Allgemeine Berichte | 20.10.2014

Kettiger Heimathistoriker Gerhard Elingshäuser verfasste sein drittes Werk

Als Kettig noch der größte Ort des Amtes Bergpflege war

Sechsjährige Arbeit soll bald mit dem Druck der Schul-Chronik abgeschlossen werden

Als Kettig noch der größte Ort des Amtes Bergpflege war

Kettig. Noch ist es ein fertiger Entwurf, doch wenn es nach dem Willen von Gerhard Elingshäuser geht, dann soll sein Werk „400 Jahre Schule in Kettig“ auch bald in Druck gehen. Derzeit steht der engagierte Heimathistoriker und Autor noch in Gesprächen mit Sponsoren. Doch Gerhard Elingshäuser ist ein positiv denkender Mensch und daher auch optimistisch, dass er gemeinsam mit der Ortsgemeinde bald auch das genaue Datum des Erscheinens mitteilen kann. Wann es genau sein wird, kann er derzeit noch nicht sagen. Eines steht jedoch fest: Vor dem „großen Jubiläum“ wird es auf alle Fälle sein. Im Jahr 2016 jährt sich zum 400. Mal der erste urkundliche Eintrag einer Schule in Kettig. Für Gerhard Elingshäuser war dies ein würdiger Anlass, um umfangreiche Recherchen durchzuführen. Seine mehrjährige Arbeit begann im Jahr 2008. Während seiner jahrelangen und mühevollen Arbeit waren ihm die Schulchroniken, Visitations- und Lagerbücher der Pfarrei, Belege und Niederschriften aus dem Landeshauptarchiv und dem bischöflichen Archiv in Trier eine wertvolle Hilfe. Unzählige Freizeitstunden opferte Elingshäuser für Gespräche mit Zeitzeugen, wobei der 72-Jährige natürlich auch auf seine eigene Erinnerung zurückgreifen konnte.

Das Nachschlagewerk

Großen Wert legte der Autor auf einen chronologischen Aufbau des Buches. „Das Nachschlagewerk muss von jeder Generation, aus dem Verständnis der eigenen Gegenwart, immer wieder fortgeschrieben werden“, so Elingshäuser, der bereits zwei wichtige Bücher für die Kettiger Bevölkerung verfasst hat (Orts-Chronik und 800 Jahre Pfarrei). Sein aktuelles Werk spannt einen Bogen von der allgemeinen Entwicklung der Schrift über die ortspezifisichen Zusammenhänge der Schule zur Pfarrgemeinde bis hin zur Situation der Grundschule in der Gegenwart.

Ausführlich nimmt er auf den Eintrag im Visitationsbuch der Pfarrei Bezug, aus welchem hervorgeht, dass 1616 eine Küsterschule eingerichtet wird. „Natürlich war dies keine Schule, wie man sie heute kennt, mit freundlichen und hellen Klassenräumen. Sie war vielmehr in einem Wohnraum beim Küster untergebracht“, so Elingshäuser. Kettig hatte seiner Zeit die höchste Einwohnerzahl aller 11 Dörfer im Amt Bergpflege (Vorgängerin der heutigen Verbandsgemeinde). Weil ein Lehrer seiner Zeit von dem wenigen Unterricht, den er erteilte, seine Familie nicht ernähren konnte, war er gezwungen, noch einen weiteren Beruf auszuüben oder als Tagelöhner zu arbeiten.

Unterschiedliche Nutzung

Besonders interessant sind die Ausführungen zu den verschiedenen Gebäuden, die im Laufe der Zeit zu schulischen Zwecken genutzt wurden. So gibt es im Buch ein Wiedersehen mit dem im Bereich der Kolpingstraße errichteten großen Schulhaus aus dem Jahr 1942, welches in unterschiedlichster Art und Weise genutzt wurde (so unter anderem von der Wehrmacht, von den französischen Besatzungstruppen und später zur Unterbringung von Flüchtlingen bzw. als Wohnhaus für Kettiger Familien). Dieses Gebäude ist heute genauso von der Landkarte verschwunden, wie das 1820 erbaute Schulhaus in der ehemaligen Kirchgasse (heute: Andernacher Straße), welches 1961 ein Opfer der Abrissbirne wurde. Während sich ältere Kettiger Mitbürger sicherlich noch an diese beiden Schulgebäude erinnern können, weist Elingshäuser jedoch auch auf etwas hin, was kaum bekannt ist: Eines der ersten Schulhäuser stand seit 1654 unmittelbar im Ortskern, nämlich vor der Pfarrkirche. Im Rahmen der Arbeiten zur Umgestaltung der Hauptstraße hat der dortige Bereich in den letzten Monaten ein neues Aussehen erhalten.

Viele Klassenfotos

Große Beachtung werden sicherlich auch die vielen von Gerhard Elingshäuser zusammengetragenen Klassenfotos erhalten. In diesem Zusammenhang bittet der Heimathistoriker jedoch darum, dass ehemalige Schülerinnen und Schüler, die ausdrücklich nicht die Veröffentlichung ihres Fotos wünschen, sich mit ihm in Verbindung setzen. Sicherlich wird die Anzahl derjenigen, bei denen das der Fall ist, gering sein, denn Klassenfotos aus früheren Jahren sind schließlich eine schöne und bleibende Erinnerung an die eigene Jugend. Der Autor des Buches ist übrigens auch auf einem Klassenfoto aus dem Jahr 1948 zu sehen.

Gerd Elingshäuser und Ortsbürgermeister Peter Moskopp sind sich sicher, dass auch das Werk „400 Jahre Schule in Kettig“ in der Bevölkerung auf großes Interesse stoßen wird. Für den Orts-Chronisten bedeutet die anstehende Veröffentlichung den Abschluss seiner fast sechsjährigen Recherchen.

Das 1820/21 errichtete Schulhaus in der ehemaligen Kirchgasse (heute: Andernacher Straße).

Die historische Karte zeigt den Standort der Schule, die nachweislich seit dem Jahr 1654 vor der Pfarrkirche stand.

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