Allgemeine Berichte | 08.10.2013

Ein Tausendsassa im Natur nahen Schaugarten

Die Eberesche

Vielseitig nutzbar: Beeren der Eberesche.  Agenda Arbeitskreis

Wachtberg. Struppig wild, von Brauntönen dominiert - auf den ersten Blick scheint der Natur nahe Schaugarten in Berkum Ende September dem ordnungsliebenden Gartenfreund wenig ansprechend.

Bei genauerer Betrachtung erst offenbaren sich seine Schätze: Bizarr die meterhohen Samenstände der wilden Pastinaken. Kleinen Lampions ähnelnd die hängenden Früchte des Klappernussstrauches (Staphylea pinnata). Ihre hellbraunen, perlengleichen Kerne fädelte man einst zu Rosenkränzen auf, das nahrhafte Innere wurde gerne verspeist. Ein prächtiger Ebereschenstrauch (Sorbus aucuparia) fällt mit seinen leuchtend orange-roten Fruchtständen auf. Das u.a. Eibisch oder Vogelbeere genannte Gehölz zeigt sich überraschend vielseitig: Vögeln sind seine farbigen Beeren Leckerbissen und wichtiges Winterfutter, denn sie bleiben während der kalten, insektenlosen Jahreszeit am Strauch. Früher lockten Vogelfänger ihre gefiederte Beute mit den beliebten Beeren oder hängten ihre tückischen Fallen gleich in die Eberesche.

Auch zahlreichen Insekten und Säugetieren bietet die Vogelbeere mit ihren Blüten, Trieben und Früchten ganzjährig wertvolle Nahrung. Das anspruchslose, Frost und Wind gut trotzende Gehölz liebt lichte Standorte und bringt dem Garten neben seiner dekorativen Erscheinung mehrfachen Nutzen: Mit seinen tief reichenden Wurzeln stabilisiert es das Bodengefüge. Sein Laub setzt beim Verrotten viel Magnesium frei und fördert so die Humusbildung. Feinschmecker verarbeiten die Vitamin C- und gerbsäurereichen Früchte zu schmackhaften Marmeladen und Gelees. Die Pflanzenheilkunde nutzt die therapeutische Wirkung von Blättern (Tee) und Beeren.

Vielseitig nutzbar: Beeren der Eberesche. Foto: Agenda Arbeitskreis

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