Gemeinsamer Appell des ADFC in Wachtberg und Bad Godesberg
Fahrraddiebstahl am Bahnhof Bonn-Mehlem stoppen - sichere Abstellplätze für Pendler
aus Wachtberg
Bonn/Wachtberg. Angesichts der anhaltenden Verkehrseinschränkungen im Raum Bonn – von der Sperrung der Nordbrücke über die Teilsperrung des Godesberger Tunnels bis hin zu Ausfällen bei der Stadtbahn – gewinnt der Regionalverkehr der Bahn weiter an Bedeutung, trotz der häufigen Ausfälle und Störungen. Und auch aktuelle Medienberichte und Auswertungen von Mobilitätsdaten (wie vom WDR und MDR) zeigen, dass hohe Benzin- und Dieselpreise zu einem Umstieg vom Auto auf den Regionalverkehr der Bahn geführt haben.
Für viele Pendlerinnen und Pendler aus Wachtberg, Bad Godesberg und dem angrenzenden Rheinland-Pfalz ist der Bahnhof Bonn-Mehlem eine zentrale Schnittstelle für die Fahrt in die Bonner Innenstadt oder Richtung Köln und Koblenz. Doch ausgerechnet an diesem wichtigen ÖPNV-Knotenpunkt bremst eine Diebstahlwelle die Mobilitätswende aus.
Die ADFC-Ortsgruppen Wachtberg und Bad Godesberg schlagen Alarm: Zahlreiche Radfahrende berichten über wiederholte Fahrraddiebstähle und Vandalismus an der dortigen Fahrradabstellanlage. „Wir kennen viele Menschen aus unserem Umfeld, die ihr Fahrrad am Mehlemer Bahnhof abgestellt haben und dann einen Diebstahl zu beklagen hatten“, betont der Wachtberger ADFC-Sprecher Andreas Stümer. Die Folge: Das Vertrauen der Radpendler in die Sicherheit ihrer abgestellten Räder schwindet, manche steigen dann doch wieder auf das Auto um.
Dabei ist die von der Stadt Bonn verwaltete Abstellanlage am Mehlemer Bahnhof von den Rahmenbedingungen her ideal: Sie ist überdacht, bietet gute Abschlussmöglichkeiten, liegt direkt am Bahnhof und ist ausreichend dimensioniert. Zudem ist der Bahnhof Mehlem ein wichtiger Knotenpunkt im vom ADFC und der Stadt Bonn propagierten Véloroutennetz ins Bonner Umland. Trotz dieser guten Voraussetzungen bleibt die Anlage aber erkennbar unterbelegt; stattdessen prägen verwaiste „Fahrradleichen“ das Bild. Ein klares Indiz dafür, dass immer mehr Pendler aus Angst vor Dieben zögern, ihr Rad dort abzustellen.
„Eine gelungene Mobilitätswende funktioniert nur, wenn die Kombination aus Fahrrad und ÖPNV attraktiv, komfortabel und vor allem sicher ist“, sagt die Vorsitzende des ADFC in Bad Godesberg, Elke Burbach. „Wer Bürgerinnen und Bürger zum Umstieg ermutigen will, muss auch für den Schutz ihres Eigentums sorgen.“
Der ADFC fordert daher von der Bonner Lokalpolitik und der Stadtverwaltung schnelles Handeln. Ein Vertrösten auf eine ausstehende Generalsanierung des Bahnhofs in ferner Zukunft ist in der aktuellen Verkehrslage inakzeptabel.
Als sofort umsetzbare Maßnahmen schlägt der ADFC vor:
• Schnelle Installation einer sichtbaren Videoüberwachung, um die Hemmschwelle für Diebe drastisch zu erhöhen.
• Bessere Einsehbarkeit des Abstellbereichs durch Rückschnitt von Bewuchs oder Optimierung der Beleuchtung.
• Regelmäßige Kontrollgänge des Ordnungsamtes.
• Einrichtung verschließbarer Fahrradboxen für maximalen Schutz.
In einem nächsten Schritt nach den Sommerferien wird der ADFC aktiv an die Bezirksvertretung Bad Godesberg herantreten, um gemeinsam mit der Politik Lösungen für eine sichere Fahrradabstellanlage am Bahnhof Mehlem zu finden.
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Großzügige Abstellanlage – leider nur für „Schrotträder“ Foto: ADFC