Bigbandmeeting in Bonn
Bigbands aus Adenau und Bonn begeistern mit ausdruckstarkem Konzert in Leimbach
aus Müsch
Leimbach. „Einfach richtig geile Mucke“: Zwei Bigbands drehten in Leimbach auf
45 Musiker, elf Stunden gemeinsame Proben und ein Finale mit Metallica: Beim 3. Bigbandmeeting des Erich-Klausener-Gymnasiums und des Tannenbusch-Gymnasiums Bonn (TABU ) blieb musikalisch kein Stein auf dem anderen.
Wer bei „Schulkonzert“ an brave Klänge und höflichen Applaus denkt, wurde am 1. Oktober 2026 in Leimbach eines Besseren belehrt. „Unter dem Motto ‚Einfach richtig geile Mucke‘ feuerten die EKG-Bigband und die TABU-Bigband aus Bonn ein musikalisches Genre-Feuerwerk ab – von Pop und Latin über Swing und Funk bis hin zu Heavy Metal. Dass die Leimbacher Halle den Abend ohne erkennbare Schäden überstand, darf durchaus als Erfolg verbucht werden ...
Hinter dem Konzert steckten ein Dreivierteljahr Vorbereitung und viele Stunden gemeinsamer Proben. Für die EKG-Bigband unter der Leitung von Michael Rodarius und die TABU-Bigband mit Arnt Böhme und Christian Villwock war es bereits das dritte musikalische Gipfeltreffen nach 2019 und 2022. Die Freundschaft zwischen den beiden Schulen hat also Tradition – und ordentlich Wumms.
Die EKG-Bigband als Gastgeber eröffnete den Abend mit einer Reise durch die Popgeschichte. „Call Me Maybe“ brachte Schwung in die Halle, „I Want It That Way“ weckte Erinnerungen an die Boyband-Ära der 1990er-Jahre. Anschließend sorgte Camila Cabellos „Havana“ mit kubanischen Rhythmen für Urlaubsstimmung und bot gleich vier Solisten Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Mit dem swingenden Titelthema der chaotischen Zeichentrickserie „Family Guy“ übergab die EKG-Bigband schließlich die Bühne an ihre Gäste aus Bonn.
Die TABU-Bigband aus Bonn legte mit groovigem Jazz, Filmmusik und starken Soloeinlagen nach. Ein besonderer Höhepunkt war Ennio Morricones berührende Filmmusik aus „Cinema Paradiso“. Mit ihrem ausdrucksstarken und gefühlvollen Trompetensolo verlieh die Solistin der Melodie eine besondere Intensität, die bei einigen Zuhörern Gänsehaut hervorrief.
Nach der Pause wurde es dann richtig groß: Beide Bands verschmolzen zu einer 45-köpfigen „Very Big Band“. Bei „Knock on Wood“ wurde zunächst standesgemäß auf Holz geklopft. Bobby Hebbs „Sunny“ sorgte für eine entspannte Latinrock-Brise, ehe sich die EKG-Solisten bei „Put It Where You Want It“ im funkigen Groove so richtig austoben konnten. Duke Ellingtons „Don’t Get Around Much Anymore“ bediente anschließend die Freunde des klassischen Swing.
Doch die Ruhe vor dem Sturm hielt nicht lange. Mit „Enter Sandman“ von Metallica wagte sich die „Very Big Band“ in die Gefilde des Heavy Metal – und räumte dort musikalisch ordentlich ab. 45 Musikerinnen und Musiker entfachten einen Klangdruck, der die Halle zum Beben brachte. Die Grenze zwischen Bigband und Rockarena schien für einige Minuten aufgehoben. Druckvoll, mitreißend und erstaunlich klangvoll: So klingt Metallica, wenn eine komplette Bläserarmada mitmischt.
Der begeisterte Applaus ließ keinen Zweifel daran, dass das Publikum noch lange nicht genug hatte. Mit dem rasanten „Sing, Sing, Sing“ als Zugabe mobilisierten die Musikerinnen und Musiker ihre letzten Kraftreserven. Danach waren nicht nur die Instrumente heißgelaufen.
Das dritte Bigbandmeeting war weit mehr als ein Konzert. Es zeigte, was entsteht, wenn zwei befreundete Schulbands monatelang auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten und ihre musikalischen Kräfte bündeln. Über Schul- und Landesgrenzen hinweg wurde aus Zusammenarbeit ein mitreißendes Gemeinschaftserlebnis.
Und das Fazit des Abends? Die Leimbacher Halle stand noch, das Publikum war begeistert – und der Titel hatte gehalten, was er versprach: Einfach richtig geile Mucke! (Text: Michael Rodarius)
Die Zuhörer waren begeistert Foto: Werner Dreschers
Ein toller Erfolg war das Bigband-Meeting Foto: Werner Dreschers
Ein begeisterndes Trompetensolo, ausdrucksstark un gefühlvoll Foto: Werner Dreschers
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Michael Rodarius in seinem Element, mitreißend, schwungvoll dirigierte er beim Bigband-Meeting Foto: Werner Dreschers