Wahl des Verbandsgemeinderates: CDU und SPD nahezu unverändert, FWG gewinnt 2 Ratsmandate zu Lasten der FDP hinzu
Christdemokraten brauchen weiterhin einen Koalitionspartner
VG Weißenthurm. Die CDU ist auch weiterhin die stärkste Kraft im Gebiet der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Das ist das Ergebnis der Verbandsgemeinderatswahl 2014. Demnach kommt die CDU auf 48,3 Prozent. Die Sozialdemokraten erreichen 31,7 Prozent, die FWG 17,2 Prozent und die FDP 2,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,6 Prozent. Die CDU konnte ihr Wahlergebnis von 2009 (48,4 Prozent) fast halten. Gleiches gilt für die SPD (31,7 Prozent). Die FWG hat ihr Ergebnis aus dem Jahr 2009 (13,2 Prozent) steigern können, was zu Lasten der FDP (6,7 Prozent) ging. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf die Stimmbezirke. Die CDU hat mit 57,2 Prozent ihr bestes Ergebnis in einem Bassenheimer Stimmbezirk erzielt. Die SPD konnte in Urmitz 57,8 Prozent in einem Stimmbezirk erzielen. FWG und FDP hatten ihre besten Ergebnisse in Kettig mit 32,1 Prozent beziehungsweise zwölf Prozent.
Die Sitzverteilung im Verbandsgemeinderat
Für die Sitzverteilung im neuen Verbandsgemeinderat, der sich aus 40 Personen zusammensetzt, heißt das Gesamtergebnis folgendes: Die Christdemokraten haben im neuen Rat insgesamt 19 Mitglieder, die SPD zählt 13 Ratsmandate, die FWG sieben Mandate und die FDP ein Mitglied. Insofern ist die CDU, ebenso wie im Jahr 2009, als sie die absolute Mehrheit einbüßte, auf einen Koalitionspartner angewiesen. In der vergangenen Legislaturperiode arbeiteten die Christdemokraten mit der FWG zusammen. Sie stellten daher mit Raimund Israel auch einen der drei ehrenamtlichen Beigeordneten. Es ist davon auszugehen, dass diese Zusammenarbeit auch in der Legislaturperiode 2014 bis 2019 fortgesetzt wird, wenngleich die Christdemokraten derzeit mit allen Fraktionen Sondierungsgespräche führen. Eine Zusammenarbeit mit der FDP wäre zwar denkbar; hierdurch würden aber nur 20 der 40 Ratsmitglieder der Koalition angehören. Bei Sachthemen wäre dies kein Problem, da man durch die Stimme des Bürgermeisters eine Mehrheit hätte. Der VG-Chef darf aber bei Wahlen nicht mitstimmen.
Die neuen Fraktionen
Interessant ist ein Blick auf die Zusammensetzung der neuen Fraktionen. In der CDU-Fraktion sind alle sieben Ortsgemeinden vertreten, bis auf die Ortsgemeinde St. Sebastian. Deren Spitzenkandidat Hans-Josef Reif würde jedoch nachrücken, falls einer der 19 Ratsmitglieder als Beigeordneter gewählt wird und sein Mandat niederlegt. Traditionell stark vertreten in der neuen CDU-Fraktion sind die Kandidaten aus der Stadt Mülheim-Kärlich. Eine Überraschung war das Abschneiden der ehrenamtlichen Beigeordneten Christa Podzuhn, die von Listenplatz 18 auf den Platz 21 zurückfiel und somit zunächst nicht die Wahl in den Verbandsgemeinderat schaffte, allenfalls noch als Nachrückerin Berücksichtigung finden könnte. Mit Natalja Koek (Bassenheim) hat jedoch die JU-Gemeindeverbandsvorsitzende den Einzug in das 40-köpfige Gremium geschafft. Bei den Sozialdemokraten erzielte der Mülheim-Kärlicher Achim Bermel das beste Einzelergebnis. Ihm folgen Jan Schatton und Albert Weiler, wobei letzterer erstmals Mitglied des Verbandsgemeinderates sein wird. Für die SPD zieht Martina Ehrlich erneut in den VG-Rat ein. Es dürfte sicherlich interessant sein, wie sie sich im neuen Rat verhält. Bekanntlich kandidierte sie in ihrer Heimatgemeinde nicht für die SPD als Ortsbürgermeisterin, sondern als Mitglied einer neuen Wählergruppe „Wir für St. Sebastian“. Gleiches gilt für Birgit Furch. Bei der FWG-Fraktion fällt auf, dass diese sich überwiegend aus Mülheim-Kärlicher Kommunalpolitikern zusammensetzt: Neben den fünf Mitgliedern aus der Stadt mit den „decksten Kirschen“ (Karl Mannheim, Ralf Schmorleiz, Gerd Harner, Anette Mannheim und Helmut Rohn) sind auch zwei Kettiger FWG´ler im neuen Rat (der ehrenamtliche Beigeordnete Raimund Israel und Hermann-Josef Kornwolf. Die erst vor kurzer Zeit neu gegründete FWG Weißenthurm schaffte es nicht, einen ihrer Kandidaten in das Gremium zu entsenden. Das beste Ergebnis für die FWG aus der 3-B-Stadt erzielte Dr. Christoph Thilmann, der auf Platz neun landete und somit auch nicht der erste Nachrücker wäre (dies ist der Kettiger Wolfgang Höfer auf Platz acht).
Fraktionsstatus verloren
Die FDP verliert im neuen Verbandsgemeinderat den Fraktionsstatus, da sie nur noch mit einem Kommunalpolitiker vertreten sein wird: Günther Oster (wohnhaft in Mülheim-Kärlich) erzielte rund 60 Stimmen mehr als Wolfgang Frein. Bisher hatte die FDP drei Mitglieder im Verbandsgemeinderat. Zwei Mandate verliert sie somit an die FWG. Bekanntlich haben alle Parteien und Wählergruppen im Wahlkampf den hohen Frauenanteil auf ihren Vorschlagslisten betont. Doch wie hat der Wähler entschieden?
Der Frauenanteil
Im bisherigen Verbandsgemeinderat waren zehn Damen vertreten (CDU fünf, SPD drei, FWG eine, FDP eine), was einem Anteil von 25 Prozent entspricht. Zukünftig sind es nur noch acht Frauen (CDU fünf, SPD zwei, FWG eine). Der Wähler hat also anders entschieden, als die Parteien es bei ihren Listenaufstellungen erwartet haben.
