Weihnachtsgottesdienst in Urbar
Werde Mensch - Weihnachten im Stall
Urbar. Weihnachten ist für viele das Fest der Traditionen. Doch was tun, wenn wir Weihnachten nicht mehr in unserer Kirche feiern können? Diese Frage wurde in den verschiedenen Gremien der Pfarrei immer wieder gestellt. Doch irgendwann gab es eine Lösung: Wir machen es einfach wie Maria und Josef und feiern im Stall. Gesagt, getan. Familie Nebenführ, die ihren Bauernhof seit vielen Jahren im Mallendarer Bachtal hat, stellte ihre Scheune direkt zur Verfügung, doch an besinnliche Weihnachten war bei der ersten Besichtigung noch nicht zu denken. Die Aufgabe war also in der wenigen Zeit bis Weihnachten aus dem einfachen Stall, der seit Jahren als Materiallager genutzt wird, einen gemütlichen Ort für Heilig Abend zu machen. Aber auch dieses Vorhaben war dank der vielen freiwilligen Helfer und dem unermüdlichen Engagement von Familie Nebenführ kein Problem. So trafen sich am Samstag vor Weihachten rund 20 Helferinnen und Helfer im Stall, um die gelagerten Geräte auszulagern, Strohballen aufzustapeln, die Krippe aufzubauen, Lichterketten aufzuhängen und alles Nötige vorzubereiten. Schnell war der Stall in einen gemütlichen Ort verwandelt. Schon Wochen vorher bereitete ein Team bestehend aus Marion Strub, Georg Beule, Heike und Timo Krämer sowie unserer Gemeindereferentin Doris Faig den Gottesdienst inhaltlich vor. Der Blick sollte noch einmal ganz besonders auf den Unfrieden in der Welt, aber auch auf die persönliche Situation der Urbarer Pfarrei gelenkt werden, denn man kann aus der Weihnachtsgeschichte lernen, wie die Menschwerdung Jesu die Menschen noch heute beeinflussen kann. „Werde Mensch“ sollte das Motto des Gottesdienstes werden. An Heilig Abend fanden sich etwa 150 bis 200 Menschen vor dem Stall ein, wo der Gottesdienst begann. Nach kurzen Impulsen zogen alle in den Stall ein, wo einige Kinder ein klassisches Krippenspiel aufführten und Doris Faig das Evangelium sang. Auch die traditionellen Weihnachtslieder, begleitet durch eine vierköpfige Musikgruppe gleitet durch Anne Bömer, durften nicht fehlen.
Das Gefühl von der Kälte draußen und der Wärme in den Herzen ließ sich im Stall besonders gut spüren.
Nach dem Gottesdienst blieben viele noch da, um einen Glühwein oder einen Punsch zu trinken. Dieser Abend hat einmal mehr gezeigt, dass die Urbarer auch in schweren, ungewissen Zeiten zusammenhalten und dass man keine Kirche braucht, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern.
