1.100 Gäste erlebten die Premiere des Benefiz-Krimis „Das Tauris Syndikat“ in Mülheim-Kärlich
Ein roter Teppich für alle
Dreijährige Produktionszeit fand mit festlichem Abend in der Rheinlandhalle einen würdigen Abschluss
Mülheim-Kärlich. Keine Frage: Er hatte zweifelsfrei am meisten Freizeit in das Projekt gesteckt, doch im Film war er lediglich in einer kurzen Szene zu sehen. Ein obdachloser und betrunkener Mann schlendert auf „seine“ Sitzbank am Mülheim-Kärlicher Nassspielplatz zu, die vom Hauptdarsteller (gespielt von Horst Häring) besetzt ist. Ein kurzer Wortwechsel folgt und schließlich legt er sich auf sein Ersatzbett zur Nachtruhe. Die Rede ist von Regisseur Bernd Schneider. Er ist Initiator, Ideengeber und Motor der Benefiz-Krimis, einem bundesweit wohl einmaligen Projekt im Bereich der Amateur-Filme. So ganz und gar nicht „amateurhaft“ war das, was sich am Samstag in der Rheinlandhalle abspielte. Rund 1.100 Gäste verfolgten die Premiere des Films „Das Tauris Syndikat“. Das Ergebnis der rund dreijährigen Arbeit eines Teams, an dem rund 120 Personen mitwirkten und welches von rund 60 Firmen, Vereinen und Institutionen unterstützt wurde, konnte sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Und das Rahmenprogramm, welches die Akteure ergänzend zum 132 Minuten langen Film organisiert hatten, brachte einen Hauch von Hollywood nach Mülheim-Kärlich. Ganz bewusst legte man großen Wert darauf, dass nicht nur die geladenen Promis, sondern alle Zuschauer über den roten Teppich gehen sollten. In der Halle wurden die Zuschauer mit einer Lichtshow begrüßt. Regisseur Bernd Schneider hob im Rahmen seiner Begrüßung vier Personen seines Teams besonders hervor, die sich in außerordentlichem Umfang bei dem Projekt eingebracht hatten: Julia Müller-Ruckdeschel, Catrin Nickenig, Horst Häring und Marco Lehmler. Sehr umfangreich war die Zahl der Ehrengäste. Aus dem politischen Bereich waren nicht nur MdL Josef Dötsch, Landrat Dr. Alexander Saftig, VG-Bürgermeister Hollmann und die beiden Stadtbeigeordneten Gerd Harner und Bernd Bruckner zugegen. Auch die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner hatte es sich nicht nehmen lassen, der Premiere des Films beizuwohnen, in welchem sie selbst in einer kurzen Szene mitwirkt. „Wenn das mit der Politik bei mir nicht klappen würde, können Sie mich gerne noch einmal fragen, ob ich nicht eine größere Rolle übernehme“, scherzte diese in ihrem Grußwort. Landrat Dr. Alexander Saftig zitierte den Filmemacher Steven Spielberg: „Wo ein Wille und ein dickes Bankkonto sind, da ist auch ein Weg. Das Film-Team hat hier bewiesen, dass man auch ohne ein dickes Bankkonto beachtliches auf die Beine stellen kann. Und dass darüber hinaus noch der Erlös gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung gestellt wird, ist beachtlich.“ Nach einem kurzen Vorfilm, der den Zuschauern auch die vorangegangenen Benefizkrimis vorstellte, ging es schließlich los. Der Film beginnt mit der Strafversetzung von zwei Mitarbeitern des Koblenzer Ordnungsamtes (gespielt von Manfred Gniffke und Rolf Schneider), die schon bei der zufälligen Beobachtung einer Stadtführung feststellten, dass in Mülheim-Kärlich die Uhren etwas anders als in ihrer Heimatstadt ticken. Die beiden Beamten sorgen für den Humor im Krimi, der ansonsten durch eine interessante Handlung, jede Menge spannender Momente sowie einer (für den Amateurbereich) sehr beeindruckenden Qualität begeistert. Das Premierenpublikum erlebte den Film in zwei Teilen. Nach der Präsentation des Filmes, der auf einer zehn Meter breiten Leinwand gezeigt wurde, folgte noch ein ganz besonderer Festakt: Gemeinsam mit allen Mitwirkenden überreichte Bernd Schneider zwei Schecks in einer Gesamthöhe von 10.300 Euro an den Verein Paulinchen (Elterninitiative brandverletzter Kinder) sowie den Frauennotruf Koblenz. „Der Applaus gilt ihnen, liebes Publikum, denn es ist ihr Geld, welches wir hier spenden können“, so Bernd Schneider. Anschließend folgte im Foyer noch eine After-Show-Party, in deren Verlauf auch die Gruppe „Mai Tai“ auftrat. Deren Sängerin Harriette Weels wirkte im Film ebenso mit wie Hartmut Volle. Der sympathische TV-Schauspieler war einer der Premieren-Promis, der auch noch weit nach Mitternacht unter den Gästen weilte und sichtbar begeistert war. Die Ankündigung von Regisseur Bernd Schneider, dass dies sein letzter Benefiz-Krimi sei, wollte Hartmut Volle zu später Stunde nicht unkommentiert lassen: „Das wäre wirklich zu schade. Denn hier wurde wirklich Großartiges geleistet, was ich so in dieser Form noch nirgendwo erlebt und gesehen habe“.
