Allgemeine Berichte | 12.08.2014

Nach Unwetter sind überwiegend Geröllabgänge zu beseitigen

Aufräumarbeiten sind in vollem Gange

Der jüngste Starkregen hat vielfach Geröllmassen auf die Straßen geschwemmt – wie hier in Pech auf der Seibachstraße.Gemeinde Wachtberg/rb

Wachtberg. Nach den Unwettern der letzten Wochen dauern die Aufräumarbeiten an. Wie bereits berichtet, war nach dem erneuten Starkregenereignis weniger die Situation an den Bachläufen und am Kanalsystem problematisch, sondern vielmehr die zum Teil unerwartet heftigen Geröllabgänge an zahlreichen Stellen im Gemeindegebiet.

Geröllmassen auf den Straßen

Besonders betroffen waren in Niederbachem der „Landgrabenweg“, in Holzem der „Heidegartenweg“, in Villiprott die Straße „Im Ellig“ und in Pech die „Seibachstraße“. Hier trugen die Regenmassen erhebliche Geröll- und Schlammlawinen aus den höher gelegenen Arealen auf die Straße. Nachdem bei der direkten Schadensbeseitigung, unmittelbar während und nach dem Unwetter, sowohl die Freiwillige Feuerwehr Wachtberg als auch Gemeindemitarbeiter im Einsatz waren, ist nunmehr noch das gesamte Team des Wachtberger Bauhofs damit beschäftigt, Geröll und Schlamm von den Straßen und Wegen zu entfernen. Gärtner- und Straßenbaukolonne arbeiten Hand in Hand. Vorrangig werden dabei die Schadensstellen auf den Hauptverkehrsstraßen in den einzelnen Ortschaften behoben, um die Verkehrssicherheit wieder zu gewährleisten. Danach erfolgt die Beseitigung von ausgespültem Schotter und Schlamm auf den restlichen, verkehrsmäßig weniger befahrenen Strecken. „Die Arbeiten werden sicherlich noch bis Ende nächster Woche andauern“, so Rolf Bertram vom Fachbereich V – Infrastruktur, zuständig für die Unterhaltung der Gemeindestraßen. Parallel werden die Straßenläufe (Gullys) gereinigt und von Geröll befreit, soweit dies nicht bereits in der Unwetternacht erfolgt ist. Akute Brennpunkte, das heißt massiv mit angeschwemmten Steinen zugesetzte Gullys, waren während des Unwetters umgehend freigelegt worden, um Wasserstau und ein Überlaufen zu vermeiden. Im Rahmen des vierteljährlich stattfindenden Reinigungsturnus werden in Kürze zudem nochmals alle Straßeneinläufe überprüft.

Wasser im Keller – eine Rückstausicherung hilft

Auch wenn bei starkem Regen viele mit großer Besorgnis auf die Bäche schauen, haben die Bachläufe dieses Mal den Starkregen gut verkraftet. Die geschaffenen Retentionsräume und Aufweitungsflächen haben sich mit Regen gefüllt, sind aber nicht übergelaufen. Auch die Situation an den Brücken und Durchlässen war nicht mehr so dramatisch wie bei den Starkregenereignissen 2010 und 2013. „Wir haben merklich weniger Behinderungen durch Schwemmgut verzeichnet als früher“, konstatiert Sebastian Wortha, Mitarbeiter der Gemeindewerke Wachtberg AöR, zuständig für die Gewässersituation. Alle Durchläufe an möglichen neuralgischen Punkten waren und sind frei. Die Anwohner zeigen, stellte AöR-Vorstand Volker Strehl jetzt fest, zunehmend mehr Eigenverantwortung. Trotzdem fehle in noch vielen Häusern eine Rückstausicherung, die je nach Lage elementar wichtig sei.

Info: Rückstausicherung

Gerade bei heftigen, punktuell niedergehenden Niederschlägen tritt häufig das Problem der Kellerüberflutung durch Rückstau aus dem Kanalnetz auf, und dies nicht zuletzt auch in Bereichen, wo bisher keine Schadensereignisse vorgefallen sind. Die Aufnahmekapazität der öffentlichen Kanäle ist bei solch außergewöhnlichen Starkregen schnell erschöpft, der Wasserspiegel in den Kanalschächten steigt dann bis zur Straßenoberkante und drückt im Bereich von Grundstücksanschlüssen in die Kellerräume hinein. Dieser Rückstau in Abwasserkanälen ist planmäßig vorgesehen. Öffentliche Kanalnetze können aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht darauf ausgelegt werden, jeden Extremregen sofort abzuleiten. Da sich das Abwasser in einem miteinander verbundenen Rohrsystem befindet, stellt es sich, nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren, auf ein gleiches Niveau ein. Bei Überlastung des Kanalsystems füllen sich somit alle Entwässerungsleitungen bis auf den höchsten Punkt, dem Straßenniveau, an. Dies ist die sogenannte Rückstauebene. Allen Räumen mit ungesicherten Ablaufteilen, die unterhalb dieser Rückstauebene liegen, droht dann die Überflutung. Hier beugt eine Rückstausicherung vor. Nähere Informationen erteilen die Mitarbeiter der Gemeindewerke Wachtberg, AöR unter Tel. (02 28) 95 44-160 und 95 44-157, auf der Internetseite der Gemeinde Wachtberg www.wachtberg.de (Rubrik: Rat und Verwaltung / hier: Gemeindewerke AöR) steht zudem ein „Rückstauhandbuch“ mit nützlichen Infos und Tipps zum Download bereit.Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Der jüngste Starkregen hat vielfach Geröllmassen auf die Straßen geschwemmt – wie hier in Pech auf der Seibachstraße.Foto: Gemeinde Wachtberg/rb

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