Fußball-Regionalliga Südwest
Fragwürdiger Elfmeter sorgt in Koblenz für die Entscheidung
Koblenz: Jäh beendet wurde die Aufholjagd der TuS Koblenz in der Fußball-Regionalliga Südwest. Im Heimspiel gegen Wormatia Worms unterlag das Team vom Oberwerth mit 0:2 und hat nun in der Tabelle ein wenig den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen verloren. „Der Tag begann mit einer absoluten Hiobsbotschaft. Unser Arzt hat mich darüber informiert, dass Michael Stahl mit Verdacht auf einen hinteren Kreuzbandabriss wieder langfristig ausfallen wird. Und so stark sind wir nicht, dass wir das so locker kompensieren können, wenn drei Stammspieler ausfallen“, zeigte sich Teamchef Evangelos Nessos nach der Partie angefressen über diese Niederlage. Allerdings dann auch mehr über das Gesamtbild als über den Verlust der drei wichtigen Punkte. Nessos weiter: „Wir haben heute zu wenig investiert. Und das ist das, was für mich unerklärlich: Nach zwei Siegen hätten wir mit breiter Brust auflaufen können, haben uns dann aber ohne Mut, ohne Mumm und ohne Selbstvertrauen präsentiert.“
Und damit traf es Nessos auch auf den Punkt. Ein Angriffsspiel fand während der ersten 30 Minuten von Koblenzer Seite eigentlich überhaupt nicht statt. Worms bestimmte das Geschehen auf dem Platz. Torchancen konnten sich die Rheinhessen aber ebenfalls nicht erspielen. So sahen die 1176 Zuschauer gleich beim ersten konsequent zu Ende gespielten Angriff auch den ersten Treffer an diesem Abend. Florian Treske hatte sich fast an der Torauslinie gegen Dominik Schmidt durchgesetzt.
Dessen Flanke legte Ex-Schängel Ideal Iberdemaj mit der Brust auf Enis Saiti ab, der den Ball durch die Beine eines Koblenzer Abwehrspielers und auch durch die Beine von Fabrice Vollborn hindurch zum Wormser Führungstreffer in die Maschen schob.
Auch nach dem Führungstreffer der Gäste änderte sich nicht viel. Zwar gelang es der TuS nun, das Spielgeschehen etwas mehr vom eigenen Gehäuse fernzuhalten, aber ein geordneter Spielaufbau war nicht zu erkennen. Und trotzdem hatten die Schängel in der Schlussphase der ersten Halbzeit dann doch noch zwei Möglichkeiten, um selbst zu einem Treffer zu kommen. Zunächst war es Anel Dzaka (38.), der nach einem Befreiungsschlag von Schmidt plötzlich frei vor Tim Paterok auftauchte, aber den Ball aus 15 Metern in die Arme des Wormser Torhüters lupfte. Sekunden vor der Pause hatte dann Dustin Ernst die Gelegenheit zum Ausgleich. Aber hier reagierte Paterok glänzend und rettete seiner Mannschaft den knappen Vorsprung in die Pause.
Nach Wiederanpfiff bemühten sich die Schängel um ein geordnetes Aufbauspiel, scheiterten aber entweder an der gut sortierten Wormser Abwehr oder aber an Schiedsrichter Florian Steinberg (Korntal) und seinen beiden Assistenten.
Schon in Halbzeit eins hatten diese gleich mehrere unverständliche Abseitsentscheidungen getroffen. Dies setzte sich auch in Halbzeit zwei fort.
Der Höhepunkt allerdings war dann die Elfmeterscheidung 20 Minuten vor dem Ende. Ricardo Antonaci war, mit dem Rücken zu Akiyosho Saito stehend, an der rechten Strafraumgrenze zu Boden gegangen. Steinberg zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Selbst Weltmeister Jürgen Kohler schüttelte fassungslos den Kopf: „Dann muss der Schiedsrichter in jedem Spiel 15 Mal Elfmeter pfeifen“. Alan Stulin war es am Ende egal. Er nutzte das Geschenk und verwandelte den Strafstoß zum entscheidenden 2:0. Damit war dann auch der Koblenzer Widerstand gebrochen. Die TuS brachte in den letzten Minuten der Partie das Tor der Gäste nicht mehr in Gefahr.
So blieb es beim verdienten Erfolg für das Team von Sascha Eller: „Ich bin unheimlich happy über unseren Sieg. Nach drei Niederlagen in Folge in Pokal und Meisterschaft haben wir hier in Koblenz endlich wieder einige Fehler abstellen können und insgesamt auch verdient gewonnen.“ So hatte unterm Strich nur Pechvogel Stahl Grund zu strahlen. Der Mannschaftskapitän war am Dienstag Vater einer gesunden Tochter geworden und kann sich nun zumindest in den ersten Wochen verstärkt seiner kleinen Familie widmen.
TuS Koblenz: Vollborn, Fritsch, Dzaka (57. Matuwila), Steuke, Reith, Marx, Saito, Boskovic, Duchscherer, Ernst, Schmidt.
Wormatia Worms: Paterok, Hien (52. Özgün), Maslanka, Loechelt (68. Zinram), Saiti, Findik, Himmel, Treske, Antonaci, Stulin, Iberdemaj (85. Hiemeleers).
Sekunden vor der Pause scheiterte Dustin Ernst mit seinem Schuss an Tim Paterok und vergab so die größte Ausgleichschance der TuS.Foto: TH
