Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“
Neuer Vorstand ist bereits aktiv
Weißenthurm/Bad Hönningen.
„Zwischen unsere Verbandsgemeindeverwaltung und unsere Weißenthurmer Bürgerinitiative passt kein Blatt Papier. Seit mehr als zweieinhalb Jahren arbeiten wir eng, vertrauensvoll, zielorientiert und sehr erfolgreich zum Wohle der Bahnanwohner zusammen“, mit diesen Worten machte Bürgermeister Georg Hollmann bei der Informationsveranstaltung zum „Westerwald-Taunus-Tunnel“ im Beisein von Staatsminister Roger Lewentz in Bad Hönningen öffentlich, was viele Weißenthurmer längst wissen: Der inzwischen für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger unerträgliche Bahnlärm und die damit einhergehenden Erschütterungen werden seit über zwei Jahren in vorbildlicher Weise von Bürgern, Bürgervertretern und der Bürgerinitiative vor Ort gemeinsam angegangen.
Erste Erfolge dieses gemeinsamen Engagements, bei dem sich auch die Vertreter der Bahn zunehmend verständnisvoll, gesprächsbereit und handlungsmotiviert zeigen, stellen sich ein. So ist für die Anwohner der Bahnhofstraße nach dem Einbau von modernen Weichen Anfang November, die bisher nur auf Hochgeschwindigkeitstrassen für ICE-Züge Verwendung finden, eine spürbare Besserung eingetreten. „Nach dem Austausch der alten und ständig reparaturbedürftigen Weichen habe ich seit vielen Jahren erstmals wieder durchschlafen können, ohne durch massive Erschütterungen aufgeweckt zu werden“, so Hermann Winter, der seit über 70 Jahren unmittelbar an der Bahnstrecke Bonn - Koblenz lebt.
Neuwahl des Vorstandes
Im Rahmen der Mitgliederversammlung 2014 der Weißenthurmer Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“ fand kürzlich im Rhein-Hotel in Weißenthurm auch die Wahl des Vorstandes für die nächsten zwei Jahre statt. Zuvor hatten Bürgermeister Georg Hollmann und Stadtbürgermeister Gerd Heim in klaren und überzeugenden Worten den Wert der Arbeit des Vereins für das Gemeinwohl, das anerkennenswerte und vielfältige Engagement der Vereinsmitglieder und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem alten Vorstand gewürdigt.
Bei der anschließenden Wahl unter der Leitung von Georg Hollmann wurden Rolf Papen als erster Vorsitzender, Dr. Christoph Thilmann als zweiter Vorsitzender und Hermann Winter als Kassenwart einstimmig wiedergewählt. Susanna Dexler-Wagner und Stefan Eisenhauer, die mit zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zählen und dessen erstem Vorstand zwei Jahre angehörten, bedauerten, aufgrund beruflicher Veränderungen dem neuen Vorstand nicht mehr angehören zu können. Mit herzlichen und bewegten Worten dankte Rolf Papen den beiden ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihre grundlegende und intensive Mitarbeit und würdigte ihr Engagement mit einer Dankurkunde des Vereins.
Neu in den Vorstand wurden einstimmig Johannes Juchem als Schriftführer und Josef Helf als Beisitzer gewählt und vom ersten Vorsitzenden herzlich begrüßt.
Besuch einer Informationsveranstaltung
Erstmals trat der neugewählte Vorstand dann bei der Informationsveranstaltung in Bad Hönningen geschlossen und aktiv in der Öffentlichkeit auf. Zu dieser Veranstaltung hatte Franz Breitenbach als Vorsitzender der „Interessengemeinschaft Schutz gegen Bahnlärm und Erschütterungen e.V.“ aus Bad Hönningen eingeladen. Bei dieser Gelegenheit stellten sich die Vorstandsmitglieder auf Anregung von Bürgermeister Georg Hollmann auch Staatsminister Roger Lewentz vor.
Nach der Begrüßung durch den Initiator der Veranstaltung, Franz Breitenbach, und dem Einführungsvortrag von Rolf Papen, gelang es Roger Lewentz, mit einer offenen, klaren und engagierten Ansprache die Mehrzahl der Zuhörer davon zu überzeugen, dass die Landesregierung fest an der Seite der lärmgeplagten Bahnanwohner des ganzen Mittelrheintals steht und sich mit ganzer Kraft für eine Verbesserung der derzeitig nicht hinnehmbaren Situation einsetzt. Lewentz wörtlich: „Die 101 Abgeordneten des Landtages über alle Parteigrenzen hinweg stehen an ihrer Seite“. Zugleich bekräftigte er, bei diesem Engagement nicht nur das „Weltkulturerbe“, sondern stets das ganze Mittelrheintal von Mainz bis Unkel und Remagen im Blick zu haben, denn dort würden die Menschen gleichermaßen unter dem Bahnlärm leiden. Unterstützt wurde er bei der anschließenden Podiumsdiskussion von der Landtagsabgeordneten Jutta Blatzheim-Roegler, die bereits vorab feststellte: „Neben der Umrüstung der Güterwaggons auf leise Bremsen sind langsamere Züge kurzfristige Maßnahmen, die den Anwohnerinnen und Anwohnern greifbare Perspektiven für mehr Nachtruhe geben.“
Belastung der Menschen entlang der Bahnlinien
Die beiden Bürgermeister der Verbandsgemeinden Bad Hönningen und Weißenthurm Michael Mahlert und Georg Hollmann beschrieben eindrucksvoll die konkrete Belastung der Menschen in ihren Kommunen entlang der Bahnlinien beiderseits des Rheins und die massiven Beeinträchtigungen und Nachteile für die Region. „Bahnlärm verhindert Ansiedlungen im Rheintal, dass erlebe ich ständig hautnah in meiner Funktion als Bürgermeister“, so Michael Mahlert.
Anschließend stellte Dr.-Ing. Rolf G. Niemeyer sehr kompetent und überzeugend seine Vision eines 110 Kilometer langen Westerwald-Taunus-Tunnels für Güterzüge von Troisdorf bis in den Raum Wiesbaden vor, um auf lange Sicht den Güterzugverkehr aus dem Rheintal zu verbannen. Die Bauzeit veranschlagte er bei den heutigen technischen Möglichkeiten auf ca. 15 Jahre. „Ich bin davon überzeugt, dass sowohl eine Ertüchtigung der bereits vorhandenen Bahnstrecken über Trier oder Gießen, wie auch ein möglicher Trassenneubau zum Beispiel in Anlehnung an die A 61 oder A 3 viel mehr Nachteile aufzuweisen hätten als die „Tunnellösung“, ergänzte Franz Breitenbach.
„Weiter gemeinsam am Ball bleiben“
Letztendlich ist Bürgermeister Georg Hollmann beizupflichten, wenn er feststellt, dass über das Nachdenken langfristiger Lösungen die kurzfristigen Möglichkeiten zur Bahnlärmreduzierung nicht ins Hintertreffen geraten dürfen. Hierzu Georg Hollmann: „Trotz des bereits Erreichten müssen wir weiter gemeinsam am Ball bleiben. Den bahnlärmgeplagten Menschen in unserer Verbandgemeinde, aber auch darüber hinaus, muss weiter rasch und spürbar geholfen werden. Dies müssen wir mit Nachdruck weiter bei den Entscheidungsträgern einfordern und uns weiterhin gemeinsam, solidarisch und mit langem Atem für die Lösung der Bahnlärmproblematik im Mittelrheintal einsetzen.“
Pressemitteilung der Bürger-
initiative „WIR gegen Bahnlärm
in der VG Weißenthurm e.V.“
