Erneuter deutsch-französischer Schüleraustausch am Gymnasium Mülheim-Kärlich
Zweiter Schüleraustausch mit Frankreich
Mülheim-Kärlich. Zum zweiten Mal konnte auch in diesem Schuljahr am Gymnasium Mülheim-Kärlich ein Schüleraustausch mit Frankreich auf die Beine gestellt werden. Ging es im letzten Jahr nach Noirétable und Saint-Just-en-Chevalet in der Nähe von Lyon, so sind die neu gewonnenen Partnerschulen, das Collège Frédéric Chopin in Aigurande und das Collège Louis Pergaud in Sainte-Sévère, sozusagen mitten im Herzen Frankreichs, nämlich in der Region Centre gelegen. Dahin machte sich in der letzten Märzwoche eine Gruppe von 22 erwartungsvollen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe Acht auf. In Begleitung der beiden Französischlehrerinnen Frau Fuß und Frau Rötz verbrachten sie eine abwechslungs- und aufschlussreiche Woche in Frankreich.
Ein interessantes und aufschlussreiches Programm
Auf dem Programm des Austausches, der auch in diesem Jahr wieder auf deutscher Seite unter der Leitung von Kathrin Rötz stattfand, stand beispielsweise die Besichtigung des Landguts der Schriftstellerin George Sand in Nohant.
Die „Vielschreiberin“ George Sand, die in Deutschland eher weniger bekannt ist, gilt in Frankreich als bedeutende Autorin, nicht zuletzt, weil sie neben zahlreichen Romanen auch gesellschaftskritische Schriften veröffentlichte - und das im 19. Jahrhundert und noch dazu als Frau.
An einem weiteren Tag erlebten die französischen und deutschen Schüler einen gemeinsamen Ausflug in die Universitätsstadt Limoges, die über einen sehenswerten mittelalterlichen Stadtkern verfügt und seit dem 18. Jahrhundert über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt für ihre Porzellanherstellung ist. Im namhaften Porzellanmuseum Adrien Dubouché konnten sich die Schüler selbst von der Schönheit des „Weißen Goldes“ überzeugen und in einem Workshop, der sich an die Museumsführung anschloss, sogar ihren ganz persönlichen Porzellanteller gestalten.
Weitere Programmpunkte waren die Besichtigungen der beiden Städtchen Aigurande und Sainte-Sévère, je nach dem, welcher Schule die deutschen Schüler durch Valérie Touron, der Verantwortlichen auf französischer Seite, zugeteilt worden waren.
Schulalltag in Frankreich
Natürlich gab es auch Gelegenheit, den Schulalltag in Frankreich kennenzulernen: Der Besuch von Unterrichtsstunden in verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen stand ebenso auf dem Programm wie das gemeinsame Mittagessen in der Schulkantine.
Viel Spaß hatten die Schüler des Weiteren bei einem gemeinsamen Spiele-Nachmittag am Collège in Aigurande sowie anlässlich der von den Gasteltern und Austauschschülern organisierten Abschlussfete. Das Wochenende wurde in den Gastfamilien verbracht, die sich allesamt etwas Besonderes für ihren Schützling überlegt hatten. Einige Schülerinnen konnten so beispielsweise gemeinsam einen Samstagsausflug nach Paris unternehmen. Apropos Paris: Zur großen Freude unserer Schüler war es uns tatsächlich möglich, auf der Rückfahrt nach Deutschland einen Zwischenstopp in der Hauptstadt einzulegen, um erst den Eiffelturm erklimmen und dann die atemberaubende Aussicht genießen zu können.
Insgesamt war es für die deutschen Jugendlichen sehr interessant, den Alltag ihrer gleichaltrigen Partner zu erleben und somit Erfahrungen zu sammeln, die ein herkömmlicher Frankreich-Urlaub nicht zu vermitteln vermag. Viele stellten grundlegende Unterschiede zur deutschen Lebensweise fest, insbesondere bei den Essgewohnheiten. So manch einer konnte gar nicht fassen, dass man abends so ausgiebig essen kann. Trotz aller Unterschiede fiel der Abschied von Frankreich und den neu gewonnenen Freunden sehr schwer, zumindest blieb aber der Trost, dass die Franzosen ihren Gegenbesuch schon Anfang Mai antreten würden.
Der Gegenbesuch
Und so waren nur wenige Wochen später die französischen Schüler mit ihrer Deutschlehrerin Valérie Touron und der begleitenden Kunstlehrerin Bernadette Villatel zu Gast in Mülheim-Kärlich. Als unsere französischen Freunde am 5. Mai eintrafen, war die Wiedersehensfreude groß.
Auch der einwöchige Aufenthalt in Deutschland war mit einem interessanten Programm verbunden. In besonderer Erinnerung wird allen Schülern sicherlich die gemeinsame Tagesfahrt nach Köln mit dem Besuch des Schokoladenmuseums und der Besichtigung des Doms bleiben, für die Franzosen waren jedoch auch die Marksburg sowie der Rundgang durch die Koblenzer Innenstadt mit anschließender Rhein-Fahrt nicht weniger eindrucksvoll. Außerdem traf sich die deutsch-französische Gruppe an einem Nachmittag zum gemeinsamen Bowlen. Ein von einigen Eltern und Schülern organisierter Grillabend ließ den Schüleraustausch schließlich ausklingen.
Der Austausch hat den Schülerinnen und Schülern großen Spaß gemacht und war für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis. Viele Schüler sind nach eigener Aussage fest entschlossen, mit den Partnern in Verbindung zu bleiben und so manch einer hat auch schon eine Einladung für die Sommerferien.
Selbstverständlich ist auch von schulischer Seite ein erneuter gegenseitiger Besuch zwischen dem Gymnasium Mülheim-Kärlich und den Collèges in Aigurande und Sainte-Sévère fest vorgesehen, wobei dieser wohl aber im jährlichen Wechsel mit den Schulen in Noirétable und Saint-Just-en-Chevalet stattfinden wird. Alle freuen sich schon auf ein Wiedersehen in zwei Jahren.
Die gesamte Gruppe der französischen und deutschen Austauschschüler.
