Allgemeine Berichte | 14.09.2016

Jugendfeuerwehr Wachtberg

24-Stunden-Übung in der Wahner Heide

24-Stunden-Übung in der Wahner Heide

Wachtberg. Am letzten August-Wochenende waren 41 Mädchen und Jungen mit 17 Betreuern auf dem alten Truppenübungsplatz in der Wahner Heide zur diesjährigen 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Wachtberg. Gemeindejugendfeuerwehrwart Norbert Hopp dachte sich, was den Aktiven im letzten Jahr viel Spaß gemacht hat, müsste auch für die Jugendlichen ein besonderes Erlebnis sein. Durch die guten Kontakte zur Reservistenkameradschaft Bad Godesberg - Wachtberg waren zusammen mit Rainer Kirchner schnell Pläne geschmiedet und die Übung auf die Beine gestellt. Am Samstagmorgen gegen 8 Uhr ging es auf dem Parkplatz der Kirche in Villip los. Mit der Unterstützung der Feuerwehr Meckenheim setze sich der Troß aus Löschfahrzeugen, Gerätewagen und Mannschaftswagen in Bewegung, um Mensch und Material in die Wahner Heide zu transportieren. Im Camp angekommen erfolgte zunächst eine Sicherheitseinweisung von Oberfeldwebel der Reserve Alexander Bayer, dem Vorsitzenden der Reservistenkameradschaft Bad Godesberg/Wachtberg und Vorsitzenden des Kreises Bonn/Rhein-Sieg. Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz gilt es besonders vorsichtig zu sein. Nun wurden die Jungs und Mädchen in vier Gruppen aufgeteilt und auf einzelne Bunker verteilt, in denen übernachtet wurde. Währenddessen machten die Erwachsenen Küche, Grill und sonstige Versorgungseinrichtungen einsatzbereit. Die vorausgesagte Hitze von bis zu 35 Grad musste ebenfalls bedacht werden. Zeitpläne und Übungen wurden daher an die Wetterverhältnisse angepasst. Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnten die Übungen beginnen.

Die vielseitigen Übungen

Insgesamt galt es Aufgaben zu absolvieren, die nahezu das gesamte Einsatzspektrum einer Feuerwehr abbildeten. Von Personenrettung aus der Höhe, Suche einer verschütteten Person bis hin zur Vornahme verschiedener Löschmittel bei einem Flüssigkeitsbrand. In drei Übungssätzen mussten alle Gruppen alle Übungen absolvieren. Auf dem Gelände gab es zum Beispiel alte Bunker, aus denen eine Person gerettet werden musste. Besonders spektakulär war die Demonstration eines „tanzenden B-Rohrs“. Welche Kraft ein solches B-Rohr entwickeln kann, wenn es unter voller Wasserförderung über den Asphalt fliegt, erzeugte bei allen Beteiligten die Gewissheit, dass man so ein B-Rohr nicht einfangen möchte. Zwischen den Übungen war stets für Essen, viel Wasser und jede Menge Sonnencreme gesorgt. Ein 5.000 Liter Wasserbehälter wurde kurzerhand zu einem Swimmingpool umfunktioniert und eine Wasserschlacht mit Wasserpistolen sorgte für zusätzlichen Spaß und eine willkommene Abkühlung in der Wahner Heide. Am Nachmittag schaute der Kreisjugendfeuerwehrwart André Dekleermaeker zusammen mit dem stellvertretenden Stadtjugendfeuerwehrwart der Feuerwehr Troisdorf Markus Mattern vorbei und machten sich einen Eindruck von dem Geschehen. „Hier besteht eine gute Möglichkeit, mal so richtig zu experimentieren ohne jemanden zu stören“, erläuterte Norbert Hopp dem KJFW. Dekleermaeker zeigte sich beeindruckt von der Umgebung und Möglichkeiten, die das Camp zum Üben bietet. Gegen 17:30 Uhr startete die letzte Übung des Tages: Alle Jugendlichen waren gefordert, eine Wasserförderung über eine lange Wegestrecke aufzubauen und zu betreiben. Als Wasserentnahmestelle diente ein See auf dem Gelände und über ein TLF 3000 wurde das Wasser aufgenommen und weitergeleitet. An einer zweiten Stelle wurde ein Wasserbecken mit einer Chiemsee-Pumpe mit Wasser aus dem See gefüllt und dort wieder abgesaugt und zur Wasserentnahme über mehrere C- und B-Rohre weitergepumpt. Unter Einsatz von Rauchwerfern wurde zusätzlich ein Waldbrand simuliert, den es zu löschen galt. Besondere Herausforderung war es, das Wasserbecken so zu befüllen, dass die Wasserversorgung nicht unterbrochen wurde. Am Ende waren drei Pumpen notwendig, die das Wasser aus dem See pumpten, um die Wasserabnahme von max. 1.200 Liter / Minute zu gewährleisten. Erschöpft aber zufrieden ging es nach dieser Übung zurück ins Camp. Nach einem gemütlichen Grillabend folgte gegen 21:30 Uhr eine Nachtwanderung. Ziel war ein Gebiet in der Nähe des Flughafens Köln/Bonn. Vor der imposanten Kulisse der Start- und Landebahnen mit überfliegenden Flugzeugen wurden die Jugendlichen von den Betreuern mit Blaulicht und Fackeln erwartet. Norbert Hopp überreichte zusammen mit den Betreuern den Florianjüngern die Jugendflamme der Deutschen Jugendfeuerwehr Stufe 1, die während der Übungen am Tag absolviert wurde. Kurz vor 23 Uhr waren alle wieder zurück im Camp und ließen den Tag am Lagerfeuer ausklingen. Nach einem gemeinsamen Frühstück am Sonntagmorgen machten sich die Mädchen und Jungen zurück auf den Heimweg. Gegen 12 Uhr waren alle wieder heil und unverletzt zurück in Wachtberg. „Es war anstrengend, hat aber jede Menge Spaß gemacht“, war die einhellige Meinung aller Beteiligten. „Insgesamt waren die Jugendlichen äußerst diszipliniert“, resümierte Rainer Kirchner. „Mein besonderer Dank gehört den Betreuern und den Jugendlichen und allen, die diese Übung möglich gemacht haben“, ergänzte Hopp.

24-Stunden-Übung in der Wahner Heide

Foto: Michael Ruck

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