Naturfreunde beobachten abendliche Flüge
Schwarzmilane übernachten auf der Urmitzer Rheininsel
Urmitz. Lange Zeit war er in der Region verschwunden, bis in den neunziger Jahren die ersten Brutpaare wieder gesichtet wurden: Die Rede ist vom Schwarzmilan, einem mittlerweile etablierten Brutvogel der Region. Der große dunkle Greifvogel mit dem leicht gekerbten Schwanz ist ein eleganter Flieger und unterscheidet sich von dem Rotmilan durch die dunklere Färbung und dem weniger gegabelten dunkelbraunen Schwanz. Er hat einen eindeutigen Verbreitungsschwerpunkt in Rheinland-Pfalz neben der Oberrheinebene im mittelrheinischen Becken, wo er in den Sommermonaten den verbreiteten Mäusebussard an Dominanz übertrifft.
Was ist in der Region das Besondere an dem weltweit wohl häufigsten Greifvogel? Seit gut zwei Wochen beobachten Naturinteressierte abendliche Flüge von einzelnen Schwarzmilanen oder auch kleineren Gruppen, die aus dem Mittelrheinischen Becken kommen. Die Tiere kreisen zunächst über der Urmitzer Rheininsel und schlafen dann gemeinsam auf den hohen Bäumen des dortigen Auwaldes. Das gibt Sicherheit.
Aktuell sind es etwa 200 Schwarzmilane. Ein attraktiver Beobachtungstipp für die kommenden beiden Wochen. Dazu sind die Rheinuferwege bei Urmitz und zwischen Neuwied und Engers besonders gut geeignet.
Tagsüber halten sich die Tiere in den Feldfluren des Mittelrheinischen Beckens auf, finden Aas auf den Feldern, aber auch über den größeren Gewässern oder an der Deponie Eiterköpfe bei Plaidt/Ochtendung. Anfang August starten die Vögel in Gruppen auf zu ihrem Flug nach Afrika, wo sich ihr Winterquartier befindet. Sicher ist, dass sie im nächsten Jahr, Mitte März, wieder in der Region auftauchen.
