Ein musikalisch-literarischer Mundartspaß in Berkum mit über 100 Beteiligten
„Verzällche, Histörche, Leedche un Musik“
Berkum. Die beiden Wachtberger Orchester, der LudwigsChor Bonn, der Kinderchor der Grundschule Berkum, der Laienspielkreis Oberbachem und Mundartautor Walter Schanzen unterhielten das Publikum in Berkum. „Verzällche, Histörche, Leedche un Musik met Wachtberger un Bönnsche Tön“ - unter diesem Motto stand ein musikalisch-literarischer Mundartspaß mit mehr als 100 Beteiligten. In der Aula des Schulzentrums Berkum sorgten das Wachtberger Kammerorchester und das Wachtberger Jugendorchester unter der Leitung von Hans Werner Meurer, der LudwigsChor Bonn, der Kinderchor der Grundschule Berkum unter der Leitung von Jutta Rau, der Laienspielkreis Oberbachem und Mundartautor Walter Schanzen für gute Laune.
Ein kurzweiliges Programm mit Liedern und Gedichten auf „gut Bönnsch“
Moderator Volker Kriegsmann, zugleich Leiter des LudwigsChores Bonn, führte durch ein kurzweiliges Programm mit Liedern und Gedichten auf gut Bönnsch. Doch den Anfang machten die beiden Orchester gemeinsam mit der Ouvertüre zu Mozarts Oper „Der Schauspieldirektor“. Der LudwigsChor erzählte anschließend musikalisch die Geschichte von „Jebhard von Truchsess“, dem ehemaligen Kölner Erzbischof mit Sitz auf der Godesburg. Er wurde Protestant, heiratete Agnes von Mannsfeld und sorgte dadurch schließlich dafür, dass die Godesburg angegriffen und gesprengt wurde. „Seitdem ist die Godesburg die älteste Baustelle von Bonn“, kommentierte Kriegsmann, der das Lied selbst komponiert und getextet hatte, die Ereignisse aus dem Jahre 1583.
Wie das „Drachenfelser Ländchen zu seinem Namen kam, berichtete Walter Schanzen als „verdötschter Historiker im Zylinderhut“. Auch die Geschichte der berühmten Blumenfrau Veronika Schüffelgen aus Villip wurde unter der Überschrift „Et Blomerüsje“ nacherzählt, von ihrem täglichen Fußmarsch zum Bonner Markt, wo sie sogar die Hohenzollernprinzen zu ihren Kunden zählte, und daraufhin vor späteren Kaiser sogar noch einen Orden überreicht bekam.
Kritischer Blick auf den Umgang mit dem Stadthaus
Extra für den Kinderchor hatte Kriegsmann einige Lieder geschrieben, etwa „Et Ludwigsleedche“ über den kleinen Beethoven, der bloß fünf Jahre die Schulbank gedrückt hatte, oder „Et Bonnleedche“ als musikalische Liebeserklärung an die Bundes- und Beethovenstadt. Dabei stellte auch der LudwigsChor in bunten Hosen und mit Beethoven-Perücke seine enorme gesangliche Qualität unter Beweis. Beim „Stadthuus-Blues“ setzte sich Texter und Komponist Kriegsmann überaus kritisch mit der Bonner Kommunalpolitik und deren Umgang mit dem Stadthaus auseinander.
Das „Domsteen-Lied“ zeichnete die Beziehung des Drachenfelser Ländchens und seines Domsteinbruchs zum Kölner Dom nach, und beim berühmten Lied von der Schule in der „Kayjass Nummer Null“ wurde noch einmal der ebenso berühmte Lehrer Welsch hochleben gelassen. Eine Ode an die „Bönnsche Pänz“ ließ das Publikum in Erinnerungen schwelgen an Kirmeskarussells, Martinsfeuer und Karnevals-Schlafanzüge.
Der Laienspielkreis Oberbachem nahm unter der Leitung von Ruth Thelen in kleiner Besetzung zunächst mit dem Stück „De Rechenuffjab“ die Widrigkeit des Alltags aufs Korn und persiflierte beim Stück „Die Theaterkasse“ ungeahnte Probleme der kulturbegeisterten Landbevölkerung. Zwischendurch sorgte der musikalische Leiter Hans Werner Meurer mit seinen beiden Orchestern immer wieder für kurzweilige Intermezzi mit Stücken von Beethoven, Jacques Offenbach und dem „Florentiner Marsch“ von Julius Fucik.
Der LudwigsChor Bonn unter der Leitung von Volker Kriegsmann stellte seine hohe musikalische Qualität unter Beweis.
