- Anzeige - Margaretha-Flesch-Haus bietet mit der Tovertafel Bewohnern ein interaktives Spiel zur Förderung der kognitiven Fähigkeiten
„Du musst den Zauberspruch sagen, Hans“
Hausen. Man hört den Wind durch den großen Aufenthaltsraum im Margaretha-Flesch-Haus in Hausen brausen. Vier Bewohner sitzen an einem großen Tisch und starren auf die Tischplatte. Ihre Hände schieben bunte Drachen hin und her, deren Schweife im Wind flattern. „Du musst den Zauberspruch sagen, Hans. Dann klappt es“, hilft Schwester M. Gisela Becker ihrem Tischnachbarn auf die Sprünge, als der Drache nicht sofort auf seine Handbewegung reagiert. Beide spielen gemeinsam mit den anderen Bewohnern mit der sogenannten Tovertafel (Tover ist das niederländische Wort für Magie). Ein Technikwürfel an der Decke projiziert verschiedene interaktive Spiele auf den Tisch. Ein Sensor nimmt die Handbewegungen wahr, die dann wiederum weitere Aktionen auslösen. Es sieht in der Tat fast wie Zauberei aus.
Die Tovertafel ist ein neues Angebot, das der Soziale Dienst im Margaretha-Flesch-Haus seinen Bewohnern macht. Die interaktiven Spiele stimulieren die kognitive Aktivität und fördern die soziale Interaktion. „Vor allem Bewohner mit einer dementiellen Veränderung profitieren davon“, erläutert Frank-Ulrich Kron. Der Einrichtungsleiter ist bei einer Internetrecherche auf die Tovertafel gestoßen. Seit Anfang November ist sie nun im Einsatz und fest im Wochenplan verankert.
Große Auswahl an interaktiven Spielen
„Bei den interaktiven Spielen ist für jeden etwas dabei“, erläutert eine Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes. So können die Bewohner unter anderem Musik machen, indem sie auf dem Tisch schwebende Noten in eine Spieluhr schieben. Sind alle Noten eingesammelt, öffnet sich die Spieluhr und heraus tanzen Ballerinen. Oder sie können Blumen wachsen lassen, indem sie diese einfach berühren. Schwester M. Gisela, die zum ersten Mal mit der Tovertafel spielt, ist begeistert: „Wer lässt sich denn sowas einfallen?“. Sie mag die Nostalgie-Puzzle am liebsten. Die auf dem Tischen erscheinenden Puzzleteile müssen von den Bewohnern zusammengeschoben werden. Die Teile verbinden sich dann zu einem Bild. Am meisten Freude haben die Bewohner beim Malen. Auf dem Tisch erscheint ein großer leerer Bilderrahmen. Durch diesen rollen verschiedene Kugeln. Die Bewohner müssen diese durch Klopfen auf die Tischplatte öffnen. Heraus kommen Farbspritzer, die nach und nach ein Bild entstehen lassen.
Abwechslung und neue Herausforderungen
Zehn Spiele bietet die Tovertafel zur Zeit. „Aber es wird immer weitere Updates geben“, erläutert Einrichtungsleiter Kron. „So haben unsere Bewohner immer wieder eine Abwechslung und werden neu herausgefordert“, freut sich Schwester Marina Buding, die im Sozialen Dienst arbeitet, über dieses neue interaktive Angebot. Sie und ihre Kollegen haben durchweg positive Erfahrungen mit dem neuen Angebot gemacht. Auch Bewohner, die sonst nicht mehr so aktiv bei Gruppenangeboten teilnehmen können, werden durch die bunten Farben, die Geräusche, die projizierten Bewegungen der Tovertafel animiert, sich einzubringen. So auch dieses Mal: Beim Malen mit den Kugeln im leeren Bilderrahmen hat eine Bewohnerin, die anfangs sehr zurückhaltend den Tisch beobachtet, den Dreh schnell raus und schafft es, jede Farbkugel zum Platzen zu bringen. „Schau mal einer an“, freut sich ihr Tischnachbar; „bei Dir klappt das immer sofort und bei mir nicht“.
Die Bewohner malen am liebsten mit der Tovertafel. Wenn sie alle Kugeln erwischt haben, erscheint ein schönes Bild.
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