Politik | 12.11.2015

Lebhafte Diskussion mit Gárbor Tordai-Lejkó

Generalkonsul erläutert ungarische Politik

Bonn-Beuel. Mit dem neuen Generalkonsul der Republik Ungarn für den Freistaat Bayern, Gárbor Tordai-Lejkó hatte die Deutsch-Ungarische Gesellschaft (DUG) mit Sitz in Bonn und Berlin erneut einen hochkarätigen Referenten gewinnen können. Auf der jüngsten Veranstaltung am vergangenen Freitag erläuterte der Generalkonsul die Politik Ungarns und widmete einen großen Teil seines Vortrages der aktuellen Flüchtlingsproblematik. Zuvor hatte der Präsident der Gesellschaft, Dr. Dr. h.c. Peter Spary darauf hingewiesen, dass Ungarn mit der Neubestellung der Generalkonsulate in Bayern und Nürnberg auch diplomatisch den wachsenden und intensiven Beziehungen zwischen Ungarn und Deutschland Rechnung trage.

In seinem Statement vor rund 30 Besuchern skizzierte der Diplomat dann den Ablauf der Flüchtlingskrise in diesem Jahr aus Sicht der ungarischen Regierung. Dabei machte er deutlich, dass sich Ungarn geltendem EU-Recht verpflichtet fühle, insbesondere was die Bedeutung des Schengen-Abkommens sowie der Dublin-Kriterien betreffe. Die ungarische Regierung beklagt hierbei vor allem jedoch in der Praxis ein Versagen der EU-Institutionen, insbesondere kamen und kommen sowohl Griechenland wie auch Italien ihren Verpflichtungen hier nicht nach.

Als einen weiteren Fehler machte der Diplomat aus, dass die EU die Förderung und Unterstützung der Türkei hinsichtlich der Unterbringung der Flüchtlinge zwischenzeitlich reduziert habe. Auch wenn Gárbor Tordai-Lejkó einräumte, dass die Kommunikation der Budapester Regierung nicht immer glücklich gewesen sei, so betonte er sehr deutlich, dass Ungarn ein auf den Wurzeln christlich-jüdischer Werte aufgebauter Staat sei und man sich diesen auch verpflichtet fühle. Er machte auch deutlich, dass der vielfach kritisierte Zaun an den Grenzen zu Serbien und Kroatien sehr schnell wieder abgebaut werden könne und dies aus Sicht der Budapester Regierung zum Bauzeitpunkt die einzig mögliche Lösung gewesen sei. Und er verwies auf die sehr intensiven Grenzschutzanlagen von Spanien und Großbritannien sowie den USA. Auch wenn nicht alle Anwesenden die Einschätzung des Diplomaten in allen Punkten teilten und sich sehr viele teils kritische Nachfragen ergaben, so schätzten die Besucher dieses Abends doch die Möglichkeit, sich einmal aus erster Hand über die Politik Ungarns zu informieren und auch einmal die ungarische Sichtweise dargestellt zu bekommen. Präsident Dr. Dr. Peter Spary bedankte sich denn auch bei dem Generalkonsul sowie den Mitgliedern und Besuchern der Veranstaltung für die lebhafte Diskussion.

Stefan Fassbender

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Gerhard Stotzem: Die einzige mir bekannte Brückenbaustelle in Hönningen berührt zwar den Ahrradweg, aber sie unterbricht ihn nicht. Es handelt sich dabei um eine Ahrquerung vom Radweg in die Ortschaft. Der Radweg zwischen...
  • Jörg Kasper: Habe zehn Jahre rumgedocktert, war schon als Simmulant abgestempelt, dann 2021 war es soweit. Im November links, Hüfttep und weil es so schön war, sieben Monate später rechts, da hatte mein Arzt dann gemerkt das ich nicht simuliert habe.
  • Horst Peschell: Manschmal isch aber auch der Bein und der Knie inschgeschamt im Arrrrgehnnnn, ich hab Krääääätze und Schoooorf, Schnooooorrrrr!!! ESCH juckt so seeeehr, ob eine Prothese da hilft ? mit freundlichen Grüßen Eure Schorfkrätze
  • Heruete: Holt euch auf jeden Fall eine Zweit- oder Drittmeinung ein. So schnell wie in Deutschland wird in keinem anderen Land operiert und der Patient über den OP Tisch gezogen
  • Hans Peter Wolf: Der Bambini-Prinz Emil Lichtenberg fehlt leider im Text.
Wir helfen im Trauerfall
Azubispots Koblenz
Azubispots Koblenz, Herr Hastrich
Kooperation
sprudelndes Sinzig
Feuerwehrfest in Heimersheim
Sonderseite Jahn Eleven
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
An der Nister
8

Ökologische Wiederbewaldung – Mit der Natur zusammenarbeiten

Naturschutzinitiative e.V. (NI) lädt zur Exkursion ein

Marienstatt. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) lädt am Samstag, den 13.06.2026 von 14.00 bis ca. 18.00 Uhr zu einer spannenden Exkursion unter der Leitung von Andreas Schäfer nach Marienstatt ein. Störereignisse, verursacht durch Feuer, Sturm, Dürre, Insekten sind nichts Neues. Sie kommen sowohl im Urwald, als auch in bewirtschafteten Wäldern vor.

Weiterlesen

Auch Ehrengäste kamen zum Gratulieren vorbei.  Foto:Stadtverwaltung / Wolfgang Horrmann
1039

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In Beisein der Pflegekräfte des Seniorenheim St. Maria-Josef gratulierten die Beigeordneten der Stadtverwaltung, Wolfgang Horrmann (l.), und des Kreises Ahrweiler, Horst Gies (r.), der Jubilarin Annedore Hildebrandt zum 100. Geburtstag und überbrachten ihr die besten Wünsche. Ihre Freude darüber war sehr groß, dass sowohl die Stadt als auch der Kreis sie mit einem Präsentkorb sowie einer Orchidee überraschten.

Weiterlesen

Symbolbild.
185

Astrologische Vorschau für die KW 25: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 15. bis 21. Juni 2026

Mit dem Übergang in den Frühsommer verdichten sich die Energien: Die Tage werden länger, Entscheidungen klarer und Beziehungen intensiver. Rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni zeigt sich für viele Sternzeichen eine Phase zwischen Aufbruch und innerer Standortbestimmung. Während berufliche Themen Fahrt aufnehmen, verlangen persönliche Beziehungen nach Aufmerksamkeit und ehrlichen Gesprächen.

Weiterlesen