Allgemeine Berichte | 23.05.2013

Deutscher Mühlentag in Gillig´s Mühle in Antweiler

Das Handwerk des Müllers wurde lebendig

Müllermeister Ewald Gillig in seiner historischen Mühle. UM

Antweiler. Seit vielen Jahren zählt der Pfingstmontag zum Deutschen Mühlentag, an dem auch Ewald Gillig mit seiner Mühle in Antweiler zum Tag der offenen Tür eingeladen hatte. Bereits 1686 wurde die Mühle in Antweiler erbaut und befand sich damals im Besitz der von Arenbergs, bis sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Besitz der Familie Gillig überging. Heute, bereits in der vierten Generation, ist der Müllermeister Ewald Gillig stolzer Besitzer der historischen Mühle, in der auf drei Ebenen das Korn zu Mehl gemahlen wurde.

Aber nicht nur der Mahlbetrieb gehörte zur Mühle, hier wird auch seit dem Jahre 1913 und somit seit genau 100 Jahren Strom erzeugt, der damals sogar das ganze Dorf Antweiler versorgte. Beim Tag der offenen Tür bot Ewald Gillig stündlich Führungen durch die Mühle an, vorbei an all den mit Lederriemen getriebenen Rädern und Schüttelsieben bis hin zur Turbine, die noch heute zur Stromerzeugung genutzt wird. Hierzu wird der Mühlengraben von der Ahr abgeleitet, um so die Turbine in Gang zu setzen.

Auch wurde das veraltete Mühlenrad im Mühlengraben wurde vor einigen Jahren durch ein neues ersetzt und dies alles wurde den Besuchergruppen fachmännisch erläutert und eindrucksvoll dargeboten, sodass sich für die nächste volle Stunde bereits wieder eine Gruppe gebildet hatte und das den ganzen Tag über. Für die Interessierten wurde so das ausgestorbene Handwerk des Müllers wieder lebendig, auch wenn Müllermeister Gillig die Mahlvorgänge nur demonstrierte. Echtes Korn zu mahlen wäre alleine vom Reinigungsaufwand zu gewaltig, aber durchaus in der historischen Mühle noch machbar, so der Müllermeister, der nicht nur durch die Mühle führte, sondern den Tag über auch viele Fragen beantwortete. Das Rahmenprogramm hatten die Musikerinnen und Musiker von den Limbachtaler Musikanten übernommen und boten mit befreundeten Musikvereinen einen unterhaltsamen Tag im Hof der Gillig’s Mühle. Während im Freigelände gegrillt wurde, gab es den selbst gebackenen Kuchen der Musikerfrauen im Untergeschoss des ehemaligen Kornspeichers und im zum Saal umgebauten Kornspeicher konnten die Besucher eine Ausstellung über die 100-jährige Geschichte der Stromerzeugung von der Gillig’s Mühle durchlaufen. Wer den Weg in die Eifel mit dem E-Bike gewählt hatte, der konnte während des Mühlenbesuchs sein E-Bike an der eigens gebauten Ladestation mit wasserbetriebenem Mühlenstrom speisen.

Die Stromerzeugung wurde spannend erläutert.

Die Stromerzeugung wurde spannend erläutert.

Müllermeister Ewald Gillig in seiner historischen Mühle. Fotos: UM

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