Wirtschaft | 26.10.2017

Handwerkskammer Koblenz: Umfrage weiter mit Top-Ergebnissen

Das Konjunkturhoch setzt sich fort

Besonders die Bau- und Ausbauhandwerke melden eine gute Auftragslage und hohe Auslastung, doch auch in vielen anderen Berufen hat sich die Wirtschaftslage nochmals verbessert. Das Gesamthandwerk meldet Spitzenwerte.Klaus Herzmann

Koblenz. Die aktuelle Befragung unter 2800 Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer (HwK) Koblenz liegt vor: Im Herbst 2017 schätzen 93 Prozent der Betriebsinhaber ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend ein (Vorjahreswerte in Klammer: 90 Prozent). Auch die Erwartungen an die Geschäftslage werden für die nächsten drei Monate zu 94 Prozent (91 Prozent) mit gut oder befriedigend beschrieben.

„Die gute Konjunkturlage hält weiterhin an. Die Auftragslage im Handwerk ist sehr gut, daher rechnen wir auch weiterhin mit guten Ergebnissen. Die Ausbildungssituation stellt sich derzeit konstant dar. Bis zum 30. September konnten 3222 neue Lehrverträge eingetragen werden. Das ist ein Plus zum Vorjahresvergleich von 3,6 Prozent. Allerdings wird die Besetzung der offenen Stellen, besonders bei den Fachkräften, immer schwieriger“, kommentieren Kurt Krautscheid und Alexander Baden, Präsident und Hauptgeschäftsführer der HwK, die neueste Umfrage. „Mit der fortschreitenden Digitalisierung benötigt das Handwerk aber gerade besonders gut ausgebildete Mitarbeiter.“ Mit dem Projekt „Handwerk attraktiv Rheinland-Pfalz“ möchte die HwK noch stärker auf die guten Chancen, die sich im Handwerk bieten, aufmerksam machen.

Die Beurteilungen einzelner Konjunkturindikatoren wie Auftragsbestand, Betriebsauslastung, Umsatzentwicklung und Beschäftigungssituation haben sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals verbessert. Die Investitionsbereitschaft hat sich weiter erhöht. Auf die Frage nach einer Kapazitätsauslastung von mindestens 70 Prozent melden 81 Prozent (77 Prozent) der Handwerksbetriebe eine stabile Auslastung. Spitzenreiter sind hier die Ausbauhandwerke mit 92 Prozent (83 Prozent). Von den Handwerken für den gewerblichen Bedarf geben 88 Prozent eine zufriedenstellende Auslastung an (79 Prozent). Der Auftragsvorlauf liegt mit 10,6 Wochen (9,4 Wochen) nochmals über dem Vorjahresergebnis.

Positive Entwicklung

Die Ergebnisse der Konjunkturindikatoren Auftragseingang und -bestand liegen im Herbst 2017 über den Vorjahreswerten. Konstante oder gestiegene Werte im Auftragseingang geben 86 Prozent (83 Prozent) und im Auftragsbestand 89 Prozent (85 Prozent) der befragten Betriebe an.

Ebenso liegen die Ergebnisse zur Umsatzentwicklung über den Vorjahreswerten. 84 Prozent (83 Prozent) melden höhere oder gleiche Einnahmen. Allerdings steigt der Preisdruck für die Betriebe. Aktuell geben 46 Prozent (31 Prozent) der Befragten steigende Einkaufspreise an, 21 Prozent können höhere Verkaufspreise bei ihren Kunden durchsetzen (16 Prozent).

Das Investitionsklima im Kammerbezirk Koblenz ist gut. Derzeit investieren 51 Prozent (40 Prozent) der befragten Betriebe eine durchschnittliche Summe von 59.000 Euro (39.000 Euro). Damit bleibt das Investitionsvolumen insgesamt auf hohem Niveau. In den nächsten drei Monaten planen 57 Prozent (57 Prozent) der Befragten Investitionen in gleicher Höhe, 15 Prozent (zwölf Prozent) geben an, im nächsten Quartal mehr zu investieren.

Im Personalbereich nehmen in diesem Herbst 69 Prozent (71 Prozent) der Befragten keine Veränderungen vor, 22 Prozent (19 Prozent) stellen Mitarbeiter ein, neun Prozent (zehn Prozent) nehmen Entlassungen vor. Im kommenden Quartal planen 77 Prozent (84 Prozent), keine personellen Veränderungen vorzunehmen. Acht Prozent (neun Prozent) befürchten, Stellen abbauen zu müssen. 15 Prozent (sieben Prozent) der Befragten möchten zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

„Die Handwerkswirtschaft zeigt sich auf hohem Niveau, die Zukunftsaussichten sind positiv“, äußern sich Krautscheid und Baden: „Das Handwerk nimmt sich neuer Aufgaben an: Am digitalen Wandel führt kein Weg vorbei. Wir unterstützen über die Arbeit des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk unsere Handwerksbetriebe aktiv bei der erfolgreichen Einführung und Umsetzung.“

Der kostenlose Beratungsservice der Handwerkskammer Koblenz unterstützt die Mitgliedsbetriebe in betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Fragestellungen, so bei den Themen Unternehmensentwicklung, Fachkräftegewinnung, Betriebsnachfolge, Rechtsformwahl, Arbeitssicherheit, Energieeffizienz, technologischem Know-how oder Gestaltung von Produkten. Jährlich werden in etwa 600 Intensivberatungen vor Ort in den Unternehmen gemeinsame passgenaue Lösungen erarbeitet.

Zahlen und Fakten

Bei der Handwerkskammer Koblenz sind 19.386 Betriebe eingetragen. Das entspricht 37 Prozent aller Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz. In diesen Betrieben arbeiten 104.000 Beschäftigte - im Landesvergleich sind das 39 Prozent aller Menschen, deren berufliche Heimat das Handwerk ist. Der durch Handwerksbetriebe im Norden des Landes generierte Umsatz liegt bei 11,4 Milliarden Euro (bezogen auf Rheinland-Pfalz-Niveau 42 Prozent). 41 Prozent aller Lehrlinge (8206) im Land werden durch das Handwerk im Kammerbezirk Koblenz ausgebildet, 3107 neue Ausbildungsverhältnisse konnten 2016 abgeschlossen werden.

Informationen zu Einzelheiten der Herbstbefragung 2017 bei der Handwerkskammer Koblenz, Telefon (02 61) 39 82 51, Fax (02 61) 39 89 94, beratung@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de.

Die Beurteilung der Geschäftslage im nördlichen Rheinland-Pfalz liegt 2017 weiter auf hohem Niveau. 93 Prozent der befragten Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Koblenz beurteilen ihre aktuelle Wirtschaftslage als gut oder befriedigend. 94 Prozent der Befragten erwarten eine stabile Konjunktur im nächsten Quartal.

Pressemitteilung

der HwK Koblenz

Besonders die Bau- und Ausbauhandwerke melden eine gute Auftragslage und hohe Auslastung, doch auch in vielen anderen Berufen hat sich die Wirtschaftslage nochmals verbessert. Das Gesamthandwerk meldet Spitzenwerte.Foto: Klaus Herzmann

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