Stadtrat stimmt einem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zu
Vallendar wird „pestizidfreie Kommune“
Vallendar. Ab sofort werden auf öffentlichen Flächen in der Stadt Vallendar keine chemisch-synthetischen Mittel mehr zur Bekämpfung von unerwünschten Beikräutern oder Schädlingen eingesetzt. Das hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung beschlossen. Die Ratsmitglieder stimmten damit fast einstimmig bei einer Enthaltung für den entsprechenden Antrag von Bündnis 90/Die Grünen. Allerdings stimmte der Stadtrat auch dafür, dass es in besonderen Situationen noch erlaubt sein soll, Pflanzenschutzmittel anzuwenden. Etwa zur Bekämpfung des gesundheitsgefährlichen Eichenprozessionsspinners oder wenn ganze Pflanzenbestände bedroht sind. Hier sollen die Mitarbeiter des Bauhofs aber möglichst auf biologisch wirkende Mittel zurückgreifen. Bei der Pflege sämtlicher Grünflächen werden die Mitarbeiter Beikräuter nur mechanisch bekämpfen, auf öffentlichen Wegen sollen ebenfalls nur mechanische oder thermische Verfahren zum Einsatz kommen. Allerdings haben die Fachabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung und der städtische Bauhof schon vor einigen Jahren entschieden, keine chemischen Mittel beim Pflanzenschutz mehr einzusetzen. Der jetzige Stadtratsbeschluss schreibt nunmehr fest, dass dieses Vorgehen in Zukunft beibehalten wird und etwas weiter geht. So dürfen zukünftig auch auf von der Stadt gepachteten Grundstücken keine chemischen Mittel zum Pflanzenschutz oder zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Mit dem Beschluss „pestizidfreie Kommune“ zu werden, folgt Vallendar dem Beispiel von bereits rund 500 deutschen Städten und Gemeinden. In Rheinland-Pfalz sind zum Beispiel Koblenz und Mayen sowie Ingelheim und Bad Kreuznach bei der Aktion des BUND dabei. Die Verwaltung soll Vallendar nun beim BUND als pestizidfreie Kommune melden, damit die Stadt in das Aktionsbündnis aufgenommen werden kann. Das hat nach Ansicht der Vorsitzenden der grünen Stadtratsfraktion, Carmen Bohlender, auch den Vorteil, dass die Stadt mit dem Label „pestizidfreie Kommune“ werben kann. „Denn gerade Eltern von kleinen Kindern oder Hundebesitzer können in Zukunft sicher sein, dass sich ihre Lieben beim Spielen oder Schnüffeln nicht mit Pflanzenschutzmitteln gefährden können“, so Carmen Bohlender. Neben dem Beschluss zur „pestizidfreien Kommune“ behandelte der Stadtrat noch vier weitere Anträge der Grünen. So möchte die Fraktion der Grünen erreichen, dass sämtliche Straßenlaternen in der Stadt mit sparsamen und umweltfreundlichen LED-Leuchtmitteln ausgerüstet werden. Außerdem soll der Bauhof überprüfen, ob an sämtlichen Bushaltestellen Abfalleimer vorhanden sind. Die Grünen möchten außerdem erreichen, dass künftig noch mehr öffentliche Flächen mit bienen- und insektenfreundlichen Stauden bepflanzt und weitere Wildblumenwiesen angelegt werden. Auch sollten nach Meinung der Grünen die Richtlinien des städtischen Blumenschmuckwettbewerbs überarbeitet werden. So könnte etwa das Kriterium „bienen- und insektenfreundlicher Garten oder Balkon“ neu eingeführt werden. Damit sollen Bürger motiviert werden, keine biologisch toten Schottervorgärten mehr anzulegen, die sich im Sommer extrem aufheizen und das Ortsbild negativ beeinflussen. Gartenbesitzer sollen lieber bunten, lebendigen und insektenfreundlichen Gärten den Vorzug zu geben, die auch das städtische Kleinklima positiv beeinflussen. Die entsprechenden Anträge der Grünen Stadtratsfraktion sollen nun in den zuständigen Ratsausschüssen beraten werden.
Pressemitteilung von
Bündnis 90/Die Grünen
