Allgemeine Berichte | 26.08.2014

Jugendbüro der Verbandsgemeinde Adenau im BAU organisierte Kinderferienfreizeit

„Dümpeltown - Die Kinderstadt“, vierte Auflage und „adé“

„Dümpeltown - Die Kinderstadt“, vierte Auflage und „adé“

Dümpelfeld. „Wo ist „Dümpeltown?“ Da sucht sich das „Navi“ doch glatt zum Schänzchen, gibt es nämlich eigentlich nicht, und tatsächlich aber doch, folgte man den Wegweisern in Dümpelfeld. Bald vernahm man das fröhliche Lachen von Kindern, sah sie auf dem Außengelände und im Inneren des so genannten „DüNaLü“ herumtollen. In vierter und leider letzter Auflage veranstaltete das Jugendbüro der Verbandsgemeinde Adenau die Kinderferienzeit, eingebettet in ein Programm mit weiteren Veranstaltungen. Eine Woche lang, von Montag bis Freitag, gab es Dümpeltown.

Jugendpfleger Jürgen Schwarzmann und ein Team von 26 Betreuern, einige von ihnen waren beim letzten Mal selbst noch Teilnehmer, unterhielten 97 Kinder aus zahlreichen Orten der Verbandsgemeinde Adenau mit einem tollen Ferienerlebnis. Monatelange Vorbereitungen waren erforderlich, die Logistik für ein solches Unterfangen erfordert große Anstrengungen, da ist an so vieles zu denken, sind umfangreiche Vorkehrungen zu treffen, muss man gelegentlich auch spontan improvisieren, um aktuellen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Die Buchungen für Dümpeltown erfolgten jeweils ganz rasch, die Teilnehmerzahl ist aus organisatorischen Gründen begrenzt.

Zur „38. Ortsgemeinde“ der Verbandsgemeinde geworden, bot Dümpeltown eine „Kinderstadt“ mit (fast) allem, was dazugehört, selbstverständlich auch mit einem Bürgermeister. Zur Bürgermeisterin wurde in diesem Jahr Rebecca Emrich gewählt, sie gewann die Wahl gegen drei Kandidaten. Zwei Jahre lang hatte Marc Stübben die Aufgabe wahrgenommen. Als Wahlversprechen war unter anderem die Senkung der Preise für das Mittagessen angeregt, von 5 auf 2 Geldwerteinheiten. Erkauft wurde das Zugeständnis mit dem Versprechen der Kinder, dann selbst den Mittagstisch abzuräumen …! „Ohne Moos nix los“, galt auch für Dümpeltown, so gab es Geld, 20 „Dümpel-Dollars“(DD) für die „harte Arbeit“ in einer der elf Werkstätten, ein Obolus von 10 Prozent war als „Steuer“ abzuführen. Da blieb aber genug für Essen, Muffins oder sonstige wichtige süße Leckereien. Aber diese nur einmal am Tag, denn bei allem Spaß sollten schließlich die Zähne nicht leiden („… damit die Kinder auch morgen noch kraftvoll in den Apfel beißen können!“).

Einen Personalausweis gab es auch, täuschend ähnlich dem echten, aber ausgestellt auf die „Bunte Republik Deutschland“. Täglich tagte die Bürgerversammlung, da wurden dann in öffentlicher Sitzung der „Stroßekrätzer“ und die Müllabholmannschaft festgelegt, auch der Einräumdienst für das „Spielmobil“ der Verbandsgemeinde. Ordnung musste sein, auch wenn man schon mal wegen der Ferien ein Auge zukniff (oder zwei?).

Die Zuteilung zu den Werkstätten änderte sich täglich, die Kinder drängten sich zu bestimmten Arbeiten, bunte Kärtchen für die einzelnen Betriebe erleichterten die Zuweisung. „Arbeit“ von 10 bis 12 Uhr, dann die Ausgabe der „Dümpeldollars“ an der Bank und gemeinsames Mittagessen, zum Beispiel Bratwurst mit Kartoffelpüree, Frikadellen mit Bratkartoffeln, lauter leckere gesunde Sachen, die Kindern Freude machen, und nachmittags Getränke und Kuchen vom Blech. Manche Eltern kamen gerne auch schon zur Kaffeezeit, die Abholung der Kinder erfolgte ab 16.30 Uhr.

