Frauenchor Rheinperle Urmitz
Erlebnistag in der Historischen Wassermühle
Weißenthurm. Am 3. September machte sich der Frauenchor Rheinperle auf den Weg in das Mühlenzentrum nach Birgel. Die gute Stimmung wurde gefördert durch die schöne Landschaft der Vulkaneifel. Die Aussage einer Sängerin, dass die Einheimischen dieser Region den Ausdruck Eifeler mit „kleines listiges Bergvolk“ übersetzen, wurde mit schallendem Gelächter bedacht. Pünktlich um 13 Uhr erreichte der Bus sein Ziel und als Erstes gerieten die schönen Fachwerkgebäude in das Blickfeld. Der viele Blumenschmuck, arrangiert in alten Schalen, Töpfen, Badewannen, Holzfässern usw. passte wunderbar ins Bild und so wurde erst einmal fleißig fotografiert, um den romantischen Gesamteindruck festzuhalten. Etwas später erfolgte die Begrüßung durch den Chefmüller und die Übergabe der Führung an seine Mitarbeiterin, die gleich zu Beginn auf eine alte Tür hinwies. Als sie diese öffnete, standen dahinter alle „Rheinperlen“, einige zunächst verblüfft - vor einem großen Spiegel. Einige Schritte weiter führte der Weg in die fast 200 Jahre alte Ölmühle, in der kalt gepresstes Raps- und Traubenkernöl gewonnen wird. Die nächste Station war die Sägemühle, hier wurde die Funktionstüchtigkeit durch das Fertigsägen eines dicken Stammes unter Beweis gestellt. Vorbei an einer alt gedienten Dreschmaschine ging es weiter in die Senfmühle, die innen einen recht intensiven Geruch verbreitete. Die bereitstehenden Kostproben ließen die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen gut erkennen. Inzwischen war es Zeit zum Kaffee trinken. Im Gewölbekeller des Restaurants Le Moulin war alles gut vorbereitet. Bei der zweiten oder dritten Tasse Kaffee wurde neue Kraft getankt und wehmütig-lachend über das Erlebnis gesprochen, dass man nach vielen Jahren noch einmal auf der Toilette an der Kette ziehen konnte - auch hier wieder stilgerecht an deren Ende mit einem länglichen Griff aus Porzellan. Erholt und frisch gestärkt ging es nach ca. einer Stunde weiter zur Getreidemühle aus dem 13. Jahrhundert, in der nur Vollkornmehl zum Eigenbedarf dieser Mühle gemahlen wird und die über alle vier Stockwerke erkundet wurde. Das nächste Ziel war das über 300 Jahre alte Backhaus, das ursprünglich aus dem Westerwald stammt, dort abgebaut und in Birgel 1:1 wieder aufgebaut wurde. Der Backofen strahlte noch mollige Wärme aus, weil das letzte Brot erst ca. zwei Stunden zuvor gebacken wurde. Danach ging es für einen kurzen Halt ins Standesamt, in dem man in rustikalem Umfeld, jedoch technisch top, feiern kann. Die letzte Station war die Schnapsbrennerei, die dank des verliehenen Brennrechtes aktiv betrieben wird. Hoffnungsfroh auf die bereitstehenden Kostproben blickend, nahmen alle Platz. Zur Auswahl standen Liköre aus Schlehe, Holunder und Weinbergpfirsich sowie Sahnelikör mit Whisky. Es dauerte nicht lange, bis ein vielstimmiges „Prost, prost, prösterchen, im Schnaps sind Kalorien“ erklang. Darin eingeschlossen war auch der Dank für die kompetente, lockere und kurzweilige Führung. Zuletzt ging es dann noch in das Mühlenlädchen zum Einkauf, bevor es Zeit wurde für das Abendessen und gegen 20 Uhr wurde die Heimreise angetreten. Das gut gewählte Ziel samt organisatorischer Vorbereitung, das gelungene Programm, die gute Verpflegung und auch der Sonnenschein bescherten allen, die dabei waren, einen wirklich schönen und erlebnisreichen Tag, für den das Motto des Mühlenzentrums übernommen werden konnte: „Vom Guten das Beste.“.
