Kolping-Theatergruppe beendete Spielzeit erfolgreich
7500 Euro für soziale Zwecke
Mülheim-Kärlich. Die Aufregung um die Heiratsurkunde in Ephraim Kishons satirischer Komödie „Der Trauschein“ war groß, und vierzehnmal ließen Marion Mülhöfer und Ingo Rutschmann als Eheleute Broders mitfühlen, wie es ist, wenn ein im Grunde nichtiger Anlass hochgespielt wird, die von Elvira Matousek dargestellte neugierige Nachbarin immer wieder dazwischenkommt und Thomas Anheier als Verlobter von Tochter Vicky (Astrid Letsch) und gehorsamer Sohn ständig aufs Neue nach dem Dokument fragt, weil seine Mutter vermeiden will, dass ihr schon nicht mehr ganz jugendlicher Junge ein illegitimes Kind heiratet. In dieses Tohuwabohu konnte auch der unerwartete und gleich ins Geschehen einbezogene Gast Flunky (Martin Witte) keine Ruhe bringen, bevor sich das Problem fast von selbst löste und das „dumme Stück Papier“ kurz vor dem scheinbar unabwendbaren Eklat auftauchte. Marion Mülhöfer, die die weibliche Hauptrolle spielte und als Nachfolgerin von Friedrich Stock erstmals Regie führte, hatte die Handlung des 1961 in Tel Aviv uraufgeführten Stücks nach Koblenz und in die Zeit um 1969/70 verlegt. Entsprechend war die von Peter Mülhöfer in Zusammenarbeit mit Toni Diewald gestaltete Wohnung ausgestattet. Realistisch wurde es, als Rudolf und Ella Broders sich ans Standesamt in Weißenthurm Ende 1944 erinnerten, an Kärlich und an die Handballmannschaft des TV 08 und an den vor zehn Jahren verstorbenen Viktor Flöck, den letzten Bürgermeister der bis 1969 selbstständigen Gemeinde Kärlich. Auch die Kleidung und die Requisiten passten in die Zeit vor rund 45 Jahren, zum Beispiel die Zeitung vom 11. April 1970 mit einer Schlagzeile über Willi Brandt und Richard Nixon auf der Titelseite.
Organisatorische Bestleistung
Etwa 2400 Besucherinnen und Besucher hatten viel Freude an den Theaterabenden der Kolpingsfamilie St. Mauritius Kärlich, an deren Gelingen insgesamt über 30 Leute beteiligt waren, angefangen von den Organisatoren sowie den lebensnah agierenden Schauspielerinnen und Schauspielern über die Souffleusen Ursula Seidel und Doris Andernach, die Techniker Peter Mülhöfer, Hendrik Rutschmann, Jannis und Julian Schambortski sowie Fabian Seebert, die Requisiteurinnen Stephanie Rech und Esther Witte, die Maskenbildnerinnen Michaela Burgmer-Strahl, Monika Degen, Susanne Hoffmann, Conny Mülhöfer, Melanie Ritter und Claudia Schambortski, die Helferinnen und Helfer beim Ausschank in den Pausen bis hin zu den Männern, die die Zuschauertribüne im Saal auf- und abbauten.
Erlös kam einer Vielzahl an Hilfsprojekten zu Gute
Wie in den vergangenen Jahren stellte die Kirchengemeinde den Raum einschließlich Strom und Heizung für Proben und Aufführungen unentgeltlich zur Verfügung, sodass nach Abzug von Kosten und Umsatzsteuer 7500 Euro für soziale Zwecke verwandt werden konnten.
Mit 1000 Euro unterstützte die Theatergruppe einen Hilfstransport für vom Hochwasser betroffene Menschen in einem Dorf in Bosnien.
500 Euro gingen auf ein Sonderkonto für die Behandlung eines behinderten kleinen Jungen in Mülheim-Kärlich. Jeweils 1000 Euro erhalten das Kinderhospiz und die Elterninitiative krebskranker Kinder in Koblenz sowie der Förderverein Seniorenzentrum Mülheim-Kärlich. 3000 Euro kommen der Bolivienpartnerschaft zugute, vorrangig der Fundación Cardenal Maurer, die armen Landarbeiterfamilien zu menschenwürdigen Wohnungen verhilft.
Die rundum gelungene Vorstellung bereitete sowohl den Zuschauern als auch der Theatergruppe großen Spaß. Auch Regisseurin Marion Mülhöfer (5.v.l.) war zufrieden.