Ein eigener „Radiosender“ sorgte für Musik, Nachrichten wurden übermittelt, der technische Aufwand und die Möglichkeit, eigene Musik einzustellen, war Anreiz für Viele. Die Werkstätten wurden von jeweils zwei Betreuerinnen und/oder Betreuern geleitet, da war künstlerisches Gestalten von Sandsteinblöcken beliebt, ebenso Gärtnerarbeit, in einem Fotostudio lernten die Kleinen die Arbeitsweise eines Fotografen kennen, erfuhren sie Elementares über Aufnahmetechnik und Bildbearbeitung. An anderen Stellen wurde gebastelt, gemalt, wurden Musikinstrumente gefertigt und gleich lautstark ausprobiert und manches weitere mehr.

Mit Spannung wird auf das Erscheinen eines Buches gewartet, das sie Kinder gemeinsam mit einer Betreuerin erarbeitet und geschrieben haben, es geht in der Fantasy-Erzählung um einen riesengroßen Schmetterling namens „….“, der, begeistert von „Dümpeltown“, dort einfällt und für allerlei Aufregung sorgt. Aber Happy End - garantiert!

Gut besucht war der Stand am Tattoo-Studio, da gab es phantasievolle Motive zum Aufsprühen nach eigener Wahl. Der gebotene Chic änderte sich von Tag zu Tag, sozusagen trendgerecht.

War der Montag noch mit recht viel Organisation und dem gegenseitigen Kennenlernen verbunden, so freuten sich die Kinder am Nachmittag über den „Kölner Spielezirkus“, mit einem unterhaltsamen Programm. Da schaute man gerne zu, da machte man auch gerne mit. Highlight am Mittwochnachmittag war der Besuch der Feuerwehr von Dümpelfeld, praktischerweise gleich um die Ecke. In kleinen Gruppen besichtigten die Kinder das Fahrzeug, staunten über die Ausrüstung, nahmen Platz im Fahrerhaus und natürlich durften auch mal das Blaulicht und das Akustiksignal betätigt werden. Man staunte nicht schlecht, dass das Anziehen der Einsatzkleidung in einer Minute zu erfolgen hat, wie Wehrführer Ottmar Ley erklärte. Ein Fotoshooting am Donnerstagnachmittag wurde rege angenommen. Nach regenreichen Tagen freute man sich am Freitag bei angenehmer Witterung über einen Kinderflohmarkt und Krammarkt. Jedes Kind durfte eine Tasche mit Krammarktsachen mitbringen, die wurden dann getauscht, so dass die Elternhoffnung auf ein aufgeräumtes Kinderzimmer nur scheinbar in Erfüllung ging. Nach dem Gesetz von der Erhaltung der Masse war das Zimmer später wieder genauso voll, nur eben anders, oder bunter … aber manches Teil fand auch den Weg an die Krammarkt-Kunden von außerhalb.

Mit netten Überraschungen ging „Dümpeltown“ am Freitagnachmittag zu Ende. „Schade“, wie Kinder und Eltern bedauerten, die Veranstaltungsreihe war schließlich zu einer lieb gewordenen Erfolgsserie geworden, hatte sich vier Jahre lang gut bewährt und eingespielt. Im kommenden Jahr startet ein Nachfolgeprogramm, man darf schon jetzt gespannt sein; es soll mindestens genauso viel Spaß machen, verspricht man.

Nicht nur Spiel und Spaß waren Ziel der Ferienerlebnistage, bedeutsam war gleichfalls das Kennenlernen und Erleben von persönlichkeitsbildender Sozialkompetenz, von Rücksichtnahme und Disziplin, von Teamgeist ebenso wie Verantwortung für die Gruppe; die Betreuerinnen und Betreuer achteten darauf, dass jedes Kind sich wohlfühlen konnte.

Ein herzlicher Dank ging am Freitagnachmittag nochmals an die Betreuerinnen und Betreuer, an die jungen Damen und Herren, die in den vier Jahren neben dem festen Stamm des Betreuerteams ehrenamtlich im Einsatz waren, ihre Freizeit gerne dem Kinderferienprogramm zur Verfügung gestellt haben. Eine Dokumentation über die vier Veranstaltungen wird erarbeitet, mit Bildern und Texten, teils von den Kindern selbst, sie wird zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Spaß gemacht hat „Dümpeltown“ jedenfalls allen, und das freut Jürgen Schwarzmann ganz besonders, die Idee zu dem Projekt stammte von ihm, er war Ansprechpartner für das Projekt über vier Jahre. Zufrieden nahm er hierfür noch mal den herzlichen Dank von Kindern und Eltern entgegen.

Ein Besuch bei der Feuerwehr DümpelfeldFoto: Dreschers

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