Karnevalsgesellschaft „Mir seyn Klor“ begeisterte mit ihren beiden Kappensitzungen etwa 500 Narren
Flotte Tänze und spritzige Büttenreden
In Kaltenengers regieren nach ihrer Proklamation jetzt Prinz Tom I. und Prinzessin Nadja I.
Kaltenengers. „Warum seid Ihr Schlümpfe blau? Weil wir saufen wie ne Sau. Könnt ihr auch mal freundlich sein? Nein, wir sind ja so gemein“, sangen die „Ochsen-Schlümpfe“ vom Möhnenverein Kaltenengers auf der Sitzung der Karnevalsgesellschaft „Mir seyn Klor“ (MSK). Natürlich gab es für diese Darbietung zahlreiche Lacher und einen riesigen Beifall der etwa 500 Besucher bei zwei Sitzungen in der karnevalistisch dekorierten Jakob-Reif-Narrhalla. Stunden zuvor hatten die Sitzungspräsidenten Werner Müller und Walter-Hans Schäfer, er ging auch als Till Eulenspiegel in die Bütt, die Narren begrüßt. Der Till berichtete in Reimen als Protokollarius über die Ereignisse im vergangenen Jahr, unter anderem das Ruhegehalt des Koblenzer Oberbürgermeisters, Bundestagswahl, Brexit und Trump-Wahl.
Neues Tollitätenpaar begrüßt
Sieben Mädchen und ein Junge bilden die Kindergarde, deren tollen Auftritt Kerstin Schmitz und Kathrin Köhler einstudiert hatten. Und dann wurde ein Geheimnis gelüftet: Das neue Tollitätenpaar wurde mit großem „Helau“ begrüßt und proklamiert: Prinz Tom I. der närrische Fahrer von Mir seyn Klor (Thomas Hellinger) und Prinzessin Nadja I. die spritzige Närrin vom sonnigen Maifeld (Nadja Metzlaff), denen die Hofdamen Edith und Jenny sowie Mundschenk Friedhelm zur Seite stehen (Blick aktuell berichtete). Eingebunden in die üblichen Ordensverleihungen an die Nachbarvereine war auch das Kinderprinzenpaar aus Basjanes (St. Sebastian) Prinz Robin I. und Prinzessin Jil I. mit Paginnen Aylin, Lillith und Jule als Till.
Pastor Thomas Gerber und Ursula Schwitalla erzählten lustige Dinge von Himmel und Erde. Stefan Schäfer wurde nach seinem humorvollen Auftritt „Typisch Kalengisch“ für 30 Jahre MSK-Mitgliedschaft und 20 Jahre Bühnenjubiläum geehrt. Anmutig der Tanz der Jugendgarde, die von Kerstin Schmitz und Louisa Häring trainiert wird. Im Keramikkurs war der Kalengischer Wirt (Werner Müller) rausgeflogen, er hatte sich im Ton vergriffen. „Die ersten Bierbrauer waren die Ägypter. Sie bauten Bieramiden“, meinte er und verteilte freimütig Bier ans Publikum. Bei seinen Witzen gab es einen Lacher nach dem anderen.
Nachdem die Prinzengarde, sie wird trainiert von Viola Theisen und Judith Hansen, einen flotten Tanz auf die Bühnenbretter gelegt hatte, begeisterte Rüdiger aus Kalengisch (Markus Landen) mit dem Büttvortrag aus seinem Eheleben mit „Löckchen“: „Sie wollte was Rotes, das in drei Sekunden von 0 auf 100 ist. Habe ich hier eine Waage von Colani geschenkt“, berichtete er und sein Sohn fragte: „Wo ist das Gerät zum Kartoffelschälen? Antwort: Einkaufen.“
Nicht nur der Musikverein Urmitz, der die Sitzung musikalisch begleitete, sorgte mit Schunkelrunden für Stimmung, sondern auch Elferratsmitglieder. Petra Häring, Katharina Bode, Werner Müller sowie Sarah und Michael Unkel ließen als Brings per Playback die „Superjeile Zick“ aufleben.
Das Tanzpaar der MSK musste seinen Auftritt auf Lena Dötsch beschränken, da Louisa Häring sich verletzt hatte, Trainerinnen sind Melanie Dötsch und Judith Schäfer. Die Frau, die ihren Hund Hektor suchte, war Helga Just: „Der heißt Hektor, weil er an jeder Heck und jedem Tor sein Bein hebt“, erklärte sie und erläuterte auch die Rechtslage beim Hundehaufen: „Nach acht Tagen gehört der Hundehaufen im Vorgarten dem Grundstückseigner.“
Ein Best of an Lachern
Nachdem die Showtanzgruppe der Möhnen aus Löf viel Zirkus geboten hatte, erzählte der „Einsame Doof“ (Guido Häring) in einem Best of viele Witze aus seinen vergangenen Auftritten, wie das Schokoladenauto oder „Mützje hole“. Der Chef meckerte: „Du darfst während der Arbeit nicht zum Friseur fahren. Wieso? Die Haare wachsen ja auch während der Arbeit.“ Frage an die Ehefrau: „Wo steht mein Essen? Im Kochbuch Seite 12.“
Fast ins Akrobatische ging der Showtanz der Jugend- und Prinzengarde im Matrosenlook, den Kerstin Schmitz, Louisa Häring, Viola Theisen und Judith Hansen einstudiert hatten. Die Zuschauer spendeten frenetischen Beifall, den bekamen auch die Green Marmelades aus Urmitz für ihren temporeichen Tanz. In die 80er Jahre versetzte der MSK-Elferrat die Narren durch einen Hitmix der „Neuen Deutschen Welle“ unter anderem mit „Skandal im Sperrbezirk“, „99 Luftballons“ und „König von Deutschland“. Dieser Auftritt mündete dann in das große Finale, bei dem noch einmal alle Akteure auf die Bühne kamen und das fantastische närrische Feuerwerk mit einem dreifachen „Kalengisch Helau“ beendeten. HEP
Als Till trat Sitzungspräsident Walter Hans Schäfer auf.
Schallend gelacht wurde in der Jakob-Reif-Narrhalla über die Witze der Büttenredner.
