Allgemeine Berichte | 11.03.2015

Laienspielkreis Oberbachem hat Ärger mit der „Spanischen Fleech“

Hinter der Fassade verbirgt sich so manches dunkle Geheimnis

Sämtliche Vorstellungen im Dorfsaal Oberbachem sind bereits ausverkauft

Rechtsanwalt Dr. Fritz Gerlach hält um die Hand der feschen Paula beim Ehepaar Klinke an. JOST

Grafschaft. Wenn der Laienspiel-Kreis den Vorhang im Oberbachemer Dorfsaal aufzieht, dann ist ein vergnüglicher Abend mit anschließendem Muskelkater in den Lachmuskeln garantiert. Doch diesmal ist die lustige Truppe um Regisseurin Ruth Thelen förmlich über sich hinaus gewachsen und hat vielleicht den besten Auftritt in ihrer langjährigen Geschichte hingelegt.

Faszinierende Darbietungen

Zum ohnehin schon immer reichlich vorhandenen Spaß am Spiel und der Lust, das Publikum nach Kräften zu unterhalten, gesellt sich mittlerweile auch eine schauspielerische Qualität, die den humorvollen Stücken bei aller inhaltlichen Oberflächlichkeit zumindest stellenweise so etwas wie charakterliche Tiefe gibt. Dem Kern des Ensembles merkt man die zum Teil schon jahrzehntelanger Erfahrung mittlerweile wirklich an, und so mancher der Hobby-Schauspieler scheint auf der Bühne voll und ganz in seiner Rolle aufzugehen. Immer wieder gab es Szenenapplaus vom restlos begeisterten Publikum, das von der ersten bis zur letzten Minute gebannt war. So hatte etwa Joachim Heinen nach fünf Jahren Bühnen-Abstinenz wieder eine Hauptrolle angenommen und legte eine faszinierende Darbietung als Mostrichfabrikant Ludwig Linke hin. Davon konnten sich die Zuschauer bei der Premiere staunend überzeugen. Sehenswert auch der forsche Auftritt von Renate Schaden als seine bigotte Ehefrau Emma und von Christa Beißel als liebreizende Tochter Paula, die es faustdick hinter den Ohren hat und damit ganz nach dem Vater schlägt. In altbewährter Manier hatte Paul Caspari auch in diesem Jahr wieder seinen Senf als Tüpfelchen auf dem i dazugegeben.

Vom Feinsten: Schwank, Bühne und Kostüme

Er hatte den mittlerweile weltberühmten Schwank „Die Spanische Fliege“ von Franz Arnold und Ernst Bach, der nicht nur im Millowitsch-Theater, sondern auch am Broadway ungeahnte Erfolge feierte, in eine vor Wortwitz sprühende Rheinische Version mit viel „Baachemer Platt“ verwandelt und damit der ohnehin schon leckeren Theater-Bratwurst den unbedingt notwendigen Pfiff in Form von extrascharfem Pointen-Senf hinzugefügt.

Die Besucher der noch ausstehenden zehn Aufführungen, die allesamt ausverkauft sind, können sich schon jetzt auf jede Menge Spaß und Frohsinn freuen. Sie erwartet einmal mehr eine von Willi Zettelmeyer entworfene und von Thomas Beißel, Rainer Hüffel, Andreas Schäfer und Uli Schledzinski gebaute, liebevoll ausgestatteten Bühne, auf der es äußerst turbulent zugeht. Wundervoll anzuschauen sind auch die von Ruth Thelen selbst genähten Kostüme, da muss man Bürgermeisterin Renate Offergelds Feststellung aus dem Grußwort im mittlerweile unglaubliche 80 Seiten umfassenden Programmheft Recht geben.

Als die Welt noch in Ordnung war...

Es geht also zurück in das Jahr 1900, als die Welt noch in Ordnung war, die Töchter tugendsam und die Ehemänner treu. So scheint es auch im Hause Klinke zu sein – doch der äußere Schein trügt. Tochter Paula (Christa Beißel) trifft sich heimlich mit dem Rechtsanwalt und Schürzenjäger Dr. Fritz Gerlach (Jochen Schmitz als Prototyp des feinen Schnösels). Tugendwächter Alois Wimmer (Wilbert Goertz mit komödiantischer Naturbegabung) deckt das affärenreiche Vorleben des Rechtsanwaltes akribisch auf, woraufhin dieser bei Paulas Mutter Emma (Renate Schaden) – sie ist zugleich Vorsitzende des „Vereins für Mutterschutz“ – vollkommen unten durch ist. Eine Vermählung der beiden Liebenden scheint ausgeschlossen, wenn nicht auch Vater Ludwig Klinke (Joachim Heinen) ein paar dunkle Kapitel in seinem Tagebuch zu stehen hätte. Zwar wird schon nach einem „Ersatzschwiegersohn“ gefahndet, der auch schnell mit dem schüchternen Assyriologe Heinrich Meisel (Michael Schäfer, der sich immer mehr zu einer der tragenden Säulen des Ensembles mausert) gefunden wird. Doch der kennt sich zwar mit Königin Hatschepsut („Gesundheit!“) bestens aus, mit den Mädels von heute hatt er allerdings nichts am Hut. Bis er Paulas Freundin Wally Burwig (Anne Baumgart als stilles, aber tiefes Wasser) begegnet und sich Knall auf Fall in sie verliebt. Davon wiederum ist ihr Vater, der Reichstagsabgeordnete Eduard Burwig (Paul Caspari mit herzhafter Situationskomik) wenig begeistert. Zum Glück vertraut Onkel Anton Tiedemeier (Wilfried Beusing als liebenswerter Trottel) eine uralte Geschichte dem Falschen an... Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, nur soviel:

Die Schauspieler wurden mit stehenden Ovationen vom Premieren-Publikum verabschiedet, das als Premierengeschenk jeweils ein kleines Senftöpfchen aus Adendorfer Ton mit „Klinkes Mostrich“ und dem Logo des Laienspiel-Kreises mit nach Hause nehmen durfte.

8.000 Euro für Kinderhospiz gespendet

Das Ensemble beschenkte übrigens im vergangenen Jahr den Deutschen Kinderhospizverein mit 8.000 Euro. Die Spende setzte sich zusammen aus dem Erlös des Programmheftes, zahlreiche Zuschauerspenden und eine namhafte eigene Aufstockung. Dieses Jahr sammelt der Laienspiel-Kreis für den Bunten Kreis „Bonn-Rhein-Sieg-Ahr“. Die genauen Aufführungstermine gibt es im Internet unter www.laienspielkreis-oberbachem.de

Ersatzschwiegersohn Heinrich Meisel verliebt sich überraschend in die sittsame Wally.

Ersatzschwiegersohn Heinrich Meisel verliebt sich überraschend in die sittsame Wally.

Rechtsanwalt Dr. Fritz Gerlach hält um die Hand der feschen Paula beim Ehepaar Klinke an. Fotos: JOST

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