Galasitzung der KG Rot-Weiß Adenau
Die Hocheifelhalle bebte
Adenau. Einen karnevalistischen Auftakt nach Maß erlebten die Jecken bei der Galasitzung der KG Rot-Weiß in der vollbesetzten Adenauer Narhalla. Sitzungspräsident Thomas Sebastian konnte in der festlich geschmückten Hocheifelhalle Jecken aus nah und fern begrüßen, unter ihnen die Willi Ostermann-Gesellschaft, die in diesem Jahr ihrem neuen Ehrenmitglied Eddi Rausch ihre Aufwartung machte. Der Vorsitzende der KG ist nämlich seit diesem Monat Ehrenmitglied der Kölner Traditionsgesellschaft, die fast mit dem gesamten Vorstand in der Halle war. Noch eine ehrenvolle Aufgabe hatte Thomas Sebastian zu Beginn; er konnte den neuen „Addene Jong“ vorstellen. Kein Geringerer als Gründungsmitglied Karl-Heinz, von allen liebevoll Charly genannt, darf diesen Ehrentitel nunmehr tragen. Bei der Vorstellung ließ der Sitzungspräsident das Soziale und Karnevalistische Engagement von Charly Korden noch einmal Revue passieren. 1936 geboren. Gründungsmitglied der KG, dessen Vorsitz er 20 Jahre innehatte. Legendär seine Büttenreden in 35 Jahren. Dafür wurde ihm der Zinnhannes, die höchste Auszeichnung des RKK, verliehen. Nicht nur dreimal Adde Alaaf, sondern stehende Ovationen der Jecken im Saal waren dem Urgestein des Adenauer Karnevals gewiss. Fast ebensolche Urgesteine sind die ersten Redner des Abends „Die zwei von der Post“. Nach einigen Jahren Büttenabstinenz hatten Bettina Korden und Siggi Sion aus Adenau und Umgebung wieder Informationen aus erster Hand. Zum Strapazieren der Lachmuskeln genau richtig.
So hatten sie eine Idee gegen den Taxi-Notstand in Adenau. Sie bestellten einen Döner zu sich nach Hause und fragten den Fahrer des Lieferservices, ob sie nicht mitfahren könnten. Den tänzerischen Auftakt machten die Junior-Funken. Unter der Leitung ihrer Trainerin Anja Vollmann zeigten Clea Kola, Mathilda Stoll, Merle Rothkegel, Savanna Sroda, Elena Schmitz und Paula Rothkegel, der Nachwuchs der KG, einen schmissigen Tanz. Jetzt enterten Präsident Ralf Schlegelmilch, erster Geschäftsführer Peter Göckertz und Senatspräsident Jörg Plum der Willi Ostermann-Gesellschaft nicht nur die Bühne, Ralf Schlegelmilch auch noch den Sitzplatz von Thomas Sebastian im Elferrat. Hier konnte er auch besser dem neuen Ehrenmitglied der Ostermann-Gesellschaft, Eddi Rausch, die Narrenkappe überreichen. Nach Austauschen des begehrten Narrengoldes und drei Mal Alaaf kündigte Thomas Sebastian Heike Päthe an. Als Luigi der Bauarbeiter hat sie nicht nur auf Baustellen so manches erlebt, sondern auch im Schweinestall, wo die Schweine schon im Auto saßen und auf die nächste Besamung warteten. Die Lachmuskeln wurden auf das Äußerste gereizt und die erste Rakete war fällig. Jetzt kam „Spüli“ Willi Schüller zum ersten Mal auf die Bühne. Mit seinem Duett-Partner Jörg Nett brachte er mit ihren bekannten Liedern wie „KG es geil, KG es jeck vom Bottemaaat bis Stenze Eck“ den Saal zum Kochen. Dann kam er, der Unesco-Beauftragte für das Weltkulturerbe in Adenau. Auf dem Marktbrunnen sitzend verkörperte Martin Korden den „Brunnensitzer“, den weder Polizei noch Feuerwehr noch Netts Pitter, seines Zeichens Beigeordneter der Verbandsgemeinde, dazu bewegen konnten, den Brunnen zu verlassen. Die Parodie auf Peter Nett war einfach köstlich. Die zweite Rakete war fällig. Bevor die Prinzengarde Brohl, seit 20 Jahren zu Gast bei der KG und somit zur Familie gehörend, die Bühne betrat, zeigten die neue Große Funkengarde mit Carina Cläsgens, Lena und Linda Hilberath, Saskia Hupperich, Franziska und Katharina Lehmann, Laura Müller und Katharina Schmitt, was sie unter ihrer Trainerin Meike Stollenwerk für ihren ersten Bühnenauftritt gelernt hatten - eine fantastische Darbietung. Seit 33 Jahren ist „Spüli“ alias Willi Schüller dem Karnevalsbazillus verfallen. Er ist das Gewissen der KG und schafft es in jedem Jahr, der gesamten Stadt und dem Umfeld gehörig den Kopf zu waschen und auf Missstände hinzuweisen. So prangerte er unter anderem an, so verwahrlost wie das Schwimmbadgebäude und Umfeld jetzt aussieht, würden alle Interessenten schon beim Anblick abgeschreckt. Oder warum sich die Stadt- und auch die Verbandsgemeinde das Eckhaus der Familie Klein am Adenauer Markt vor der Nase haben wegschnappen lassen. Das wäre nämlich ein idealer Standort für die Tourist-Info gewesen. Vor allem hätten die Leute das Haus wesentlich besser finden können als jetzt das Zimmer im Keller der Gemeindeverwaltung, wo sie jetzt beheimatet ist. Bevor das Reifferscheider Männerballett „Dolce Vita“ akrobatische Leistungen vom Feinsten bot, heizte das Fanfarencorps der KG unter der musikalischen Leitung von Johannes Schmitt mit schmissiger Musik die Stimmung richtig an, die von der Finalband „Die Schlappkappe“ mit ihren Liedern weiter hochgetrieben wurde. Nach dem Finale, wo alle Aktiven noch mal auf der Bühne waren, übernahmen „Eifeldampf“ das weitere musikalische Programm.
Wie sagte Sitzungspräsident Thomas Sebastian zu den Ostermännern: „Ihr seit in Köln Karnevalistische Champignons Liga, aber ich glaube, was wir hier in der Amateurliga bieten, kann sich sehen lassen“. Und ob. Was die KG bei der Galasitzung nach dem Motto „Adde What´s Jeck“ bis weit nach Mitternacht an karnevalistischem Feuerwerk gezündet hat, war schon Amateurliga ganz weit vorne unter den Aufstiegskandidaten.
Aus Köln kam Ralf Schlegelmilch, Präsident der Willi Ostermann-Gesellschaft (r.). Er ernannte den Präsidenten und 1. Vorsitzenden der KG, Eddi Rausch, zum Ehrenvorsitzenden der Kölner Karnevalisten.
Egal ob Bundes-, VBG- oder Stadtpolitik - Spüli (Willi Schüller) hob mahnend den Finger.Fotos: SES
