NaturFreunde Kettig besuchen ehemaligen Regierungsbunker
Besichtigung unter der Erde
Kettig.Die NaturFreunde Kettig luden zu einer Führung im ehemaligen Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler ein. Dazu waren rund 20 interessierte Mitglieder und Freunde gekommen.
Herr Manfred Liebsch führte und erklärte den Besuchern aus Kettig die noch erhaltene Bunkeranlage.
Er führte aus, das der Atombomben sichere Bunker 1962 unter strengster Geheimhaltung in zwei ehemalige Eisenbahntunnel, die nie vollendet wurden, gebaut wurde.
Der Bunker war 17,3 km lang umfasste 936 Schlafplätze und 897 Büros und war bis 1997 in Betrieb. Zu besichtigen sind heute noch ca. 203 Meter, die zu Dokumentationszwecken erhalten blieben. 2001 wurde er bis auf diese 203 Meter zurückgebaut und ist seit März 2008 für Touristen zu besichtigen. Die Decke des im Berg befindlichen Bunkers ist teils mehr als fünf Meter dicker Stahlbeton.
Im Falle eines Atomschlages im Kalten Krieg sollten dort für 30 Tage ca. 3000 Regierungs-, Verwaltungsbeamte und Militärs überleben und weitere „letzte“ Entscheidungen treffen. Der Bunker war in fünf Abschnitte aufgeteilt und jeder der fünf Bereiche konnte ohne Hilfe des anderen allein existieren. Bei jedem Bereich war alles vorhanden.
Ein Heizkraftwerk zur Stromversorgung, Werksstätten, Küchen, Krankenstationen mit OP Sälen, Zahnarztpraxen, Wassertanks, Fernsehstudio und vieles mehr. Alles war doppelt da, damit im Fall einer Zerstörung Ersatz zur Verfügung stand.
Zudem wurden dort regelmäßig Übungen durchgeführt, um die Anlage zu überprüfen und instand zu halten beziehungsweise den Ernstfall zu proben. Dabei mussten mehrere Hundert Beamte, Handwerker und Soldaten wochenlang auf engstem Raum zusammenleben und arbeiten, ohne das Tageslicht zu sehen.
Das führte nicht selten zu einem „Bunkerkoller“ wonach die Menschen in psychotherapeutische Behandlung mussten. Für den Bundeskanzler gab es ein extra Zimmer mit roten Sesseln. Auch ein Plenarsaal war für Bundestagssitzungen vorhanden. Auf der benachbarten A61 konnten Leitplanken entfernt werden, um diese zu einer Landebahn umzufunktionieren. Dort hätten dann Staatsgäste starten und landen können und wären schnell im Bunker gewesen.
In Umkreis von mehreren Kilometern des Bunkers waren Sensoren in Wald und Flur gebaut, die sofort innerhalb kürzester Zeit bei einem Atombombenabwurf die Bunkeranklage geschlossen und abgeriegelt hätte.
