Musikalische Europareise mit dem „Trio Rosso“
Von einer Fahrt auf der Themse bis zum Besuch in der Halle des Bergkönigs
Urbar.Ganz gespannt saßen Kinder, Eltern und Großeltern im großen Bühnenraum der Stommel-Stiftung. Eine musikalische Reise durch Europa sollte gleich starten. Gudrun Daubländer und Thomas Messingschlager von der Stiftung begrüßten die erwartungsvollen Konzertgäste. Schon bevor die Reise losging, konnte man schmunzeln über den Namen und den passenden Artikel des Instrumentes: Gleich werde man den Fagott oder etwa die Fagöttin hören? „Lasst euch überraschen“, schlugen die Begrüßenden vor und baten das „Trio Rosso“ auf die Bühne. Nikolaus Maler, Ivan Giorassimo und Jörg Volberg sind Berufsmusiker bei der Rheinischen Philharmonie und stellten klar: Ja, wir alle drei spielen das Fagott. Schön klingt dieses Doppelrohrblasinstrument, und wenn drei Meister das spielen, ganz fantastisch.
Und weil es auf Europareise ging, begann man mit Beethovens „Ode an die Freude“, der Europahymne. Noch ein kurzer Blick auf die Europakarte, dann konnte es losgehen, von Deutschland aus zunächst nach Russland, dann nach Italien, nach Frankreich, England und Nordeuropa. Doch bevor es hieß: „Einsteigen, Türen schließen und ab geht der Zug“, brauchte man auf der Bühne natürlich Fahrgäste. Die waren schnell gefunden und eine Schaffnerin dazu. Die Fahrgäste nahmen sich aus einem Reisekoffer Rhythmusinstrumente und die Schafferin einen Taktstock. Sie gab somit das Fahrttempo an. Das wurde mit der bekannten Melodie von der schwäbischen Eisenbahn dargestellt. Exakt so, wie die Fahrdienstleiterin den Takt angab, so spielte „Trio Rosso“ - mal schneller, mal langsamer, und da man eine komplette Europareise unternahm, kamen Kinder und Konzertgäste des Öfteren in diesen musikalischen spaßigen Genuss.
Die drei Musiker verstanden es ausgesprochen gut, die Kinder zu begeistern und zu fesseln. Spielerisch wurde zunächst erklärt und gezeigt, welche Tonfolge zum Beispiel zu den Personen bei Sergej Prokowjevs „Peter und der Wolf“ gehört und dann traten sie in den Melodien auf wundersame Weise auf die Bühne, der Wolf, die Jäger, Peter und seine Freunde. Den Kindern wurde erlebbar gemacht, was eine Oper ist und die Ouvertüre von Rossinis „La Cenerentola“, dem italienischen Aschenputtel, von nur drei Meistern auf dem Fagott gespielt – ein echter Musikgenuss.
Man besuchte Pippi Langstrumpf, kam in der Halle des Bergkönigs an mit Musik von Peer Gynt, machte einen Ausflug über die Themse mit Händels Wassermusik, begegnete Hänsel und Gretel, hörte aufmerksam dem Puppenmarsch von Carl Nielsen zu und beobachtete die etwas versteckte Bühnenpuppe, die als ein wenig schüchtern angekündigt wurde, und schaute gespannt, ob sie denn doch zu tanzen beginnt. Musikpädagogisch sehr geschickt gemacht – Hut ab, „Trio Rosso“. Viel Applaus gab es für einen sehr vergnüglichen musikalischen Nachmittag der Extraklasse. Die Besucher dankten den Leuten der Stommel-Stiftung für dieses kindgerechte Musikerlebnis.
