Wirtschaft | 28.01.2016

Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG

Bilanz gezogen

Erfolgreiches Jahr 2015 als Grundlage für Fusion mit Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg

Eine positive Jahresbilanz für 2015 zogen die beiden Vorstandsmitglieder der Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG, Mathias Lutz und Burkhard Kraus.-JOST

Rheinbach. „2015 war ein erfolgreiches Jahr für unser Institut“, erklärten die Vorstandsmitglieder Burkhard Kraus und Mathias Lutz bei der Jahrespressekonferenz der Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG. „Wir sind mit dem Erreichten zufrieden.“ Kraus fügte allerdings ein einschränkendes „noch“ hinzu, denn die Rahmenbedingungen machten es den Kreditinstituten allgemein und damit auch der Raiffeisenbank immer schwerer, positive Jahresergebnisse zu erzielen. „Das nach wie vor anhaltende Niedrigzinsniveau, ein schwieriges DAX-Umfeld mit stark schwankenden Kursen sowie die immer komplexere Regulatorik im Bankgeschäft machen uns das Leben schwer“, bedauerte der Vorstandssprecher. Dennoch werde man auch für 2015 wieder ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres ausweisen mit einem Jahresgewinn von etwa neun Millionen Euro. Die insgesamt 23.669 Mitglieder der Genossenschaftsbank können sich auf eine Dividende zwischen 5,5 und 6 Prozent freuen, die genaue Höhe werde bei der Vertreterversammlung am 28. Juni bekanntgegeben.

Starke Bank in der Voreifel entsteht

Das vielleicht wichtigste Thema an diesem Tag werde allerdings die geplante Fusion der Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG mit der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg eG sein, die man nach Möglichkeit noch in diesem Jahr über die Bühne bringen möchte. „Es wird eine starke Bank in der Voreifel entstehen, die Fusion soll für die Kunden und Mitarbeiter nur Vorteile bringen“, sind die beiden Vorstandsmitglieder überzeugt. Betriebsbedingte Entlassungen werde es auf keinen Fall geben, versichern sie. Dabei legt Vorstandssprecher Kraus Wert auf die Feststellung: „Wir müssen nicht fusionieren, wir wollen es und tun dies aus einer Position der Stärke heraus.“ Beide Häuser seien kerngesund und wirtschaftlich erfolgreich, mit dem Zusammenschluss wolle man Synergien heben und sich für die Zukunft wappnen. Das neue Institut mit dann 250 Mitarbeitern und mehr als 62.000 Kunden sowie über 30.000 Mitgliedern werde eine Bilanzsumme von einer Milliarde Euro aufweisen und voraussichtlich den Namen „Raiffeisenbank Voreifel eG“ tragen. Allerdings müssen die Vertreterversammlungen der beiden Kreditinstitute mit jeweils Dreiviertelmehrheit die Fusion noch genehmigen. Die Argumente für eine Verschmelzung seien durchaus schlüssig und fundiert und sollen den Mitgliedern der Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG zuvor schon in den drei Regionalkonferenzen der jeweiligen Regionalmärkte im März persönlich präsentiert werden.

Kundeneinlagen um 32 Millionen Euro gestiegen

Ende 2015 betrug die Bilanzsumme des Rheinbacher Kreditinstitutes noch 810 Millionen Euro. Die bilanziellen Kundeneinlagen seien dabei um 23 auf 623 Millionen Euro gestiegen, so Vertriebsvorstand Lutz. Zusammen mit den Geldanlagen, welche die Kunden der Bank im genossenschaftlichen Finanzverbund unterhalten, betreue die Bank ein Einlagenvolumen von über einer Milliarde Euro. „Aufgrund des aktuell niedrigen Zinsniveaus richten wir unsere Beratung auch auf individuelle und attraktive Anlagen", erläutert Lutz, wobei die Anlage immer zum jeweiligen Kunden passen müsse. Das Kreditvolumen der Bank habe einschließlich des Verbundgeschäftes 649 Millionen Euro betragen, sechs Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Ausschlaggebend für das gute Ergebnis sei vor allem die Entwicklung bei den Baufinanzierungen gewesen, so Lutz. So habe man unter anderem ein Neubaugebiet mit 102 Grundstücken in Euskirchen-Kuchenheim erfolgreich vermarktet. Für 2016 sei zumindest ein weiteres Projekt in Altendorf-Ersdorf in Planung, ,,denn wir wollen auch 2016 bei der Beschaffung von Wohnraum behilflich sein.“

Provisionsergebnis fing sinkenden Zinsüberschuss auf

Den weiterhin sinkenden Zinsüberschuss habe man glücklicherweise durch den Ausbau des Wertpapier-, Fonds- und Vermittlungsgeschäftes im Provisionsergebnis auffangen können, berichtete Lutz. Dafür habe es allerdings enormer Kraftanstrengungen bedurft. „Zudem war unser Agrarkompetenzzentrum gefordert, individuelle Lösungsansätze mit seinen Kunden zu finden, um die schlechte wirtschaftliche Entwicklung im landwirtschaftlichen Sektor aufgrund des stetig sinkenden Milchpreises kompensieren zu können.“ Abgeschlossen wurde im vergangenen Jahr der umfangreiche Umbau des RaiffeisenHauses in Rheinbach, wobei man sogar noch unter den veranschlagten Kosten geblieben sei, freute sich Kraus. Alles in allem habe die Bank hierfür etwa drei Millionen Euro ausgegeben. „Hier gilt der Dank allen Kunden und Mitarbeitern für ihr Verständnis und den überwiegend regionalen Handwerkern, die maßgeblich an diesem tollen Ergebnis beteiligt waren.“ Neben energetischen Maßnahmen und der Umgestaltung des Kundenbereichs wurde auch ein neues lmmobilienCenter im Erdgeschoss geschaffen. Hier stünden die Spezialisten zu den Themen Immobilien und Baufinanzierung den Kunden für individuelle Beratungen zur Verfügung.

121.191 Euro an die Vereine der Region gespendet

„Die Mitgestaltung in unserer Region, die Verantwortung gegenüber unseren Kunden und Mitarbeitern sowie der weitere Ausbau des privaten, mittelständischen und landwirtschaftlichen Kreditgeschäftes werden uns auch in 2016 antreiben“, erklärte Kraus zum Abschluss. Dazu gehöre es auch, die Vereine der Region regelmäßig mit Spenden zu unterstützen. Im vergangenen Jahr wurden hierfür 121.191 Euro aufgewendet.

Eine positive Jahresbilanz für 2015 zogen die beiden Vorstandsmitglieder der Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG, Mathias Lutz und Burkhard Kraus.Foto: -JOST

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