DLRG warnt: Kinder unsicher im Wasser!
SG WAGO vorbildlich in der Jugendförderung
Übernahme des Kurfürstenbades vorerst gescheitert
Wachtberg. Wer will, dass das eigene Kind schwimmen lernt, hat es heutzutage zusehends schwerer. Schwimmbadschließungen in ganz Deutschland sorgen dafür, dass bereits ein Viertel der Grundschulen keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad hat. Grundschüler seien und blieben deshalb immer häufiger Nichtschwimmer. So seien die Kinder gerade in der Sommerzeit, in der Seen mit Badespaß locken, in Gefahr.
Die Gemeinde Wachtberg und die SG WAGO wollen diesem Trend nicht folgen. Trotz einiger Stolpersteine wie der rund einjährigen Schließung wegen der Dachsanierung vor wenigen Jahren, ist und bleibt die Jugendförderung in diesem Bereich vorbildlich. Nicht zuletzt, weil alle Kräfte von der Gemeinde über den Schwimmverein bis zu anderen Vereinen an einem Strang gezogen haben.
Viele SG-Mitglieder nahmen bereits an überregionalen Wettkämpfen teil
Nicht nur Sicherheit im Wasser und die Schwimmfähigkeit wird in den Grundschulen und im Schwimmverein vermittelt. Der Amateurverein SG WAGO fördert Kinder und Jugendliche weit über dieses Maß hinaus. So haben viele Vereinsmitglieder bereits erfolgreich an überregionalen Wettkämpfen teilgenommen und sind in der deutschen oberen Spitze angekommen. Das ist eine besondere Leistung angesichts der Tatsache, dass im Gegensatz zu vergleichbaren Vereinen, kein eigenes Schwimmbad und keine hauptamtlichen Trainer zur Verfügung stehen.
Das eigene Schwimmbad hätte in diesem Jahr Wirklichkeit werden sollen. Die Schwimmgemeinschaft Wachtberg-Godesberg, kurz SG WAGO, war über ein Jahr lang immer wieder mit dem Sport- und Bäderamt in Bonn im Gespräch. Klar war, dass der Verein das Kurfürstenbad übernehmen würde, wenn ihm die Gelegenheit dazu gegeben würde. Groß war die Vorfreude, als 2015 eine Probephase zur Übernahme angeboten wurde. Von der regulären, kurzen Schließung bis zu den Sommerferien sollte diese Phase andauern.
Drei Tage vor der geplanten Übernahme wurde alles vertraglich abgestimmt und die Kostenverteilung vereinbart. Am Übergabetermin jedoch kam das böse Erwachen. Eine halbe Stunde vor dem Übergabetreffen wurde der SG WAGO telefonisch wegen technischer Probleme abgesagt. Seither erhält der engagierte Verein keine weiteren Informationen. Auch dem Wunsch, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wurde nicht entsprochen.
So steht der Schwimmverein trotz guter Schwimmer und bevorstehender überregionaler Wettkämpfe gleich vor mehreren Problemen. Als Interessenvertreter für Kinder- und Jugendschwimmen können die Vereinsvertreter auf die Fragen ihrer Mitglieder keine Antworten geben. Entsprechend gering ist das Verständnis für die Handlungsweise der Stadt, die immer noch keinen neuen Übernahmetermin oder wenigstens die Art der Probleme genannt hat. Nur über Umwege hat der Verein nach einer Sportausschusssitzung in Bonn erfahren, dass für das Kurfürstenbad derzeit Reparaturkosten von über einer Million und ein längerer Ausfall im Gespräch sind. Schließlich bot der Sportdezernent Schumacher endlich ein Gespräch zu Alternativen an.
Ein Drittel der Trainingszeiten muss derzeit ausfallen
Der Verein hofft nun auf schnelle Lösungen, denn ein volles Drittel der Trainingszeiten für die Wettkampfmannschaft muss derzeit ausfallen. Dies schafft für die Schwimmer, die die Region Bad Godesberg und Wachtberg bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften von Dienstag, 21. bis Samstag, 25. Juni in Berlin vertreten, definitiv einen Wettkampfnachteil. Bleibt zu hoffen, dass bald eine Lösung gefunden wird.
Im Wachtbergbad können nur zwei Drittel des Trainingsausfalls aufgefangen werden.
