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Kreistag informierte sich über das Forschungsprojekt „EnAHRgie“

Ahrkreis auf dem Weg zur Modellregion

3,3 Millionen Euro Forschungsprojekt unter der Federführung der Europäischen Akademie

29.06.2015 - 14:26

Kreis Ahrweiler. Hinter dem Kürzel „EnAHRgie“ steht der offizielle Titel des 3,3 Millionen Euro schweren Bundesprojekts „Nachhaltige Gestaltung der Landnutzung und Energieversorgung auf kommunaler Ebene - Umsetzung für die Modellregion Kreis Ahrweiler“. Die Federführung des Forschungsvorhabens liegt in den Händen der Europäischen Akademie, die den Kreis Ahrweiler als wichtigsten Partner ansieht, so Projektleiter Dr. André Schaffrin in seinem Vortrag. Die Finanzierung laufe vollständig über Mittel des Bundesforschungsministeriums, selbst der Anteil des Kreises Ahrweiler in Höhe von 161.600 Euro werde zu 100 Prozent vom Bund bezuschusst.


Wissenschaftliche Analyse


Mit dem Projekt soll der Einsatz von Erneuerbaren Energien - vor allem Windkraft, Sonnenenergie, Biomasse und Wasserkraft - im Kreis Ahrweiler drei Jahre lang wissenschaftlich analysiert werden. Aus Sicht des Landrats habe das Vorhaben drei entscheidende Vorteile: der Kreis werde unter Betreuung hochrangiger Wissenschaftler, die sich der Kreis ansonsten nicht leisten könnte, einen Kompass erhalten, wie die Energiewende im Kreis umsetzbar sei. Alle Institutionen und Organisationen aus dem Kreis seien in der „Innovation Gruppe“ vertreten. Das seien etwa die Kommunen, die Ahrtalwerke, Vereine und Verbände, Banken und Energieversorger. „Die Bürger werden ebenfalls beteiligt, versprach der Landrat, denn schließlich soll die wissenschaftliche Herangehensweise mit dem Praxiswissen der Akteure vor Ort verzahnt werden. „Auf diese Weise haben alle Akteure die Möglichkeit, ihre Vorstellungen über die Energiewende mit einzubringen. Eine solche Organisation könne die Kreisverwaltung alleine nicht auf die Beine stellen“, so Pföhler. Der Kreistag hatte bereits 2011 den Beschluss der „100 Prozent-Erneuerbare-Energie-Region“ gefasst. Der Strombedarf im Kreis Ahrweiler soll bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Ein Anteil von rund 10 Prozent am Gesamtstrombedarf sei schon jetzt erreicht.


Experten sind beteiligt


Beispiele von Energiespar- und Klimaschutzmaßnahmen seien die Ausstattung der kreiseigenen Gebäude mit Fotovoltaikanlagen, das flächendeckende Solarkataster im Internet, die Umstellung auf moderne Heizungsanlagen mit alternativen Energieformen oder die Einrichtung der Energieagentur im Kreis Ahrweiler. Wissenschaftler der Europäischen Akademie und von sieben weiteren wissenschaftlichen Institutionen verschiedener Fachrichtungen aus ganz Deutschland wollen diesen Weg jetzt durch ihre fachliche Expertise unterstützen. Am Beispiel des Kreises Ahrweiler soll ein Gesamtkonzept für eine nachhaltige Landnutzung mit Schwerpunkt auf Energieversorgung entwickelt werden. „Unser Ziel ist es, Motivationen und Aktivitäten auf lokaler Ebene zu nutzen und konsistent mit Maßnahmen und zielen auf Landes- und Bundes-Ebene abzustimmen“, erläuterte Schaffrin.

Kern des Projekts bildet die „Innovationsgruppe“, in der Wissenschaftler aus den Bereichen nachhaltige Landnutzung, Gestaltung dezentrale Energiesysteme, Governance und Partizipation mit Praktikern aus dem Verwaltungsbereich, der regionaltypischen Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.


