Das Heimatvarieté Saalü! am 3. November im Dümpelfelder DüNaLü
„Du fussesch kneyzech Märresch fräß fettesch, fräß alles“
Dümpelfeld. Wer den „kalvanischen“ Segen - Hokus pokus inspirantus et multiplex, Amen - sprach und dem Bräutigam ein Dutzend Rinder und der Braut ebenso viele Kinder wünschte, ist nur eine der Fragen, die das Heimatvarieté Saalü!, eine Veranstaltung des Gemeinde- und Städtebundes, die mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und mit Geschichten aus Dorf und Saal im 20. Jahr in Rheinland-Pfalz unterwegs ist am Sonntag, 3. November ab 17 Uhr im Dümpelfelder Dorfgemeinschaftshaus stellen wird. Dümpelfeld, wo es noch schöner, wie im Schwarzwald ist, und die Dümpelfelder „Schlipsmännchen“, die keine Bauern, sondern Handwerker waren oder bei der Bahn arbeiteten, werden vielmehr den ganzen Saalü-Abend lang Thema sein. In dieser Nähe zum Dorf und seinen großartigen Geschichtenerzählern und Akteuren liegt, so Projektleiterin Martina Helffenstein, das Erfolgsgeheimnis des Dauerbrenners Saalü!: „in der trotz aller Unkenrufe lebhaften und lebendigen Dorfkultur, die von der Saalü!-Truppe liebevoll und kabarettistisch-komödiantisch in Szene gesetzt wird. Das Dorf wird zum Star.“
Dafür schickt Saalü! dieses Jahr drei Dorfinspektoren: Herr Müller ist Chef der Truppe, weil er das schon immer war, sein Assistänzer Herr Welte ist schlauer, als er laut Statistik sein müsste und die ewige und vorlaute Praktikantin Frau Drops fasst die Welt schon mal im DinA4-Format zusammen. Sie fühlen Dümpelfeld, das sich nach der Schließung der Bahn ebendort unter dem Vereinigungs-Namen DüNaLü eine gute Stube für seine drei Dörfer Dümpelfeld, Niederadenau und Lückenbach baute, mit allen Tricks und Raffinessen des Showbiz auf den Zahn:
Geschichten aus Dümpelfeld, wo der Pastor, der Lehrer, der Schutzmann, der Arzt, die Kaiserlinde, die Bahn weg ist und zwei von vier Brücken und ob die „Luuchbröck“ noch steht? Wie der Briefträger mal in Geiselhaft kam, weil auch die Post weg sollte, und dann immerhin ein Briefkasten hängen blieb.
Gefragt wird, ob es (vor allem) in Niederadenau einen Wettbewerb um den höchsten Holzstapel gibt, wer wann fünf Schnäpse und ein Bier trinken und eine Zigarre rauchen muss und wann der „Strafheffe“ fällig ist? Wie die Kirche mal brannte und der Feuerwehr bei „Wasser Marsch!“ das Wasser aus vielen Löchern tröpfelte, wer in der Christenlehre statt „Gelobt sei Jesus Christus das „Äppelsche, Bäbbelsche, Biersche“ lobte und wie der Pastor drei Lichtschalter drückte und wieso dann die Glocken läuteten? Wie es kommt, dass im MGV trotz oder wegen der Verstärkung weniger singen, in den tiefen Lagen jedenfalls, und wie bei der Tombola mancher Preis Jahr für Jahr erneut verlost wurde. Was es mit der „Jüra holen“ auf sich hat und ob es stimmt, dass manchen Mädchen in der Mainacht eine veritable Tanne, die den ganzen Winter zum Heizen reichte, anderen aber Dornen oder ein Kirschbaum gestellt wurde? Warum die Hauptstraße sonntags ein „Laufsteg“ war, wie bei der Mailehen-Versteigerung die Mädchen unter den Hammer kamen, was die Poussierpflicht zu bedeuten hatte und was an Mitternacht beim Mondscheinwalzer passierte, erzählen Claudia Baur, Rosa Becher, Udo Stratmann, Werner Surges, Florian Linnerz und Rainer Schlömp.
Aus Dümpelfeld auf der Saalü!-Bühne steht der MGV Cäcilia, die Feuerwehr mit dem Revival ihrer legendären Mini-Playback-Show, Willi Klein an der Trompete lobt gemeinsam mit den Zuschauern im Saal den „Tag des Herrn“, vom Jugendtreff flimmert exklusiv und als Weltpremiere eine Dorfinspektion über die Leinwand und Bürgermeister Rainer Schlömp macht sich seinen Reim auf sein Dorf.
