Wenn die Tagestemperaturen steigen, beginnen die Bienen mit der Sammeltätigkeit
Bald summt es wieder überall
Wershofen. Allenthalben mehren sich die Anzeichen für den Umbruch vom dunklen, kalten Winter zum hellen, bunten Frühling. Zeigt sich in den kommenden Tagen die Sonne etwas länger, steigen die Tagestemperaturen auf zehn Grad Celsius und mehr, wagen sich auch zuerst zaghaft dann immer mehr Bienen ans Licht und verwandeln die stummen Bienenkisten zu summenden Stöcken. Die sonst kältesten Monate des Jahres Januar/Februar waren unnormal warm, sodass der Entwicklungsstand der Völker relativ weit fortgeschritten ist. Das Brutnest wächst, die erste Generation der Sommerbienen ist geschlüpft und wagt die Orientierungsflüge vor dem Flugloch, der Futterverbrauch steigt. In den Waben müssten noch Vorräte bis zum Beginn der Kirschblüte gelagert sein. Die „alten“ Winterbienen beginnen sogleich die Sammeltätigkeit und tragen Pollen ans Brutnest, „Bienenbrot“ aus den Frühblühern Hasel, Erle, Krokus, Schneeheide und aus den wichtigsten, den Weiden. Oft schenkt selbst der Imker den Pflanzen, die überwiegend Pollen spenden, weniger Aufmerksamkeit, als den Nektar produzierenden Blütenpflanzen, aus denen die Honigtracht gewonnen wird. Das ist zumindest kurzsichtig, verbraucht doch ein Volk je nach Stärke bis zu 50 kg Blütenstaub/Jahr. Pollen ist jedoch nicht gleich Pollen. In seiner bunten Gesamtheit enthält er all jene Stoffe, die Voraussetzung für eine gesunde Bienennahrung sind. Viele Forscher führen das weit verbreitete Bienensterben in der Gegenwart auf ein fehlendes oder zu einseitiges Pollenangebot zurück. Darum ein Tipp von Bernd Kaspers, Wershofen, an alle Imker und Freunde der Bienen und des Honigs: „Sorgt für ein ausreichendes Pollenangebot über das ganze Jahr. Insbesondere schützt und vermehrt die Weiden! Wenn unsere Bienen eine gute Weidentracht nutzen können, so wirkt das wie ein „Startpilot“ für eine positive Entwicklung der Völker und ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein erfolgreiches Bienenjahr.“
B. Kaspers,
www.wershofen-eifel/
vereine/ bienenzuchtverein
Hunderte Blüten muss eine Biene befliegen, um 30 mg Pollen zu sammeln.
Wenn die Temperaturen steigen, verwandelt sich die Natur. Der Frühling treibt mit ganzer Kraft seine Blüten ans Licht.
Die sonst kältesten Monate des Winters, Januar und Februar, waren in diesem Jahr unnormal warm - Schnee gab es eher selten. Fotos: © B. Kaspers
