Allgemeine Berichte | 14.10.2015

Mit Satire und Ironie werden die Millenniumsziele in der Karikaturenausstellung hinterfragt

„Armut muss Geschichte werden“

Bürgermeister Guido Nisius (rechts) begrüßte (von links) Jugendpfleger Jürgen Schwarzmann, Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann, Muepu Muamba und Dr. Maria Kohlert-Nemeth bei der Ausstellung.UM

Adenau. Zu den gesteckten Millenniumsentwicklungszielen der 192 Staaten der UNO, die im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurden und nun im Jahr 2015 den Endpunkt finden, hatte sich auch die Verbandsgemeinde Adenau seit der Unterzeichnung im Jahr 2011 mit zahlreichen Aktionen über all die Jahre beteiligt. Auch wenn die gesteckten Ziele bei Weitem nicht erreicht wurden, sind doch Verbesserungen eingetreten, denn ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte tun, kann das Antlitz der Erde verändert werden.“

In der neuen Situation des Flüchtlingsaufkommens ist auch die Verbandsgemeinde Adenau gefordert - und da gab es ein Begegnungsfest in der Gartenstraße, bei dem es ausdrücklich hieß „Flüchtlinge willkommen“. Alle waren eingeladen, die neuen Bürgerinnen und Bürger in der Johanniterstadt Adenau zu begrüßen, was auch bei einem Fest mit Essen und Trinken, Spielen und Gesprächen zwischen den verschiedenen Kulturen ausgiebig und erfolgreich geschah.

Auch das gehörte zur Millenniumsaktion, wie auch am Abend die Karikaturenausstellung im Rathaus der Verbandsgemeinde, wo Bürgermeister Guido Nisius die Gäste mit Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann, Jugendpfleger Jürgen Schwarzmann und besonders die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Maria Kohlert-Nemeth, sowie den Schriftsteller und Journalisten Muepu Muamba begrüßte. Zur Einleitung spielte Anna Belle Thiesen auf ihrer Gitarre und beeindruckte am Abend mehrfach mit ihrem Gesang.

Bürgermeister Nisius erinnerte daran, dass die Verbandsgemeinde Adenau und die Ortsgemeinden die Millenniumserklärung seinerzeit unterzeichnet hätten. So gehören sie alle gemeinsam einer wachsenden Gemeinschaft an, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen in der Welt einsetzten.

Hierbei hat es auch einen Wandel innerhalb der Verbandsgemeinde hin zur „Fair-Trade-Gemeinde“ gegeben, so der Bürgermeister. Zur besonderen Millenniumsaktivität zählt nun aber die außergewöhnliche Karikaturenausstellung, die den Besuchern die Bilanz der von den UNO-Staaten gesteckten Ziele vor Augen führt. In einem internationalen Karikaturenwettbewerb haben sich fast 300 Karikaturisten beteiligt, um die Bilanz auf ihre Art und Weise mit Ironie und Satire zu hinterfragen.

Bei aller Ernsthaftigkeit des Themas Entwicklungshilfe zeigt die Ausstellung, dass Lachen gegen Missstände und Armut helfen kann. Mittlerweile engagieren sich Millionen von Menschen, um die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele zu unterstützen. „Da sind wir froh und stolz darauf, dabei zu sein“, so Bürgermeister Nisius.

Die Kuratorin, Kultur- und Kunstwissenschaftlerin sowie Übersetzerin, ging auf die Bedeutung der Wanderausstellung ein, die noch bis zum Ende dieses Monats im Rathaus unter dem Titel „Armut muss Geschichte werden“ zu sehen ist. Immer wieder stand das Lachen im Vordergrund, da Lachen und Humor Quelle und Ausdruck von Lebensenergie ist. Dr. Maria Kohlert-Nemeth ließ wissen, dass in Afrika viel gelacht wird - und zu jedem Anlass, ganz gleich, ob er freudig oder traurig ist. Lachen ist eine Lebensart, die alles infrage stellt. In der Übersetzung von Muepu Muamba war zu hören, dass in Afrika Lachen die Zähne wäscht, aber auch die Seele. Aber genauso, dass die Menschen kein Mitleid brauchen, sie brauchen ihre Würde, so der Schriftsteller und Journalist aus der Demokratischen Republik Kongo, der im Jahr 1946 im damaligen „Belgisch Kongo“ geboren wurde, später in Belgien Soziologie und Journalistik studierte und 1968 aus politischen Gründen aus Belgien ausgewiesen wurde. Danach ging es wieder zurück in die inzwischen unabhängig gewordene Demokratische Republik Kongo. Nach mehreren Stationen und dem Exil in Paris lebt Muepu Muamba heute in Frankfurt am Main. Der kritische Autor ging in seiner Rede sehr tiefgründig auf die Probleme in Afrika und die darstellenden Karikaturen ein, das Ergebnis war das gleiche wie das Thema der Ausstellung: „Armut muss Geschichte werden.“ Diese Geschichte kann noch bis zum 28. Oktober zu den Geschäftszeiten der Verbandsgemeinde besichtigt werden.

Anna Belle Thiesen spielte zur Einleitung auf ihrer Gitarre und beeindruckte am Abend mehrfach mit ihrem Gesang.

Anna Belle Thiesen spielte zur Einleitung auf ihrer Gitarre und beeindruckte am Abend mehrfach mit ihrem Gesang.

Bürgermeister Guido Nisius (rechts) begrüßte (von links) Jugendpfleger Jürgen Schwarzmann, Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann, Muepu Muamba und Dr. Maria Kohlert-Nemeth bei der Ausstellung.Fotos: UM

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