Knappe Ergebnisse bei den Stichwahlen in St. Sebastian und Mülheim-Kärlich
Einer bleibt, eine geht
Weißenthurm. „Jede Stimme zählt“ ist ein Spruch, den man häufig bei Wahlen hört. Und in der Tat: Manchmal entscheiden nur wenige Wählerstimmen darüber, wer fünf Jahre lang in verantwortungsvoller Position ist oder nicht. Bestätigen können dies die Kommunalpolitiker in St. Sebastian und Mülheim-Kärlich. In beiden Kommunen gab es drei Bewerber für das Amt des Orts-Chefs. Da im ersten Wahlgang kein Kandidat die notwendige Mehrheit erhielt, kam es zur Stichwahl. Die Ausgangslage in St. Sebastian sah nach der Wahl am 25. Mai wie folgt aus: Amtsinhaberin Martina Ehrlich (WFS) erreichte 39,4 % (430 Stimmen), dicht gefolgt von ihrem Herausforderer Marco Seidl (SPD) mit 38,4 % (419 Stimmen). Auch bei der Stichwahl kam es zu einem packenden Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden. Dieses Mal jedoch mit dem glücklicheren Ausgang für den Sozialdemokrat: Marco Seidl erhielt 498 Stimmen. Das entspricht 51,3% der 971 gültigen Stimmen. Die bisherige Amtsinhaberin Martina Ehrlich (WFS) erhielt 473 Stimmen, was 48,7% entspricht. Der Vorsprung von Marco Seidl lag somit gerade mal bei 25 Stimmen. Zu Diskussionen führte am (Stich-)Wahlsonntag nicht nur das knappe Ergebnis, sondern auch die in der „Hitze des Gefechts“ geäußerten Kommentare. Man darf auf die konstituierende Gemeinderatssitzung in St. Sebastian gespannt sein. In dieser Sitzung wird dann auch die Entscheidung über die Ortsbeigeordneten fallen. Der Gemeinderat besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die sich wie folgt verteilen: SPD 7 Sitze, WFS 6 Sitze, CDU 5 Sitze und die FWG 2 Sitze. Eine Koalition zwischen SPD und WFS scheint angesichts der Vorgeschichte (Wechsel von zahlreichen Sozialdemokraten) schwer vorstellbar. Denkbar ist eine Zusammenarbeit von SPD und FWG. Beide vereinen aber nur 9 Sitze und hätten somit auch mit der Stimme des Ortsbürgermeisters, der bei Wahlen nicht mitstimmen darf, keine Mehrheit, sondern eine Patt-Situation im Rat. Insofern zeichnet sich in St. Sebastian eine Zusammenarbeit der Sozialdemokraten mit den Christdemokraten ab. Die Christdemokraten hätten aber auch die Möglichkeit mit der WFS zusammenzuarbeiten (5+6 Sitze). Aber auch dies ist eher unrealistisch.
Stadtrat Mülheim-Kärlich
Interessant ist wohl auch die Frage, zu welcher Koalition es im Stadtrat von Mülheim-Kärlich kommt. Dort verteilen sich die 28 Mandate wie folgt: CDU 13 Sitze (48,2 %), SPD 8 Sitze (28,2%) und FWG 7 Sitze (23,6%). Wegen der Stichwahl zwischen Amtsinhaber Uli Klöckner und Achim Bermel verzögerten sich in Mülheim-Kärlich die Koalitionsgespräche, sodass man noch keine Aussagen zu einer eventuellen Zusammenarbeit der Fraktionen treffen kann. Im Gegensatz zur Ortsgemeinde St. Sebastian gelang es jedoch dem Mülheim-Kärlicher Orts-Chef, bei der Stichwahl die Nase vorn zu behalten. Uli Klöckner erreichte 53,1% der Stimmen (1.978 Stimmen). Sein Herausforderer Achim Bermel konnte 46,9 % (1.746) der Wähler auf sich vereinigen. Auch der Wahlabend verlief in Mülheim-Kärlich weitaus unspektakulärer als in St. Sebastian. Der wiedergewählte Stadtbürgermeister war am Abend bei der Mülheimer Schützenbruderschaft zu Gast, um dort dem neuen Schützenkönig zu gratulieren. Auch die Wahlhelfer aus den Wahllokalen ließen den Tag auf der dem Schützenplatz ausklingen. Stadtbürgermeister Klöckner freute sich dann schließlich zu Hause über die Glückwünsche von VG-Bürgermeister Georg Hollmann und dem 1. Beigeordneten Thomas Przybylla. Die weibliche Anhängerschaft von Klöckners Bekanntenkreis überraschte ihn noch mit eigens bedruckten T´Shirts: Hierauf war das Konterfei des alten und neuen Stadtbürgermeisters zu sehen.
