Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) hatte eingeladen
Flüchtlinge sind in der VG Adenau wilkommen
Reifferscheid. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Gruppenraum im Pfarrheim Reifferscheid. Die katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) hatte zum Thema „Flüchtlinge in unserer Verbandsgemeinde“ eingeladen. Der Ortsverbandsvorsitzende Peter Kaiser gab bei der Begrüßung seiner Freude Ausdruck, dass sich so viele für das Thema Flucht und Fluchtursachen interessieren. Herzlich willkommen hieß er insbesondere die Flüchtlingskoordinatorin der Verbandsgemeinde Adenau (VG) Frau Claudia Baur, die eine Zehn-Stundenstelle als Angestellte der VG Adenau innehat. Sie verwies in ihren Ausführungen darauf hin, dass ihre Arbeitszeit als Koordinatorin, aufgrund des großen Informationsbedürfnisses sehr oft in Anspruch genommen wird. Zurzeit sind etwa 100 Flüchtlinge (20 Familien) in der VG untergebracht, diese kommen überwiegend aus dem Balkan-Raum dem Kosovo und Albanien aber auch aus Syrien. Nach einem vorgegebenen Verteilungsschlüssel hätte die VG Adenau somit ihre Aufnahmezahlen eigentlich erfüllt. Doch aufgrund der geographischen Größe und der vielen leerstehenden Räumlichkeiten in den Dörfern gebe es noch viele Möglichkeiten Flüchtlinge aufzunehmen. Zugewiesen werden die Flüchtlinge von der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende Trier, dort ist auch die Erstaufnahmeeinrichtung. Die VG Adenau ist verantwortlich und besorgt den „menschenwürdigen“ Wohnraum für die Flüchtlinge. Die Balkan Flüchtlinge werden zurzeit geduldet bevor sie ins Asylverfahren gelangen, da sie aus sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ kommen, diesen Menschen droht eine Abschiebung in ihre Heimat. Weiterhin berichtete Frau Baur eine ihrer Hauptaufgaben bestehe darin sogenannte Flüchtlingspaten zu besorgen. Diese ehrenamtliche Tätigkeit besteht darin, mit den Neuankömmlingen über die täglichen Bedürfnisse hinaus, auch Behördengänge und Arztbesuche zu begleiten. Ebenso ist sie unter anderem auf der Suche nach Übersetzern/Dolmetschern. Die Flüchtlinge sind zunächst bis ihr Asyl genehmigt ist in einer Art „Notfallversicherung“, die es ihnen erlaubt bei starken Schmerzen und problematischen Krankheiten einen Arzt aufzusuchen. Beim Thema „Arbeit“ verwies sie darauf, dass die Flüchtlinge erst nach drei Monaten eine Arbeitsmöglichkeit bekommen. In der Übergangszeit sei jedoch über die sogenannten Ein-Euro Jobs - über die Jobcenter, z. B. eine gemeinnützige Arbeit in den Gemeinden möglich. Insbesondere dafür suche sie noch aktuell „Arbeitspaten“, die den Menschen Hilfestellung bei den Formalitäten der Arbeitssuche geben. Der anwesende Heimatpfarrer Michael Schaefer berichtete über eine Flüchtlingseinrichtung in seiner ehemaligen Gemeinde Lebach (Saarland), wo tausende Menschen betreut werden, die Situation sei teilweise menschenunwürdig. Darüber hinaus sei es auffallend, dass der Anteil der Frauen wesentlich geringer ist als die der Männer, dies begründete er darin, dass eben nur die physisch Stärkeren diese beschwerliche und gefährliche Reise auf sich nehmen. Er betonte, dass allein aus dem christlichen Glauben heraus, Hilfe für diese Menschen selbstverständlich sei. Aus Sicht der KAB, so Peter Kaiser müssen vor allen Dingen die Fluchtursachen massiv bekämpft werden. Bürgerkriege, Armut und Hunger, soziale Ungleichheiten, schlechte Regierungsführungen in diesen Ländern. Hilfreich wäre da eine massive Aufstockung der Entwicklungshilfe, um den Menschen in ihren Herkunftsländern eine Perspektive zu geben. Auch die Millenniumsziele der Vereinten Nationen (UN), seinen durch die reichen Industrienationen finanziell massiver zu unterstützen. Anschließend wurde noch eingehend diskutiert und Fragen aus dem Publikum zum abendlichen Thema gestellt, diese konnte die Flüchtlingskoordinatorin zufriedenstellend beantworten.
