Politik | 20.03.2014

Bürgerinitiative gegen Bahnlärm „WIR in der Verbandsgemeinde Weißenthurm e.V.“

„Den Druck auf dem Kessel halten“

Rheingau und Mittelrheintal verständigen sich auf eine weitere Anti-Bahnlärm-Demonstration am 10. Mai in Rüdesheim

Rüdesheim. „Wir müssen den Druck auf dem Kessel halten!“ Unter diesem Motto trafen sich unter Leitung von Burkhard Albers, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, und Willi Pusch, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Rheintal 21“, Vertreter der Landkreise entlang des Rheins (u.a. Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Hunsrück-Kreis, Landkreis Mayen-Koblenz) sowie Vertreter der Kommunen und Bürgerinitiativen gegen Bahnlärm aus dem Oberen- und Unteren-Mittelrheintal in Rüdesheim.

Austausch über nächste Groß-Demo

Ziel war es, sich über die nächste Groß-Demo gegen Bahnlärm vor Ort auszutauschen. Das Mittelrheintal von Mainz bis Bonn ist nach wie vor mit weitem Abstand die lauteste Region in Deutschland. Geht es nach den Plänen der Deutschen Bahn AG, wird sich die Situation in den nächsten Jahren noch deutlich verschlimmern. Vor allem dem neuen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt soll durch eine Demonstration von Bahnlärmbetroffenen aus dem ganzen Mittelrheintal eindrucksvoll vor Augen geführt werden, dass der unerträgliche und krankmachende Bahnlärm rasch einer Lösung bedarf.

Das soll in einer lautstarken Form geschehen, so das Ergebnis des Treffens im Rathaus von Rüdesheim, zu dem die Kreisverwaltung des Rheingau-Taunus-Kreises eingeladen hatte. Aus der Verbandsgemeinde Weißenthurm war Rolf Papen von der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“ anwesend. Erstmals vertreten war auch die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Einig waren sich die Anwesenden, dass am frühen Samstagnachmittag des 10. Mai die dritte Rüdesheimer Anti-Bahnlärm-Demonstration stattfinden soll. „Wir wollen auch weiterhin aufrütteln und deutlich machen, dass wir zwar erste Signale aus Berlin vernehmen, diesen aber noch nicht trauen“, so Willi Pusch. Und Landrat Albers verweist darauf, dass Länder wie Italien, Schweiz und Holland ihre Streckenabschnitte für den Güterverkehr auf dem Korridor Rotterdam - Genua längst erneuert haben, beziehungsweise dies mit der Fertigstellung des Gotthardtunnels gerade vollziehen. „Andere Länder erledigten die in Europa vereinbarten Hausaufgaben bereits - nur Deutschland hinkt nach“, so der Landrat.

„Die Ereignisse werden uns einholen“

„Deutschland schließt die Augen vor der Situation und der Notwendigkeit des Handelns. Wir können natürlich den Affen nachspielen, der nichts hört, nichts sieht und nichts spricht. Aber die Ereignisse werden uns einholen“, sagt Albers. Der Korridor zwischen Genua und Rotterdam ist die Hauptachse für den europäischen Güterverkehr. „Daran führt kein Weg vorbei.“ Wenn man darüber hinaus die Tonnagen betrachtet, die in beiden Häfen von Schiffen auf die Bahn umgeladen werden, kann man errechnen, wie viele Güterzüge zukünftig jeden Tag zwischen Rotterdam und Genua durch das Nadelöhr Mittelrheintal gepresst werden müssen.

Politik der Untätigkeit und des Wegsehens beenden

Wer dies als die Zukunftssituation sieht, wird nicht umhin kommen, die Politik der Untätigkeit und des Wegsehens zu beenden. „Wir müssen endlich in einen wahrhaftigen und ehrlichen Dialog eintreten, um danach das Handeln auszurichten“, betont Willi Pusch. „Am 10. Mai wollen wir dafür ein deutliches Zeichen setzen“, ergänzt Landrat Burkhard Albers. Rolf Papen regte unter allgemeiner Zustimmung an, 2015 als Zeichen des gemeinsamen Kampfes gegen Bahnlärm und Erschütterungen, Koblenz wegen seiner Mittelage im Rheintal als Ort für eine Groß-Demonstration zu planen. „Wir dürfen uns nicht mehr in unserem Kampf gegen den Bahnlärm in Weltkulturerbe und Unteres Mittelrheintal auseinanderdividieren lassen. Nur gemeinsam sind wir stark, nur gemeinsam können wir Fortschritte und Erfolg für den Erhalt unseres Rheintals und seiner Menschen erzielen. Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit muss endlich auch für Bahnanwohner wieder Vorrang vor Wirtschaftsinteressen haben“, so Papen am Ende der Zusammenkunft.

Pressemitteilung

der Bürgerinitiative gegen Bahnlärm

„WIR in der Verbandsgemeinde

Weißenthurm e.V.“

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