Politik | 19.12.2012

Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes Mülheim-Kärlich

„Wir müssen zuhören, um zu verstehen, was an der Basis los ist“

Christine Schneider nahm die von den Zuhörern vorgetragenen Anmerkungen zur Situation in der Landwirtschaft und im Obstanbau sehr ernst.

Mülheim-Kärlich. Für die diesjährige Mitgliederversammlung hatte der CDU-Stadtverband Mülheim-Kärlich einen ganz besonderen Ehrengast eingeladen: Christine Schneider, die agrarpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion und seit 2011 auch Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten. Landesweite Schlagzeilen hat die aus Edenkoben stammende Landtagsabgeordnete bei der Aufarbeitung des Skandals um die Sanierung des Schlosshotels Bad Bergzabern gemacht, wodurch sie sich den Zorn des dortigen Wahlkreisabgeordneten Kurt Beck zugezogen hatte. Im Rahmen der CDU-Mitgliederversammlung hielt die kämpferische Christdemokratin einen Vortrag zum Thema „Landwirtschaft und Obstanbau in Mülheim-Kärlich: „Welche Eckpunkte setzt das Land?“. Schon bei ihrer persönlichen Vorstellung merkten die Zuhörer, zu denen auch Stadtbürgermeister Uli Klöckner und dessen Amtsvorgänger Rudolf Oehlig gehörten, dass hier eine ausgewiesene Fachfrau zu einem Thema sprach, welches ihr sehr wichtig ist. Christine Schneider ist mit Landwirtschaft und Weinbau groß geworden und kennt die Arbeit aus eigener Erfahrung. „Die Landwirtschaft pflegt unsere Kulturlandschaft. Naturschutz geht nur mit der Landwirtschaft und nicht gegen diese“, stellte sie zu Beginn ihrer Ausführungen klar. Aufmerksame Zuhörer fand sie nicht nur bei den CDU-Mitgliedern, sondern auch bei den zahlreich anwesenden Vertretern der Obst- und Gartenbauvereine sowie der Bauernschaft. Diese waren von der Pfälzerin mit ihrem umfassenden Fachwissen beeindruckt. So ging sie u.a. auf die Bekämpfung der Kirschfruchtfliege ein, die auch den hiesigen Obstanbauern in den letzten Jahren Sorgen bereitete. Für deren Wortbeiträge und kritische Anmerkungen zu den zahlreichen Regelungen im Obstanbau zeigte sie großes Verständnis: „Mir fehlt derzeit die Verlässlichkeit in der Agrarpolitik. Seit 16 Jahren reden wir über Entbürokratisierung. Ich habe es nicht erlebt, dass nur ein Gesetz in diesem Bereich zurückgenommen wurde“, so Christine Schneider, die betonte, dass sie gerne bereit ist, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen, um so auf Missstände hinzuweisen. Die auf der EU-Ebene immer wieder diskutierten Flächenstilllegungen von landwirtschaftlicher Nutzfläche (Stichwort „Greening“) lehnt sie eindeutig ab: „Wir haben in Deutschland genügend Umweltauflagen. Andere EU-Länder sollen zuerst mal ihre Hausaufgaben machen“, so Christine Schneider. Der örtliche Landtagsabgeordnete Josef Dötsch ergänzte: „Wir verlieren in Deutschland durch den Flächenfraß schon genug landwirtschaftliche Nutzfläche, deshalb sind wir als CDU auf Bundes- und Landesebene gegen unnötige Flächenstilllegungen“.

„Wir haben in unserer Region eine so tolle Qualität beim Obst“

Interessante Ausführungen zur diesjährigen Situation im Obstanbau trug auch Thomas Kreuter, Vorsitzender des Obstbaurings Koblenz, im Rahmen seiner Wortmeldungen vor. Das schlechte Blühwetter im April hat vor allem bei den Zwetschgen zu einem unterdurchschnittlichen Fruchtansatz geführt. Kreuter betonte, dass die Zahl der Betriebe auch im Gebiet des Obstbaurings rückläufig ist. „Wir haben in unserer Region eine so tolle Qualität beim Obst. Ich habe kein Verständnis dafür, dass zum Beispiel in den Sommermonaten Kirschen aus dem EU-Ausland in manchen Lebensmittel-Discountern angeboten werden“, so Kreuter.

Auch nach Meinung der beiden Landtagsabgeordneten und des CDU-Stadtverbandes Mülheim-Kärlich gilt es, die Stärken der örtlichen Landwirtschaft zu betonen und deren Leistungen für die Artenvielfalt und den Wirtschaftsstandort herauszustellen. Eine interessante Fragestunde rundete das Referat der Gastrednerin ab. Am Schluss der äußerst interessanten Informationsveranstaltung betonte der Mülheim-Kärlicher CDU-Vorsitzende Horst Hohn: „Christine Schneider hat zu Beginn ihrer Ausführungen folgenden Satz gesagt: ’Wir müssen zuhören, um zu verstehen, was an der Basis los ist.‘ Sie hat heute bewiesen, dass sie nicht nur zuhört, sondern auch eindrucksvoll ihre Meinung vertritt und Fragen in einer sehr sympathischen Art beantwortet.“ Sozusagen als „Wegzehrung“ für die Heimfahrt nach Edenkoben überreichte ihr der Vorsitzende im Namen des CDU-Stadtverbandes einen Geschenkkorb mit landwirtschaftlichen Produkten aus Mülheim-Kärlich und der Region.

Pressemitteilung des

CDU-Stadtverbandes

Mülheim-Kärlich

Christine Schneider nahm die von den Zuhörern vorgetragenen Anmerkungen zur Situation in der Landwirtschaft und im Obstanbau sehr ernst.

Christine Schneider nahm die von den Zuhörern vorgetragenen Anmerkungen zur Situation in der Landwirtschaft und im Obstanbau sehr ernst.

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