Hort der Kita Mülheim-Kärlich/ Platz-Chateau-Renault
Hortis erlebten „Vegetarische Woche“
Mülheim-Kärlich. Im Rahmen einer „Vegetarischen Woche“ erlebten die Hortkinder (die in der Kita Mülheim-Kärlich betreuten Sechs- bis Zehnjährigen), dass es auch mal prima ohne Fleisch schmecken kann. Ausgelöst durch den Pferdefleischskandal entbrannte vor einiger Zeit am Mittagstisch der Hortis eine rege Diskussion darüber, dass Pferde doch nicht einfach getötet werden könnten.
Der Empörung über diesen von den Kindern etwas anders aufgefassten Skandal folgte eine Debatte, dass es nicht gerechtfertigt sei, nur Pferde zu bemitleiden, da schließlich auch Rinder, Schweine, Schafe, Hühner als Filets, Koteletts, Schnitzel und Wurst auf dem Teller landen.
So kam es zu dem Vorschlag, mit den Köchinnen der Kita zu sprechen, dass ab sofort nur noch vegetarisch gekocht werden solle. Dies stieß nicht bei allen auf Zustimmung, sondern setzte eine weitere Auseinandersetzung über ethische Fragen in Gang; darf der Mensch Tiere züchten und töten oder sollte er auf Fleisch verzichten? Wie viel Fleisch sollte der Mensch konsumieren? Wo bekommt man Fleisch von sogenannten „glücklichen Tieren“ aus „artgerechter Haltung“ her? Um jedoch zumindest einmal auszuprobieren, wie es sich vegetarisch leben lässt, wurde in Kooperation mit dem Küchenteam eine „Vegetarische Woche“ geplant.
Diesbezüglich suchte das siebenköpfige Organisationsteam, bestehend aus fünf Hortkindern, einer Pädagogin und einer Köchin, fleischlose Rezepte heraus und erstellte den Speiseplan für die sogenannte „Veggiwoche“: Vegetarische Spaghettitorte, fleischfreie Chinapfanne, Pellkartoffeln mit Kräuterquark, vegetarische Pizza in verschiedenen Variationen, Gemüsepfannkuchen sowie ein von den Hortis selbst zubereitetes italienisches Salatbüffet. Am ersten Ferientag fand zum Auftakt des Ferienprogrammes eine „Kinderküchenschlacht“ statt, bei welcher die jungen Feinschmecker selbst noch einmal so richtig „zur Küchenschürze griffen“. Viele „flinke Hände“ gingen ans Werk und bereiteten „bunt und gesund“ einen leckeren Brunch mit Rohkosttellern, Obst-Käse und Gemüse-Käsespießen, vegetarischem Spaghettisalat, gefüllte „Toastkörbchen“ , Mozzarella mit frischen Tomaten und Basilikum und Obstsalat zu.
Die Süßmäuler ließen sich die hausgemachte Kirschmarmelade mit selbst geernteten Kirschen aus dem Hortgarten schmecken.
Damit kein falscher Eindruck entsteht: In der Kita Mülheim-Kärlich wird ohnehin auch sonst mit viel frischem Gemüse, Salat oder Rohkost und maximal zwei Mal Fleisch pro Woche gekocht. Die „Veggiwoche“ sollte den Kindern jedoch das bewusste Erleben alternativer, fleischfreier Kost ermöglichen. Dank dessen, täglich im wahrsten Sinne „in den Genuss“ der kitaeigenen Küche zu kommen, können Pädagogen und Köchinnen zusammenwirken und so lassen sich Bildungsthemen wie „Gesunde und bewusste Ernährung“ besser umsetzen. Die Vegetarische Woche ist also durchaus wiederholenswert, denn es lebt sich auch gut als „Wenig-Fleisch-Esser“.
