Lucas Luhr aus Mülheim-Kärlich fuhr ein sensationelles 24-Stundenrennen in Spa
Sieben Sekunden fehlten zum Sieg
Mülheim-Kärlich/Spa. Nach dem 24-Stundenrennen auf dem Nürburgring, den 24 Stunden von Daytona in den USA und dem 24-Stundenrennen von Le Mans ist das 24-Stundenrennen von Spa-Franchorchamps das berühmteste Langstreckenrennen der Welt. Über 60 GT Boliden waren in diesem Kahr in den Ardennen am Start und Audi war der große Favorit auf den Gesamtsieg. Die knapp sieben Kilometer lange Formel 1 - Rennstrecke gehört zu der anspruchsvollsten der Welt und bietet mit der „Eau Rouge“-Kurve die schwerste im internationalen Rennsport. Namhafte Piloten, auch Ex-Formel 1 Fahrer, waren am Start, um die Herausforderung „Ardennenachterbahn“ anzunehmen. Die Dramatik der 66. Ausgabe eines der härtesten Langstreckenrennen der Welt war in diesem Jahr nicht zu überbieten. Auch der Mülheim-Kärlicher Lucas Luhr ging an den Start. Der 35-jährige, sechsmalige Gewinner der American Le Mans Serie und GT 1 Weltmeister zählt zu den erfolgreichsten Langstreckenpiloten der Welt. Für das Team Marc VDS aus Belgien startete der erfolgreiche Motorsportler mit seinen Fahrerkollegen Dirk Werner, auch Langstreckenspezialist und DTM erfahren, sowie dem Finnen Markus Paltalla, einem erfolgreichen Langstreckenrennfahrer, auf einem 550 PS starken BMW Z4 GT3. Marc VDS hatte zwei Autos am Start.
„Das Rennen in Spa ist für mich ein ganz besonderes Rennen, vergleichbar mit dem 24-Stundenrennen auf dem Nürburgring. Es ist die ’Mininordschleife‘, schön gelegen in den Ardennen und sehr anspruchsvoll“, erklärt Lucas Luhr.
Wie schnell das Auto von Luhr, Werner und Paltalla war, zeigte sich am Donnerstagabend im Qualifying, als Dirk Werner auf die vorläufige Pole fuhr und mit der Bestzeit den Sieganspruch auf das Rennen unterstrich. In der entscheidenden Superpolesession klappte es dann aber nicht mehr mit einer vorderen Platzierung. Es sprang am Ende nur der 14. Rang heraus. Das Rennen, das um 16.30 Uhr am Samstagnachmittag gestartet wurde, verlief nach der Startphase dramatisch, denn es passierten viele schwere Unfälle mit verletzten Teilnehmern. Für eine Stunde musste das Rennen sogar mit der roten Flagge abgebrochen und unterbrochen werden, um Trümmerteile zu entfernen und die Strecke wieder klar zu machen.
Ein phantastisches Rennen
Lucas Luhr war der Startfahrer und gab zu Anfang gleich mächtig Gas, mehrere Plätze kämpfte er sich nach vorne und auch Paltalla und Werner zeigten ihre fahrerische Klasse. Der Lohn war nach gefahrenen vier Stunden schon der vierte Rang im Gesamtklassement. Zu diesem Zeitpunkt führte der WRT Audi R8 LMS Ultra mit Christopher Mies, Frank Stippler und James Nash. In der Folgezeit rollte der BMW von Luhr wie ein Uhrwerk und kämpfte sich nach sieben Stunden Ardennenfahrt auf die dritte Position. Noch immer führte der Audi von Mies, Stippler und Nash vor den dreimaligen und aktuellen Le Mans-Siegern Marcel Fässler, Benoit Treluyer und Andre Lotterer; ebenfalls auf einem WRT Audi R8 LMS Ultra Es bahnte sich ein Zweikampf zwischen Audi und BMW an und durch die verschiedenen Boxenstoppstrategien lag der BMW Z4 GT3 nach acht Stunden auf Rang zwei. Luhr fuhr schnelle Stints und auch seine Teamkollegen gaben mächtig Gas. In der Nacht kämpften die BMW-Piloten gegen die Übermacht von Audi um die Spitze. Nach 15 Rennstunden lag der Audi R8 mit der Besetzung Laurens Vanthoor, Rene Rast und Markus Winkelhock in Führung: Innerhalb einer Minute folgt der BMW Z4 mit Luhr, Werner und Paltalla sensationell auf Rang zwei und der Abstand zum Führenden wurde immer kürzer. Durch die verschiedenen Boxenstopprhythmen von Audi und BMW wechselte dann sogar die Führung zwischen den beiden Kontrahenten. Die Mannschaft um Luhr machte nach 18 Stunden mächtig Druck auf den führenden Audi und reduzierte den Abstand in jeder Runde um zwei Sekunden. Das Team um den Marc VDS Z4 fuhr ein phantastisches Rennen. Zwei Stunden vor Schluss lag der BMW in Führung, doch Rene Rast im Audi legte einen furiosen Stint hin und erkämpfte sich erneut die Führung zurück. Der Marc VDS BMW Z4 hatte in der Zwischenzeit mit ABS-Problemen zu kämpfen und verlor dadurch wieder etwas an Boden.
Hinter den beiden Siegaspiranten sind die Positionen bezogen, denn auf Rang drei kam der Audi R8 LMS Ultra von Mies, Stippler und Nash ins Ziel. Mit sieben Sekunden Rückstand auf die Sieger Winkelhock, Vanthoor und Rast verpasste der Marc VDS Z4 von Lucas Luhr, Markus Paltalla und Dirk Werner knapp den Sieg. Nach 572 zurückgelegten Runden war es das engste Ergebnis in dem Langstreckenklassiker seit Jahren.
