Eifelverein Ortsgruppe Adenau
125-jähriges Bestehen gebührend gefeiert
Rückblick auf die Historie des Eifelvereins - Problematik der sinkenden Mitgliederzahlen thematisiert
Adenau. Mit einem Sommerfest am Feuerwehrgerätehaus feierte der Eifelverein Ortsgruppe Adenau sein 125-jähriges Bestehen. Die Entstehung des Eifelvereins ist eng verbunden mit den wirtschaftlichen Verhältnissen des 19. Jahrhunderts, wo im „preußischen Sibirien“ wie die Eifel vielfach beschrieben wurde, bittere Armut herrschte. Die anhaltende Hungersnot verursacht durch Missernten und den Untergang der Eisenindustrie, trieb viele Menschen der Region dazu auszuwandern, teilweise bis Amerika. Hier kam der am 22. Mai 1888 im Kursaal von Bad Bertrich gegründete Eifelverein ins Spiel. Die Mitglieder des Eifelvereins hatten sich zum Ziel gesetzt, mit einer zeitgemäßen Infrastruktur, Wirtschaft, Landwirtschaft und Fremdenverkehr zu unterstützen. Besonders die Wertschätzung der Schönheit der Region und vor allem der Menschen, die hier lebten, war den Gründern des Vereins ein Herzensanliegen.
Kurz nach Gründung des Hauptvereins in Bad Bertrich formierten sich auch in Adenau Männer und Frauen zur Ortsgruppe des Eifelvereins. Unter dem damaligen Vorsitzenden Dr. Müll widmete sich der Adenauer Eifelverein zusammen mit dem Verschönerungsverein der Markierung der Wanderwege, dem Aufstellen von Ruhebänken, dem Bau von Schutzhütten und der Entwicklung des allgemeinen Fremdenverkehrs. Heute hat der Verein 378 Mitglieder und ist damit einer der größten Vereine der Region. Seit der Gründung hat die Ortsgruppe auch einiges geleistet.
So wurde nach der Gründung auf der „Breiten Heide“ ein hölzerner Aussichtsturm errichtet samt dazugehöriger Schutzhütte, dieser musste aber 1929 abgerissen werden. Ein weiterer Turm wird auch von der Ortsgruppe betreut, der Kaiser Wilhelm Turm auf der Hohen Acht. Der Bau der Eifelvereinsschutzhütte „Am Näßbachstein“ wurde auch von der Ortsgruppe in die Wege geleitet. Bei der Wegemarkierung und Unterhaltung der Hauptwanderwege des Eifelvereins sowie bei der Betreuung der regionalen städtischen Wanderwege haben die derzeitigen Wegewarte vorbildliche Arbeit geleistet. Im Jahre 2009 wurde im Gedenken an den Adenauer Oberförster Clemens de Lassaulx, in Zusammenarbeit mit dem Verein für Heimatpflege, der Themenwanderweg „Clemens de Lassaulx Weg“ zur de Lassaulx Hütte angelegt und beschildert.
Auch der Jubiläumstag wurde am Vormittag mit einer Wanderung eröffnet. Mit den Wanderführern Werner Schäfer und Rolf Lück gingen über 100 Wanderfreunde auf die acht oder zwölf Kilometer Strecke, die wieder am Gerätehaus endete. Am Nachmittag ergriff bei der kleinen Jubiläumsfeier als erster Vorsitzender Peter Menches das Wort. Er ließ die Geschichte des Vereins noch einmal Revue passieren und zeigte sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern erkenntlich, die das Vereinsleben in der Form überhaupt ermöglichen. Sei es die Begleitung bei den Touren oder die Ausschilderung und das Instandhalten der Wanderwege. Für die Zukunft fand er aber auch kritische Worte.
„Nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen“
„Von dem populären Volkssport Wandern der 80er Jahre ist nicht viel übrig geblieben, und jüngeren Leuten scheint der Eifelverein wenig attraktiv, die Mitgliederzahlen sinken, wie in allen Vereinen, deshalb dürfen wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen“, betonte Peter Menches. Das Wandern ist in den letzten Jahren zunehmend kommerzialisiert und professionalisiert worden. Das Leitbild der Outdoor-Industrie sind junge finanzkräftige Leute, die sich schnell eine Wanderkarte aus dem Internet runterladen und sich per Facebook spontan zu einer Tour auf einem Traumpfad verabreden, betonte der Vorsitzende. Dem gegenüber besitzen die Wandervereine mit Wandern mit Bildungs- und Informationsangeboten, Wandern mit Gleichgesinnten in netter Gesellschaft und Wandern mit qualifizierten und engagierten Wanderführern, drei Alleinstellungsmerkmale, die es gilt, an den Mann oder die Frau zu bringen, um zu vermitteln, welche tollen Angebote sie im Verein erwarten.
Eifelvereins Bezirksvorsitzender Landrat Jürgen Pföhler würdigte das ehrenamtliche Engagement, was der Eifelverein in den 125 Jahren geleistet hat. „Diesen Dank überbringe ich von der gesamten kommunalen Familie, also Kreis, Verbandsgemeinde und Stadt Adenau“, betonte Jürgen Pföhler. Der Natur- und Landschaftsschutz gehört unter anderem seit je her zu den Zielen des Eifelvereins, hier dachte der Bezirksvorsitzende beispielsweise an das umfangreiche Engagement der Ortsgruppe zur Verhinderung von Windrädern an der Hohen Acht. „Davon profitiert der Tourismus der ganzen Region“, lobte der Landrat das Engagement. Auch beim Renovierungsbedürftigen Kaiser Wilhelm Turm, dessen Pflege der Zuwegung von der Ortsgruppe übernommen wurde, versprach der Landrat Hilfe. „Wir werden den Turm erhalten, wir werden demnächst einen Bausachverständigen beauftragen, um den Turm mal in Augenschein zu nehmen.“
Vom Gerätehaus aus startete die Wanderung.
