Allgemeine Berichte | 07.01.2016

Der Monat im Garten

Gänseblümchen im Januar

Man muss das schon für die Chronik festhalten: Gänseblümchen und Löwenzahn auf dem Rasen, wer hat das je erlebt? Sogar einen Rasenmäher hat man schon vor Neujahr in der Nachbarschaft gehört. Es gibt schon japanische Zierkirschen in Blüte, und im Stadtgarten in Godesberg sogar echte Früh-Narzissen. Nicht ganz so sensationell ist, dass die Zaubernuss und der Winterginster jetzt schön in der Blüte stehen. Umgekehrt sind noch einige Rosen und Geranien offen, und wunderbar langlebig auch die Christrose. Dagegen hat das starke Wachstum einige Stiefmütterchen schon zerzaust. Da wundert es nicht, dass Krokusse und Narzissen schon ihre Spitzen herausstrecken, die man vielleicht noch mal mit Komposterde zuschütten sollte. Aber wo bleibt eigentlich das Schneeglöckchen? Braucht es vielleicht erst Bodenfrost zum Treiben? Ist das alles nun eigentlich bedenklich? Ob El Nino oder Klimawandel, man darf das nicht verharmlosen, es wird in vielen Teilen der Erde gewiss eine Katastrophe. Aber in unseren Breiten ist es gärtnerisch in dieser Jahreszeit mehr von Vorteil als von Nachteil. Denn die traditionelle Winterpause ist ja mit über vier Monaten wirklich lang genug, und das meiste liegt auch so noch im tiefen Winterschlaf. Ernster wären da schon lange Trockenperioden im Sommer. Nun wird gewiss noch genug Frost kommen, und wenn dann Rosen, Hortensien usw. schon weit ausgetrieben sind, sollte man Jutesäcke bereit halten. Mit ihrem Rückschnitt warten wir wie immer bis zur Forsythienblüte. Die Wühlmäuse im Rasen haben überhaupt nicht aufgehört, ihn zu unterhöhlen, und ein kräftiger Frost sollte sie schon noch in den Winterschlaf treiben.

Nun zu Plänen für das nächste Gartenjahr: „Niemand geht zweimal in denselben Garten“, sagte Altmeister Karl Förster. Wer noch etwas Platz hat, sollte es mit Zucchini versuchen, heute eine sichere und dankbare Kultur. Wir hören auch Gutes von neuen Brombeersorten. Bei uns sollten die Löwenmäulchen einmal im Beet durch den Winter gebracht werden. Bei allen Gemüsesorten muss man das Beet jährlich wechseln, also sozusagen alles „eins rauf“ wozu man eine Gartenskizze braucht. Die kann man also jetzt schön entwerfen. Und dann nicht den Weihnachtsbaum dem Sondermüll mitgeben, sowohl Stamm als auch Zweige sind noch gut zu brauchen.

Ulrich Junker

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