Ehrgeizige Ziele


So stehe etwa der Kreis Ahrweiler bei seinem ehrgeizigen Ziel, „100 Prozent-Erneuerbare-Energie-Region“ zu werden, vor besonderen Herausforderungen. Denn durch das Vorhaben entstehe eine Landnutzungskonkurrenz zwischen Tourismus, Naturschutz, Weinbau und Energieerzeugung mit einer Mehrebenen-Problematik der Planungskompetenzen. Zumal der Kreis Ahrweiler zu 40 Prozent ein Vogelschutzgebiet nach der FFH-Richtlinie und sogar zu 90 Prozent ein Landschaftsschutzgebiet sei. Aus der Art und Weise, wie der Kreis dieses Problem löse, könne besonders gut eine allgemeine Herangehensweise als neue Systemlösungen für die Lokale Energiewende in Deutschland abgeleitet werden.


FDP befürchtet Windradchaos


Nach wie vor kann sich die Kreis-FDP nicht mit diesem Projekt anfreunden. „Das Geld könnte man andernorts besser verwenden“, so das Urteil des Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Ulrich van Bebber. Statt den Ausbau der Windenergie in geordnete Bahnen zu lenken, habe die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) einen Zustand landesplanerischer Anarchie geschaffen. Da sie nicht einmal versucht habe, den Ausbau der erneuerbaren Energien planerisch zu gestalten, drohe Rheinland-Pfalz nun ein regelrechtes Windradchaos und eine unsägliche Verspargelung der Landschaft.


Positive Resonanz im Kreistag


CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Sundheimer begrüßte hingegen das Projekt, denn gebe durchaus Probleme, das ehrgeizige Ziel des Kreises in die Tat umzusetzen, eine „100 Prozent-Erneuerbare-Energie-Region“ zu werden. „Wir wollen das aber und erwarten uns Lösungsmöglichkeiten von diesem Projekt“, macht er deutlich. FWG-Fraktionssprecher Jochen Seifert sagte ebenfalls seine Unterstützung zu und war zugleich darum, auch das Einrichten von „Energiedörfern“ in Erwägung zu ziehen und auch die Wasserkraft als Zusatzoption nicht außer Acht zu lassen.

„Ich bin froh, dass es jetzt losgeht“, machte Grünen-Fraktionschef Wolfgang Schlagwein deutlich und freute sich über eine systematische Bestandsaufnahme und Analyse der örtlichen Potenziale. Damit sah auch eine umfassende allgemeine Willensbildung im Thema Energiewende endlich möglich, zugleich könne man bestehende Spannungen auf den Tisch legen und darüber reden. Marcel Hürter (SPD) sah der Kreis noch vom gesetzten Ziel entfernt, denn es gebe objektive Probleme der Installation von Windenergie, was dem Landschaftsschutz geschuldet sei.

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Jürgen Heiner:
Ich war 2016 in Marokko. Dort habe ich in einem Hotel am Schwimmbad ein Schild gesehen das in diesem Bad Burkinis verboten sind. Gerne schicke ich Ihnen die Bilder per Mail zu.

Auch Hörsysteme brauchen Pflege!

juergen mueller:
Sollte man meinen - vor allem was die politischen Hörsysteme betrifft. Würden diese besser bürgernah gepflegt, anstatt immer nur davon zu reden, dann würde sich vielleicht etwas zum besseren wenden. Und das beste Mittel, um sein Pflegesystem zu pflegen, ist nun einmal aufeinanderzugehen, zuhören, verstehen und nicht nur immer sein eigenes meist kontraproduktives Geschwätz wieder - bis zum nächsten Anfall - in sich aufzusaugen. Wenn ich lese, dass die Koblenzer Räte-SPD sich auch noch etwas darauf einbildet, dass sie im Gegensatz zu anderen Kommunen nun doch nicht so schlecht abgeschnitten haben will, nach der Sommerpause erst einmal in "Klausur" gehen will, um sich über ihren weiteren Werdegang schlüssig zu werden,dann bestätigt das nur,dass alle nichts dazugelernt haben u.so weiter machen werden wie bisher - selbstbestätigend u.selbstüberschätzend mit ihrem altbekannten kaputten Hörsystem.
Uwe Klasen:
„Den Klimanotstand ausrufen“ --- Anstatt dessen täten die „Ausrufer“ daran, sich auf ihre intellektuelles Befinden untersuchen zu lassen!
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