Einweihung des Erweiterungsbaus im Schulzentrum Mülheim-Kärlich
Über sieben Millionen Euro in die Bildung investiert
Nach der Sommerpause beziehen Realschule Plus und Gymnasium die neuen Räumlichkeiten
Mülheim-Kärlich. Von der Bevölkerung wird das Schulgebäude liebevoll „Apfelsinenkiste“ genannt. Doch wenn es ausschließlich nach der Farbe der Außenfassade geht, dann muss sich der Volksmund nun einen neuen Spitznamen einfallen lassen: Unmittelbar angrenzend an den orangefarbenen Altbau entstand in etwa zweijähriger Bauzeit ein rund 7,5 Millionen Euro teurer Anbau, der sich durch ein schlichtes Grau zumindest optisch deutlich vom bisherigen Gebäude absetzt. Alt- und Neubau sind jedoch baulich verbunden und besitzen eine vergleichbar gute Funktionalität.
Einzug im neuen Schuljahr
Wenngleich die Klassenräume erst zum neuen Schuljahr bezogen werden, so hat die rund 260 Quadratmeter große Mensa ihre erste Bewährungsprobe als Versammlungsraum bereits bestanden: In dem großen Raum fanden nämlich die offiziellen Feierlichkeiten zur Einweihung des Erweiterungsbaus statt. Georg Hollmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, konnte hierzu eine Vielzahl von Vertretern der Kommunalpolitik, der bauausführenden Firmen, der Realschule Plus und des Gymnasiums begrüßen. Die Geschichte zur Realisierung des Anbaus führt ins Jahr 2008. Damals konnten die Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich der VG Weißenthurm nicht mehr in den bis dahin bevorzugten Gymnasien in den umliegenden Städten (Koblenz, Neuwied, Andernach, Bendorf und Lahnstein) aufgenommen werden. Aus diesem Grund wurde vor Ort ein gymnasiales Angebot geschaffen, zunächst als Außenstelle des Bendorfer Wilhelm-Remy Gymnasiums. Diese Schule nahm zum Schuljahresbeginn im August 2009 mit 85 Schülerinnen und Schülern ihren Anfang. Schon bald folgte die Selbständigkeit des Gymnasiums, nicht zuletzt dank der erfreulich hohen Anmeldezahlen. Derzeit besuchen bereits 450 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung (wobei 95 Prozent im Bereich der VG Weißenthurm wohnen). Voll ausgelastet wird die Schule im Jahre 2017/2018 sein. Die Pionierjahrgänge werden im Jahr 2018 ihr Abitur machen. Die Realschule Plus, die ebenfalls im Schulzentrum beheimatet ist, zählt 838 Schülerinnen und Schüler. Insgesamt werden 1.295 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2013/2014 im Schulzentrum unterrichtet.
Träger ist die Verbandsgemeinde
Wohl landesweit einmalig, wie sowohl VG-Bürgermeister Georg Hollmann als auch Landrat Dr. Alexander Saftig in ihren Ausführungen betonten, ist die Tatsache, dass sich das das Schulzentrum in Trägerschaft der Verbandsgemeinde befindet (normalerweise sind Gymnasien in der Trägerschaft eines Landkreises). Möglich wurde dies durch die Bildung eines Schulzentrums, bestehend aus den beiden Schularten Realschule plus und Gymnasium. Dies hat den Vorteil, dass beide Schulen sowohl pädagogisch als auch organisatorisch zusammenarbeiten. Dies gilt auch für den neuen Erweiterungsbau: Dieser wird von beiden Schularten genutzt. „In enger Abstimmung und einvernehmlich“, betonten die Schulleiterin des Gymnasiums, Klaudia Heck-Ritter sowie der Schulleiter der Realschule plus, Rolf Neumann in ihrem Grußwort. Es handelt sich um einen dreigeschossigen Massivbau mit Kellergeschoss, in dem alle Geschosse durch einen Aufzug erreichbar sind, also barrierefrei. Im Rahmen dieser Erweiterung wurden elf Klassenräume, zwei naturwissenschaftliche Räume sowie zwei ganztagsspezifische Räume und zwei Aufenthaltsräume, jeweils in Klassengröße, neu geschaffen. Des Weiteren entstand die Mensa, um die bauliche Voraussetzung für den Betrieb einer Ganztagsschule zu schaffen. In diesem großen Raum wurde auch die „Kunst am Bau“ realisiert. Die Gesamtinvestitionen für den Erweiterungsbau belaufen sich auf etwa 7,5 Millionen Euro. Die Verbandsgemeinde erhält Zuschüsse von Seiten des Landes in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro und des Landkreises Mayen-Koblenz von rund 1,4 Millionen Euro. Darüber hinaus wird sich der Landkreis an den Unterhaltungskosten mit 90 Prozent beteiligen. Des Weiteren erwartet die Verbandsgemeinde zusätzliche Zuschüsse des Landes und des Kreises bei Einrichtung der Ganztagsschule. Die baulichen Voraussetzungen wurden nicht zuletzt mit der gelungenen Mensa geschaffen. Der Landkreis hat die ihm obliegende Zahlung bereits veranlasst, wie Georg Hollmann lobend erwähnte. Beim Land Rheinland-Pfalz sieht dies etwas anders aus, wie Eva Caron-Petry als Vertreterin für die verhinderte Bildungsministerin mitteilte: „Von uns kommt das Geld in Etappen“, so die Abteilungsleiterin. Musikalisch umrahmt wurden die Feierlichkeiten durch die AG „Replay!“ der Realschule plus unter der Leitung von Dagmar Galla, dem Lehrer- und Kinderchor des Gymnasiums, unter der Leitung von Thomas Wolff, sowie dem Streichensemble des Gymnasiums, das von Edna Kindl geleitet wird. Die feierliche Einweihung der neuen Räumlichkeiten erfolgte durch Pfarrerin Marina Stahlecker-Burtscheid und Pfarrer Michael Rams
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Klaudia Heck-Ritter (Leiterin des Gymnasiums) und Rolf Neumann (Leiter der Realschule Plus) bedankten sich bei der Verbandsgemeinde als Schulträger für die gute und reibungslose Zusammenarbeit bei der Realisierung des Anbaus.
