahmen Abschied von der Urbarer Pfarrkirche
„Time to say goodbye“
Urbar. In bewegenden Feiern haben viele Urbarer, Vallendarer und Niederwerther Abschied von der Pfarrkirche in Urbar genommen. Am Samstagabend galt es, musikalisch den Raum der Kirche noch einmal zum Klingen zu bringen und auf diese Weise zum Ausdruck zu bringen, was als Motto über diesem Abend stand: Time to say goodbye. An diesem musikalischen Abend haben mitgewirkt: Singgemeinschaft Urbar, Familien Harmonists Urbar, Kirchenchor Vallendar, Kirchenchor Niederwerth, Marzellinusspatzen Vallendar, Jugendchor Vallendar, Gesangverein Freundeskreis Vallendar, Die Komischen Harmoniker, Orchester der Generationen Urbar, Johann Schmelzer, Orgel. In eindrücklicher Weise hat Timo Krämer den Abend moderiert und durch die Höhepunkte des Programms geführt. P. Rüdiger Kiefer SAC, als amtierender Pfarrer, hatte in seiner Begrüßung darauf hingewiesen: „Diese Stunde ist zwar von Abschied geprägt, aber es soll kein Abschied ins Nirgendwo sein, sondern uns auf den Weg bringen zu Neuem.“ Der Abend endete in dem gemeinsamen Lied: Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt…und dem aaronitischen Segen. Darauf machte P. Kiefer in seiner Ansprache aufmerksam, die gipfelte in den Worten: „Aus dem gesicherten Hafen brechen wir auf, setzen uns der rauen See aus und haben die Hoffnung, dass wir am Ziel ankommen. Und da wir nicht aus eigener Kraft unseren Weg wagen, fügen wir dem mutigen Wagnis der offenen See den Segenswunsch Gottes hinzu, der auch uns zuruft, wie dem Petrus damals auf dem stürmischen Wasser: Warum habt ihr solche Angst, habt ihr noch keinen Glauben?“ Das Orchester der Generationen und die Chöre verstanden es auf ihre Weise nicht nur den Raum zum Klingen zu bringen, sondern durch ihre Darbietungen die Verbindung von Leben und Glauben, von Hoffnung und Zuversicht, von Aufbruch und Neuanfang deutlich zu machen. Neben denen, die mit fleißiger Hand die Kirche geschmückt und für den Abend stimmungsvoll hergerichtet hatten, haben die Jugendlichen für das leibliche Wohl aller Besucher und Teilnehmer des Abends gesorgt, indem sie, im Anschluss an das Konzert, Getränke gereicht und belegte Brötchen angeboten haben. Bei aller Trauer war es ein würdiger Abschied von einem Raum, der vielen Menschen Halt, Hilfe und Heimat geworden war in all den Jahren. Der Profanierungsgottesdienst am Sonntagmorgen wurde geleitet von Dechant Thomas Hüsch. Zum begleitenden Gottesdienst waren die Kinder in den Pfarrsaal eingeladen. In der Zeremonie der Handwaschung für alle Gottesdienstteilnehmer wurde einerseits an die Taufe erinnert, andererseits aber deutlich gemacht, dass man nur etwas Neues anpacken kann, wenn man vorher das Alte abgewaschen hat. In seiner Ansprache machte Dechant Hüsch noch einmal deutlich, dass Neues nur entstehen kann, wenn man den Mut hat, Altes zu verändern. Bei der Gabenbereitung brachten die Messdiener Symbole (Kerze/Herz/Seil/Salz/Öl) herbei, die für das sprechen sollten, was bleibt und unser Christsein befruchtet (Hoffnung/Liebe/Glaube/Ausstrahlung/Sehnsucht nach Heil). Nach dem Verlesen des bischöflichen Dekretes zur Profanierung durch Dechant Hüsch, wurde ähnlich der Bundeslade des Volkes Israel, eine Truhe/Bundeslade gepackt mit allen relevanten Gegenständen für einen gemeinsamen Weg, in der Überzeugung: Gott geht mit. In die „Bundeslade“ wurden gelegt: Das Lektionar, Die Osterkerze, Die Symbole vom Altar (Die Kiste, die die Kinder gepackt hatten), Die Altarreliquien, Das Allerheiligste, Das bischöfliche Dekret. Daraufhin wurde die „Bundeslade“ geschlossen und von vier Männern, begleitet von den Messdienern und den Zelebranten, noch einmal durch die Kirche getragen, bevor sie in der Werktagskapelle ihren vorläufigen Platz gefunden hat. Beim anschließenden Kirchkaffee im profanierten Kirchenraum haben viele noch einmal die Atmosphäre des Raumes aufgenommen und Begegnung gesucht, bevor sie den Heimweg angetreten haben.
